Bundesliga

01.05.2017 - 09:40 Uhr


Benjamin Hübner: "Er ist ja immer noch mein Vater"

Benjamin Hübner erzielt gegen Frankfurt, wo sein Vater Bruno Sportdirektor ist, das entscheidende Tor.

Sinsheim - Ein allerletzter Eckball von Sebastian Rudy - und Benjamin Hübner wuchtet den Ball per Kopf zum Siegtreffer in der 90. Minute ins Tor. Durch das Tor des Innenverteidigers gewann die TSG 1899 Hoffenheim 1:0 gegen Eintracht Frankfurt und eroberte sich so wieder Platz 3 zurück, der zur direkten Teilnahme für die Champions-League berechtigt.

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Platz 4 ist den Hoffenheimern in den restlichen drei Saisonspielen nicht mehr zu nehmen, aber am nächsten Samstag kommt es zum vorentscheidenden Duell um Rang 3: Hoffenheim will bei den nur um einen Zähler schlechter platzierten Dortmunder Borussen die gute Ausgangsposition verteidigen. Die beste Runde der Vereinsgeschichte könnten die Hoffenheimer mit Rang 3 krönen.

Hübner versaut dem Vater den Abend

Großen Anteil am Erfolg hat auch Benjamin Hübner, der nach Anlaufschwierigkeiten längst mit Niklas Süle und Kevin Vogt ein tolles Abwehrtrio bildet. Hübner habe sich nach seinem Wechsel aus Ingolstadt erst an die Art des Hoffenheimer Fußballs gewöhnen müssen, sagt TSG-Trainer Julian Nagelsmann. Zwar sei der 27-Jährige noch immer kein  "Trainingsweltmeister, aber mittlerweile doch ein Trainingseuropameister", so Nagelsmann scherzhaft. Hübner trainiere nicht mehr so kopfgesteuert, sondern mache einfach, so der Trainer, der Hübners Kopfball - und Zweikampfstärke schätzt.

Hübner stammt aus einer Fußballerfamilie, die Brüder Christopher (SV Wiesbaden) und Florian (Hannover 96) sind auch aktiv. Und Vater Bruno versaute Benjamin durch sein spätes Tor den Abend - Bruno Hübner ist Sportdirektor von Eintracht Frankfurt. Über die Reaktion seines Vaters nach dem Siegtor des Sohnes für den Gegner und die Aussichten der TSG im Spiel bei Borussia Dortmund sprach Benjamin Hübner nach dem Abpfiff. 

Frage: Herr Hübner, das war ein hartes Stück Arbeit gegen die Eintracht.

Benjamin Hübner: Ja, es war ein schwieriges Spiel. Aber wir kriegen zu diesem späten Zeitpunkt eine Standardsituation - und da sind wir immer gefährlich. Der Ball kam gut und in meine Nähe und ich setze mich gut durch. Und ehe ich darüber nachdenken konnte, was passiert ist, lag schon die ganze Mannschaft zum Jubeln auf mir.

Frage: Gab es vom Vater Lob oder eher Tadel?

Hübner: Es gab einen Glückwunsch zum Sieg.

"Er hat mir gratuliert, er ist ja immer noch mein Vater"

Frage: Das Verhältnis ist aber nicht ernsthaft belastet jetzt, oder?

Hübner: Nein, ich hoffe nicht, dass uns so etwas auseinanderbringt. Nein (lacht), er hat mir auch zum Tor gratuliert, er ist ja immer noch mein Vater.

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Frage: Die TSG schießt oft spät entscheidende Tore. Ist es für Abwehrspieler besonders anstrengend, wenn es 0:0 steht und alle noch auf den Siegtreffer hoffen, aber genauso gut ein Tor des Gegners das Spiel entscheiden könnte?

Hübner: Es ist natürlich wichtig, dass wir die Null hinten gehalten haben. Gerade in so einem Spiel wie gegen Frankfurt, wo es in der zweiten Halbzeit doch sehr zäh war. Man läuft immer Gefahr, einen Konter zu fressen. Aber wir waren hellwach und zum Glück hat es dann zum Sieg durch eine Standardsituation gereicht.

"Das Zusammenspiel mit Vogt und Süle hat sich stets verbessert"

Frage: Sie spielen mit Niklas Süle und Kevin Vogt schon sehr lange in der Dreier-Abwehrkette zusammen. Wie würden Sie das Zusammenspiel beschreiben?

Hübner: Es hat sich von Spiel zu Spiel verbessert. Wir stehen sehr gut und spielen sehr gut von hinten raus. Aber auch die gesamte Mannschaft versucht von hinten heraus zu spielen, wir haben einen sehr guten Spielaufbau. Ich bin sehr froh, wie es in der Dreierkette, aber auch in der Mannschaft läuft. Wenn du weißt, was der Nebenmann macht, ist das gerade in der Abwehr ein entscheidender Vorteil.

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Frage: Die Ausgangslage vor dem sogenannten Endspiel um Platz 3 und die direkte Champions-League-Qualifikation am kommenden Samstag in Dortmund ist für Hoffenheim jetzt als Dritter mit einem Punkt Vorsprung vor dem BVB besser.

Hübner: Ja, die Lage ist besser, das war auch das Ziel für das Spiel gegen Frankfurt. Unsere Situation ist gut, wir sind gut drauf, haben eine breite Brust und wissen, was wir können.

"Der Druck liegt bei Dortmund"

Frage: Und sie wollen sich Platz 3 jetzt nicht mehr nehmen lassen, oder?

Hübner: Warum sollten wir uns andere Ziele stecken. Platz 4, der die Qualifikationsspiele für die Champions-League bedeutet, haben wir sicher. Da bleibt ja jetzt kein anderes Ziel mehr.

Frage: Dortmund weiß: Bei einer Niederlage könnte das schon die Vorentscheidung sein im Kampf um Platz 3. Ist das ein psychologischer Vorteil für euch?

Hübner: Wir haben keinen großen Druck, der liegt bei Dortmund. Wir fahren da hin und wollen auch dort was holen.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter

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