Bundesliga

02.03.2017 - 15:08 Uhr


Darmstadts Kapitän Aytac Sulu: "Wollen das Unmögliche möglich machen"

Köln - Die Fortschritte des SV Darmstadt 98 im neuen Jahr sind unübersehbar. Doch die Belohnung in Form von Punkten bleibt meistens aus. Deshalb rangieren die Lilien am Tabellenende mit bereits acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Im Interview mit bundesliga.de glaubt Darmstadts Kapitän Aytac Sulu vor dem richtungsweisenden Spiel bei Werder Bremen aber weiter an die Chance auf den Klassenerhalt.

bundesliga.de: Aytac Sulu nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg sind die Chancen von Darmstadt 98 auf den Klassenerhalt weiter gesunken. Wie groß ist Ihre Hoffnung noch, dass "Fußballwunder" doch noch zu schaffen?

Aytac Sulu: Wir wollen das scheinbar Unmögliche weiterhin möglich machen, wissen aber auch, dass es eine enorm schwierige Aufgabe wird. Aber wir werden uns mit Sicherheit nicht kampflos geschlagen geben.

bundesliga.de: Trainer Torsten Frings meinte nach der Partie, dass es im Fußball in erster Linie darum geht zu versuchen, Spiele zu gewinnen und man dies in den noch ausstehenden Spielen weiter anstrebe. Über das "große Ganze", den Klassenerhalt, sprach er erstmal nicht mehr. Ist das der Ansatz, sich über Erfolgserlebnisse die Motivation für den Rest der Saison zu holen?

Sulu: Wir wollen uns diese Erfolgserlebnisse in den kommenden Spielen erarbeiten, dann kommt auch die Leichtigkeit wieder verstärkt dazu. Es bringt auch nichts, jede Woche wieder auf die Tabelle zu schauen. Wenn es Ende Mai für uns reicht, dann wäre es für uns alle eine Riesensache. Aber, wenn wir bis Schluss alles rausgehauen haben und es dann trotzdem nicht reichen sollte, müssten wir auch das hinnehmen.

Video: Frings kehrt nach Bremen zurück

bundesliga.de: Wie erleben Sie den Trainer? Was zeichnet ihn aus?

Sulu: Er ist ein sehr kommunikativer Trainer, der all das vorlebt, was er von uns auf dem Platz sehen möchte. Es macht unheimlich Spaß, unter ihm tagtäglich zu trainieren. Er verkörpert zu jeder Zeit den absoluten Siegeswillen.

bundesliga.de: Mit Ausnahme des Spiels gegen den 1. FC Köln hatte man im neuen Jahr den Eindruck, dass die Lilien konkurrenzfähig sind. Wie sehr schmerzt es, dass die Mannschaft die Ergebnisse nicht liefern konnte? Was hat gefehlt?

Sulu: Wir spüren diese Entwicklung. Wir haben mittlerweile viel mehr Ruhe in unserem Spiel, verzeichnen mehr Ballbesitz, aber natürlich ist es schwierig, wenn am Ende die Belohnung ausbleibt. Es waren verschiedene Situationen, bei denen die letzte Konstanz gefehlt hat und die uns dann um die Punkte gebracht haben. Teilweise haben wir unsere Konter nicht optimal zu Ende gespielt, oder umgekehrt in der Defensive zu unachtsam agiert. Es waren verschiedene kleine Komponenten, die in den Spielen schlussendlich den Ausschlag gegeben haben.

bundesliga.de: Inwieweit haben die Winterneuzugänge Sidney Sam, Hamit Altintop und Terrence Boyd die Qualität im Kader erhöht?

Sulu: Sie helfen uns definitiv weiter. Sie bringen Erfahrung mit, gerade Sidney und Hamit sind bundesligaerprobt und haben zudem internationale Erfahrung. Sie geben uns auf dem Platz mehr Sicherheit und bringen ihre individuelle Klasse ein.

bundesliga.de: Wie sehr konnten Sie Ihr zweites Bundesliga-Jahr genießen? Was haben Sie in dieser Saison gelernt?

Sulu: Ich genieße auch diese Saison genauso wie die vergangene. Es ist weiterhin keine Selbstverständlichkeit für mich und den Verein, in der ersten Liga spielen zu dürfen. Gelernt habe ich allerdings, das die zweite Saison schwieriger ist als die erste.

bundesliga.de: Inwieweit ist die Partie bei Werder Bremen so etwas wie die allerletzte Chance?

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Sulu: Wir wären auch bei einer Niederlage nicht abgestiegen, von daher ist es mit Sicherheit keine allerletzte Chance. Aber es ist natürlich ein sehr wichtiges Spiel, um den Kontakt zum Relegationsplatz oder sogar den Nicht-Abstiegsplätzen herzustellen.

bundesliga.de: Wie sehen Sie Ihre Zukunft bei Darmstadt 98, sollte am Ende der Saison der Abstieg stehen? Sind Sie auch bereit, in der 2. Bundesliga zu bleiben?

Sulu: Es sind erst einmal noch 12 Spiele zu absolvieren. Ich beschäftige mich derzeit nicht mit der nächsten Saison oder einem möglichen Abstiegsfall.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski

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