Bundesliga

23.01.2017 - 10:18 Uhr


Bayer Leverkusen bläst zur Aufholjagd Richtung Europa

Die Aufholjagd ist gestartet: Hakan Calhanoglu, Kevin Kampl, Chicharito und Karim Bellarabi bejubeln das 3:1

Die Torschützen unter sich: Hakan Calhanoglu und Ömer Toprak

Leverkusen - Das Unternehmen "Aufholjagd 2017" hat Bayer 04 Leverkusen erfolgreich gestartet. Die Werkself setzte sich gegen Hertha BSC verdient mit 3:1 durch und nährt damit die Hoffnung, sich auch in dieser Spielzeit und damit zum siebten Mal in Folge für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Nach der Hinrunde trennen die Rheinländer fünf Punkte von Rang 6 und sechs vom Qualifikationsplatz zur Champions League. Es ist also noch alles drin.

"Wir wollen in die Königsklasse", meinte Bayers Doppelpacker Hakan Calhanoglu nach dem eminent wichtigen Dreier gegen den direkten Konkurrenten aus Berlin im Interview. Das große Ziel will der 22-Jährige noch lange nicht aus den Augen verlieren. Sein Rezept: "Wir müssen in erster Linie nicht auf die Tabelle, sondern auf uns selber schauen. Wir müssen die Ruhe bewahren und die Aufgaben Spiel für Spiel angehen."

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Der Anfang ist gemacht. "Die drei Punkte tun gut und waren wichtig", war Bayer-Sportdirektor Rudi Völler erleichtert. "Es war sicherlich noch nicht die absolute Topleistung. Aber das war auch nicht unbedingt zu erwarten." Leverkusen hatte seine Nerven im Griff und setzte gegen die Berliner vermehrt auf den Faktor Geduld. Das aggressive Dauerpressing war diesmal nicht gefragt. Statt dessen verordnete Trainer Roger Schmidt seinem Team eine abwartendere Gangart.

Video: Chicharito will mehr

"Wir wollten ganz bewusst nicht zu viel Ballbesitz haben", erläuterte der Coach seine Taktik. "Wir haben in der Hinrunde für unsere Verhältnisse extrem viel Ballbesitz gehabt. Dadurch haben wir aber unsere eigene Stärke verloren." Der überfallartige Tempofußball blieb auf der Strecke. Das soll sich nun wieder ändern. Und die Chancen stehen auch nicht schlecht, zumal mit Karim Bellarabi, der fast die gesamte Hinrunde verletzt pausieren musste, auch der ideale pfeilschnelle Konterstürmer wieder zur Verfügung gesteht.

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"Wir sind alle total glücklich und freuen uns für Karim, dass er wieder spielen kann", sagte Roger Schmidt. "Er tut unserem Spiel gut. Er war physisch in einem sehr guten Zustand. Mit jedem Spiel nähert er sich wieder seiner Topform." Aber nicht nur Karim Bellarabi muss sich in der Rückrunde noch steigern, die ganze Mannschaft ist gefragt. Denn bei aller Freude über den Sieg gegen die Hertha: Bayer 04 Leverkusen liegt immer noch weit hinter seinen eigenen Ansprüchen.

Experten in Sachen Aufholjagd

24 Punkte stehen nach der Hinrunde auf dem Konto. So wenig waren es seit elf Jahren nicht mehr. Zudem hat Leverkusen in der Ära Schmidt in jeder Hinrunde weniger Punkte gesammelt als im Jahr zuvor. Den 37 Punkten unter Sami Hyppiä im Jahr 2013 folgten unter Schmidt erst 28, dann 27 und nun 24 Zähler zur Saisonhalbzeit. In den vergangenen beiden Jahren konnte Bayer 04 dank überragender Leistungen und jeweils 33 Punkten in der Rückrunde am Ende dennoch stets den Einzug in die Champions League feiern.

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Unmöglich ist die Aufholjagd also keinesfalls. Und wenn es in der Bundesliga dafür einen Experten gibt, dann ist es Leverkusen. In den jüngsten vier Jahren knackten die Rheinländer jedesmal die 60-Punkte-Marke. Um die Serie fortzusetzen, bräuchte Bayer 04 nun allerdings satte 36 Punkte in der Rückrunde.

"Elfmeterfluch" endlich besiegt

Das Spiel gegen Berlin macht Mut. Die Mannschaft von Roger Schmidt lieferte eine stabile Vorstellung ab. Sie präsentierte sich abgebrüht, sie besitzt mit Karim Bellarabi einen weiteren Hoffnungsträger und sie hat endlich den "Elfmeterfluch" besiegt. Nach fünf verschossenen Strafstößen in Bundesliga und Champions League in Folge und dem Pokalaus nach Elfmeterschießen in Lotte behielt Hakan Calhanoglu diesmal kühlen Kopf.

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"Fußball ist manchmal so einfach: Wenn Elfmeter reingehen, gewinnst du auch deine Spiele", lachte Rudi Völler nach dem Spiel. Wenn die Werkself die anderen Defizite der Hinrunde genauso konsequent ausmerzt, kann der große Wurf noch gelingen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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