Bundesliga

04.04.2016 - 22:26 Uhr


Hahn & Herrmann: Die Comebacker der Borussia

Patrick Herrmann machte mit dem 3:0 seinen zweiten Treffer in der Rückrunde

Mönchengladbach - Die Fohlen galoppieren weiter in vollem Tempo Richtung Champions League. Nach dem 5:0-Kantersieg gegen Hertha BSC (zum Spielbericht) staunt die Bundesliga über die geballte Offensivpower von Borussia Mönchengladbach. Nicht nur Doppelpacker Thorgan Hazard glänzte, auch die lange verletzten Andre Hahn und Patrick Herrmann meldeten sich eindrucksvoll zurück.

Eine Halbserie war Andre Hahn ausgefallen. Am 10. Spieltag hatte es ihn beim Spiel gegen Schalke 04 böse erwischt, die Diagnose lautete: Lateraler Bruch des Schienbeinkopfes und Riss des Außenmeniskus im linken Knie. In den letzten Wochen kämpfte sich der 25-Jährige im Training wieder zurück, im Rückspiel gegen die Knappen (zum Spielbericht) feierte er vor zwei Wochen ein zehnminütiges Comeback. Gegen Hertha berief ihn nun Borussia-Trainer Andre Schubert etwas überraschend wieder in die Startelf.

Der Plan war, dass Hahn die Berliner Abwehrspieler aggressiv anlaufen sollte. "Wir wollten sie sehr früh pressen, deshalb bin ich früh draufgegangen", erklärte Andre Hahn nach dem Spiel. "Ich bin ein sehr guter Pressingspieler, laufe sehr viel und bin auch in den Zweikämpfen sehr aggressiv. Das hat sehr gut geklappt. Ich bin froh, dass ich vom Trainer heute das Vertrauen bekommen habe und zurückzahlen konnte."

Er tat dies mit einer tadellosen Leistung und einem wunderschönen Tor - einem satten Schuss aus der Drehung in den Winkel des Berliner Kastens - zum vorentscheidenden 2:0. 65 Minuten hielt Andre Hahn bereits durch, danach wurde er ausgewechselt und von den Fans gefeiert. "Meine Gefühlswelt ist schwierig zu beschreiben", sagte Andre Hahn nach dem Abpfiff. "Es war ein unglaubliches Gefühl nach fünf Monaten Verletzungspause dann das 2:0 gegen Hertha in einem wichtigen Spiel zu machen. Ich bin sehr froh und stolz darauf und muss das erst einmal ein bisschen sacken lassen, damit alles real wird."

Hahns Topleistung war sehr real. Er war für den verletzten Raffael in die Startelf gerückt, übrigens erst das zweite Mal in dieser Saison. Trotz seiner langen Verletzungspause schoss der 25-Jährige jetzt in nur neun Saisonspielen genauso viele Tore (drei) wie in der letzten Spielzeit in 23 Partien (zu den Topdaten). In dieser Saison war ihm zuvor in Frankfurt als Joker ein Doppelpack gelungen. Nur Thorgan Hazard war gegen Berlin an mehr Torschüssen beteiligt, als Hahn (an vier).

"Ich habe mich sehr gut und spritzig gefühlt. Natürlich kann ich nach fünf Monaten und den Einheiten noch nicht bei 100 Prozent sein", meinte Hahn. "Das holt man sich jetzt über die Spiele. Aber ich bin schon sehr weit." Noch einen Schritt weiter ist der für ihn eingewechselte Patrick Herrmann, der bereits seinen sechsten Joker-Einsatz in der Rückrunde verbuchen konnte.

Auch der 25-jährige gebürtige Saarländer hatte wegen eines Kreuzbandrisses 14 Bundesliga-Partien verpasst und sich in der Rückrunde wieder in den Kader gekämpft. Gegen die Berliner gelang Patrick Herrmann sein zweites Tor in der Rückrunde. "Ich bin bereit", sagte der dienstälteste Borussia-Stürmer (Stimmen zum Spiel), der allerdings sein Spiel möglichwerweise künftig etwas umstellen muss. Denn während seiner Verletzung etablierte Schubert ein neues System.

"Das System ist nicht gerade maßgeschneidert auf mich", hat Herrmann erkannt. "Da bin ich ganz ehrlich. Wir spielen mit Fabian Johnson und Oscar Wendt auf den Außen vor der Dreierkette offensiver. Das ist nicht so ganz mein Ding, weil ich ein bisschen offensiver spiele. Ich habe dann vorne gespielt, als ich reinkam. Nach meinem Tor haben wir auf 4-4-2 umgestellt."

Die Borussia spielt variabel, der Trainer hat im Offensivbereich viele Optionen und die Qual der Wahl. In der Form des Hertha-Spiels ist die Borussia wieder ein ganz heißer Kandidat für die Champions League. Allerdings muss Mönchengladbach die starken Auftritte vor heimischem Publikum auch auswärts einmal bestätigen. Dort hapert es noch, bei den letzten sieben Gastspielen sprangen lediglich zwei Remis heraus. Das muss sich ändern. Am kommenden Samstag hat die Borussia in Ingolstadt die Chance zur Korrektur der Auswärtsmisere (zur Vorschau).

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski

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