Bundesliga

02.10.2016 - 10:21 Uhr


Bescheidener Modeste: Symbol des Kölner Erfolgs

Anthony Modeste sorgte mit seinem akrobatischtn Tor für den Punktgewinn der Kölner in München

München - Wer beim FC Bayern München punkten will, der muss auch bereit sein zu leiden. "Ich habe jetzt ein bisschen Schmerzen", sagte Anthony Modeste - und konnte trotzdem lachen. Dank seines akrobatisch anspruchsvollen Treffers zum 1:1-Endstand in München bleibt der 1. FC Köln auch nach dem 6. Spieltag weiter ungeschlagen. Die Treffsicherheit des Franzosen ist nur einer von vielen Erfolgsfaktoren.

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Für Modeste war es bereits das fünfte Saisontor, damit liegt der Franzose an der Spitze der Torjägerliste - gleichauf unter anderem mit Titelverteidiger Robert Lewandowski. Als Kampfansage will der Kölner seine starke Torausbeute jedoch nicht verstanden wissen. "Lewandowski spielt in München und ich weiß, dass er am Ende der Saison bei 20, 25 Toren steht", schiebt Modeste die Favoritenrolle von sich.

Modeste: "Muss meinen Kollegen danken"

Dabei ist keineswegs ausgeschlossen, dass er selbst nicht auch in solche Sphären vordringen kann. Mit seinen nun 39 Bundesligatoren ist er hinter Franck Ribery (71 Tore) der zweiterfolgreichste Franzose der Bundesliga-Historie.  Dennoch bleibt der 28-Jährige bescheiden und stellt seine persönlichen Interessen hintenan. "Das bringt für mich nichts", sagt Modeste und führt seine gute Bilanz auf das Kölner Kollektiv zurück: "Ich muss meinen Kollegen Danke sagen."

Dabei dachte er vor allem an Vorbereiter Marcel Risse, der mit einer präzisen Flanke den Ausgleichstreffer in München einleitete. "Marcel sucht mich immer, wir arbeiten im Training immer daran und heute hat es funktioniert", freute sich Modeste. Und die an asiatische Kampfkünste erinnernde Flugeinlage, mit der er Nationaltorhüter Manuel Neuer verwirrte? "Das habe ich von Yuya Osako gelernt", erklärte Modeste schmunzelnd, "der ist Japaner."

Köln verdient sich den Punkt

Der Treffer dient als Symbol für den momentanen Lauf und zeigt, dass die Kölner derzeit selbst die anspruchsvollsten Herausforderungen meistern. Hinzu kam im Spiel gegen die Bayern das nötige Quäntchen Glück, dass der Gegner statt das Tor dreimal nur das Gestänge traf. "Alles in allem ein glücklicher Punktgewinn für uns. Aber das ist egal, das tut ja auch gut", fand Kölns Geschäftsführer Sport, Jörg Schmadtke.

"Wenn man in München einen Punkt holt, ist ein bisschen was aufgegangen", erklärte Trainer Peter Stöger nicht ohne Stolz. Den einen Zähler haben sich die Kölner durchaus verdient - dank einer deutlichen Leistungssteigerung. "Wir haben in der zweiten Halbzeit etwas mehr die Initiative ergriffen und dadurch die Schwächen der Bayern offenbart", sagte Mergim Mavraj. Dass die Kölner im Laufe eines Spiels noch mal zulegen können, ist nichts Neues. Zuletzt bewiesen haben sie es beim 3:1-Sieg im vorherigen Auswärtsspiel beim FC Schalke 04, als FC-Trainer Stöger mit der Einwechslung von Simon Zoller das Signal zur Schlussoffensive gab.

Stögers Schachzug fast belohnt                             

Auch in München setzte Stöger mit der Einwechslung Zollers in der 62. Minute ein ähnliches Zeichen und wäre fast belohnt worden. Doch in der Nachspielzeit schob der Joker den Ball knapp an Neuers Tor vorbei. Trotz des verpassten Siegtreffers erhielt Zoller hinterher viel Zuspruch von seinen Kollegen - allen voran von Modeste: "Er ist ein Stürmer, er hat es gut gemacht." Schließlich fühle sich der eine Punkt in München auch so "für uns wie drei Punkte" an.

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Ungeschlagen bleiben die Kölner auch so. Und das saisonübergreifend bereits im elften Bundesligaspiel in Folge - das ist für den FC die längste Serie seit 27 Jahren. Überhaupt sind die Geißböcke erst zum dritten Mal nach den ersten sechs Spieltagen noch ohne Niederlage. Gelegenheit, diese Serie weiter auszubauen, bietet sich nach der Länderspielpause gegen den noch sieglosen FC Ingolstadt.

Gut möglich, dass auch Modeste dabei sein Torkonto weiter aufstockt. Schließlich traf er auch beim 1:1 in der Vorsaison - ebenfalls am 7. Spieltag. "Wir haben zehn Tage Pause", sagt Modeste, "das ist gut für die Regeneration." Das sollte reichen, um die Schmerzen nach dem Punktgewinn in München auszukurieren.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

Video: Der Höhenflug des FC

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