Bundesliga

16.09.2016 - 10:46 Uhr


Bayer 04 muss in Frankfurt wieder gierig sein

Bayer 04 will in Frankfurt den zweiten Bundesliga-Sieg in dieser Saison einfahren

Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen ist momentan schwer einzuschätzen. Nach dem geduldig herausgespielten 3:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV verspielte die Werkself in der Champions League gegen ZSKA Moskau beim letztlich unbefriedigenden 2:2-Unentschieden eine 2:0-Führung. Nun geht es zu Eintracht Frankfurt (>>> Matchcenter #SGEB04).

Innerhalb von vier Tagen zeigte die Elf von Trainer Roger Schmidt zwei unterschiedliche Gesichter. Erst der Last-Minute-Sieg gegen den HSV mit strahlenden Gewinnern, wohin man blickte. Dann die Ernüchterung in Form einer "gefühlten Niederlage" (Bernd Leno) in der Königsklasse beim Remis gegen den russischen Meister.

Gegen Moskau brillierten die Rheinländer 35 Minuten lang, sie kombinierten traumhaft sicher und "spielten ZSKA an die Wand", so Rudi Völler. "Das war das Beste, was wir in dieser Saison gespielt haben." Doch dann erfolgte ein zweiminütiger Blackout. Bayer 04 fing zwei Gegentore und erholte sich davon nicht mehr. Obwohl Leverkusen noch eine komplette Spielhälfte Zeit hatte, lief kaum noch etwas zusammen.

Völler: "Den Sack zumachen"

Wie schon über weite Phasen gegen Hamburg fehlte der Werkself oftmals der direkte Zug zum Tor, der gegen die Hanseaten erst durch die Einwechslung von Superjoker Joel Pohjanpalo hinenkam. Symptomatisch waren gegen Moskau im zweiten Durchgang zwei Konter, in denen der ballführende Spieler - einmal Kevin Kampl und einmal Julian Brandt - zentral vor dem Tor stand und aus 16 Metern hätte abziehen können. Doch statt des Torabschlusses verlief die Großchance durch ungenaue Abspiele im Nichts.

Fehlt es den Spielern an einer gesunden Portion Egoismus? "Nein", findet Kevin Kampl auf Nachfrage von bundesliga.de. "Zu viel Egoismus ist auch nicht gut. Wir hatten eine Drei-gegen-zwei-Situation. Bevor ich mir nicht 100 Prozent sicher bin, dass der Ball reingeht, spiele ich lieber ab, auch weil ich weiß, dass ich nicht den stärksten Abschluss habe. Wir brauchen eine gesunde Mischung."

Diese durchaus kritische Selbsteinschätzung ehrt den fleißigen Ballverteiler. Doch sie zeigt auch, dass Leverkusen aktuell außer Pohjanpalo ein Stürmer fehlt, der nicht lange fackelt und abzieht. "Wir müssen gieriger werden, den Sack zuzumachen", hat Rudi Völler richtig erkannt. Gegen Eintracht Frankfurt sollte sich das am Samstag ändern, will Leverkusen die Tabellenspitze nicht schon frühzeitig aus den Augen verlieren.

Leverkusen statistisch im Nachteil

Zum 32. Mal gastiert Leverkusen in der Mainmetropole, 16 Mal siegte Frankfurt, elf Mal Bayer 04, nur vier Partien endeten unentschieden. In den letzten acht Spielen wechselten sich kurioserweise Frankfurter und Leverkusener Siege ständig ab. Nach dieser Serie wäre die Eintracht wieder mit einem Dreier an der Reihe. "Unser Anspruch ist ganz klar, dass wir in Frankfurt gewinnen wollen", formuliert Werkself-Stürmer Kevin Volland das Ziel (>>> Zum Interview mit Kevin Volland).

Leverkusen muss wohl in Frankfurt neben Karim Bellarabi auch auf Kapitän Lars Bender verzichten, der sich gegen Moskau kurz nach der Pause eine Muskelverletzung zugezogen hat. Ansonsten kann Roger Schmidt fast seine Bestbesetzung aufbieten. Interessant wird sein, ob Pohjanpalo nach seinen vier Jokertoren an den ersten beiden Spieltagen diesmal einmal eine Chance in der Startelf bekommt.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

>>> Zum Matchcenter #SGEB04

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