Bundesliga

20.04.2017 - 16:06 Uhr


Freiburgs Alexander Schwolow: "Wir wollen unseren Platz verteidigen"

Köln - Fünf Spieltage vor Saisonende rangiert der Sport-Club Freiburg im oberen Tabellendrittel. Aktuell hätten sich die Breisgauer als Sechster für das internationale Geschäft in der kommenden Spielzeit qualifiziert. Am Sonntag gastiert mit Bayer Leverkusen nun ein Gegner in Freiburg, der selbst noch auf die Europa League hofft. Vor dem Spiel gegen die Werkself spricht Freiburg Keeper Alexander Schwolow im Interview mit bundesliga.de über den Höhenflug des Aufsteigers und dessen kurioses Torverhältnis.

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bundesliga.de: Alexander Schwolow, der Aufsteiger SC Freiburg steht nach dem 29. Spieltag auf Platz sechs. Empfinden Sie gerade ein beinahe schon irreales Gefühl beim Blick auf die Tabelle?

Alexander Schwolow: Als irreal würde ich es nicht bezeichnen. Es ist natürlich eine Überraschung, weil wir auch selbst nicht damit gerechnet haben. Auf der anderen Seite spielen wir bis jetzt eine gute und überdurchschnittliche Saison. Wir sind vor allem - abgesehen von drei, vier Ausreißern - auch sehr stabil aufgetreten. Wir würden gerne auf dem Platz bleiben und die Leistung gerne in den letzten fünf Partien bestätigen.

Video-Rückblick: Schwolow rettet Remis in Leverkusen

bundesliga.de: Müssen Sie auch ein bisschen schmunzeln, wenn Sie sich das Torverhältnis von 36:51 anschauen?

Schwolow: Es ist schon kurios und lässt sich damit erklären, dass wir in einigen Spielen relativ viele Gegentore bekommen haben und viele Spiele knapp mit einem Tor Unterschied gewonnen haben. Ich weiß jetzt gerade gar nicht, ob auch Partien mit mehr Toren Abstand dabei waren.

bundesliga.de: Ja, der SC Freiburg hat zehnmal mit einem Tor Vorsprung gewonnen und zweimal höher. Auf der anderen Seite gab es aber auch sieben Niederlagen mit mindestens drei Toren Differenz. Das ist der negative Topwert der Liga.

Schwolow: Anders sind der Tabellenplatz und das Torverhältnis auch nicht zu erklären. Es ist ärgerlich und wir arbeiten auch daran, stabiler zu sein und nicht nach zwei, drei Gegentoren noch mehr zu fangen. Aber davon lassen wir uns auch nicht runterziehen. Wir haben 41 Punkte und das ist entscheidend.

bundesliga.de: Wie ist das denn erklärbar? Der Laie würde vermuten, dass bei der Mannschaft nach einem Rückstand die Dämme brechen.

Schwolow: Zerfallen sind wir in der Saison eigentlich nie, ein paar individuelle Fehler waren sicher auch dabei. Wir haben uns immer gewehrt und auch bei einem 0:3-Rückstand nie aufgehört und immer weiter gekämpft. Das zeichnet uns auch aus, das lebt uns das Trainerteam auch vor. Es mag an den Qualitäten der anderen Mannschaften liegen, wenn ich daran denke, dass wir gegen RB Leipzig zweimal vier Gegentore bekommen haben. Das ist auch schwer zu verteidigen.

bundesliga.de: Wir wollen auch keinen negativen Touch in das Interview bringen, dazu hat der Sport-Club viel zu gut gespielt und auch viele Topmannschaften geschlagen. Wie fühlen Sie sich selbst in Freiburg, nachdem Sie vor knapp zwei Jahren mal für eine Saison zu Arminia Bielefeld ausgeliehen waren? Wie gut hat Ihnen das Jahr in Ostwestfalen getan?

Schwolow: Das hat mir sehr gut getan. Ich wäre natürlich am liebsten sofort als Stammtorhüter in Freiburg in der Bundesliga gestartet. Im Nachhineien war es aber ein gutes Jahr in Bielefeld. Für mich ist es überragend gelaufen. Die Zeit möchte ich nicht missen, ich bin sehr dankbar dafür.

bundesliga.de: Zurück in Freiburg kam der Bundesliga-Aufstieg und diese tolle Saison. Was macht die Stärke der Mannschaft aus?

Schwolow: Zum einen funktionieren wir als Team sehr gut. Wir haben einen sehr ausgeglichenen, breiten Kader, in dem ein großer Konkurrenzkampf herrscht. Wir sind im Umschaltspiel durch unser schnelles Kombinieren gut. Und dann haben wir noch so Leute mit Qualität wie Nils Petersen, den wir immer bringen können.

bundesliga.de: Fünf Spiele sind in dieser Saison noch zu spielen. Mit welchen Zielen gehen Sie die Aufgaben an?

Schwolow: Wir wollen unseren Platz verteidigen, aber es werden noch fünf sehr schwere Spiele. Schalke 04 will noch nach oben, Bayer Leverkusen genauso. Der FC Ingolstadt kämpft noch gegen den Abstieg, für die geht es um alles. Bei Darmstadt 98 ist es immer "eklig". Und über das Spiel bei Bayern München brauchen wir nicht reden. Das ist kein einfaches Restprogramm. Wir wollen noch einige Punkte sammeln.

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bundesliga.de: Der nächste Gegner heißt am Sonntag Bayer Leverkusen, eine Mannschaft, die weit hinter den Erwartungen blieb. Im Hinspiel gab es ein 1:1. Was für Spiel erwarten Sie diesmal?

Schwolow: Leverkusen hat sicher das Potenzial für einen höheren Tabellenplatz. Das versuchen sie jede Woche zu zeigen. Es liegt an uns, ihnen Paroli zu bieten und sie nicht ins Spiel kommen zu lassen. Im Hinspiel haben wir es gut gemacht, jetzt spielen wir zuhause und haben die Fans im Rücken. Es gilt, stabil zu stehen, Fehler möglichst zu vermeiden und den Fußball zu spielen, den wir können. Wir wollen das Spiel gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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