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Bundesliga

04.03.2016 - 08:45 Uhr


Alessandro Schöpf: Bescheiden und zielstrebig

Winter Neuzugang Alessandro Schöpf startet bei Schalke gleich voll durch

Gelsenkirchen - Fünftes Bundesligaspiel für den FC Schalke 04, zweites Tor, dazu noch eine Vorlage – kein Wunder, dass Alessandro Schöpfs blaue Augen nach dem 3:2-Sieg über dem HSV besonders strahlten. Der Winter-Neuzugang ist aber keiner, der nach seiner starken Leistung gleich abheben würde. Der Österreicher ist ein bodenständiger Typ. "Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte", gab er so ganz bescheiden zu Protokoll.

Dabei hätte der 22-Jährige nach dieser Partie durchaus Grund gehabt, etwas forschere Töne anklingen zu lassen. Zum zweiten Mal hatte André Breitenreiter ihm das Vertrauen in der Startelf geschenkt, und Schöpf avancierte zum Mann des Spiels. Erst schlug er die Flanke zum Schalker Führungstreffer durch Klaas-Jan Huntelaar, dann sorgte er selbst mit seinem Tor für die Entscheidung. Zudem hatte er bei sechs Torschüssen seine Füße im Spiel und spulte ganz nebenbei über zwölf Kilometer ab.

Technisch versiert, flexibel, schnell und schusskräftig

Kein Wunder, dass es nach dem Spiel ein Sonderlob von Sportdirektor Horst Heldt für den U-21-Nationalspieler gab: "Schöpfi hat das richtig gut gemacht, er ist sehr talentiert." Und fügte mit einem zufriedenen Lächeln hinzu: "Wir haben schon gewusst, warum wir ihn verpflichtet haben." Zur Rückrunde hatte Heldt den Spieler aus der 2. Bundesliga vom 1. FC Nürnberg in den Ruhrpott nach Gelsenkirchen geholt. Sechs Tore und vier Vorlagen für den Club in der Hinrunde waren die Empfehlung, mit der sich Alessandro Schöpf in den Fokus der Schalker geschossen hatte.

Er gilt als technisch versiert, schnell und schusskräftig. Was ihn zusätzlich wertvoll macht, ist seine Flexibilität. Schöpf kann in der Offensive sowohl zentral als auch auf den Flügeln eingesetzt werden. Er selbst sieht seine Lieblingsposition zwar im Zentrum hinter den Spitzen, "weil ich mich gerne zwischen den Ketten bewege und dort meine Stärken am besten zur Geltung bringe". Er sagt aber mit Blick auf die Rolle auf den Außenbahnen auch: "Mir passt beides."

Perspektivgeschäft mit perfektem Einstand

Es ist auch diese Bescheidenheit und Demut, die auf Schalke gut ankommt. Alessandro Schöpf ist keiner, der große Töne spuckt oder mit extravagantem Auftreten für Aufsehen sorgt. So einer war er noch nie, der aus seiner Heimat Österreich über Innsbruck einst bei der Reserve des FC Bayern München gelandet ist, bevor ihm ab 2014 beim 1. FC Nürnberg der Schritt in den Profifußball gelang. "Dort habe ich sehr viel gespielt, das war wichtig für meine Entwicklung", hat er rückwirkend festgestellt.

Nicht zuletzt aufgrund seines jungen Alters – Schöpf feierte am 7. Februar seinen 22. Geburtstag – galt sein Transfer zum FC Schalke 04 vor allem als Perspektivgeschäft. Bis 2019 haben ihn die "Knappen" gebunden; er sollte langsam an die Bundesliga herangeführt werden. Doch gleich zum Auftakt setzte der junge Mann ein Ausrufezeichen und machte auf sich aufmerksam: Ohne zuvor mit der Mannschaft trainiert zu haben, legte er in der Vorbereitung bei seinem ersten Einsatz in einem Testspiel in Florida gleich einen Treffer vor – Einstand geglückt.

"Ich möchte so viel wie möglich spielen"

Zielstrebig und bescheiden hat sich der Tiroler seither von seiner besten Seite präsentiert und schon früh zu einer echten Alternative im prominent besetzten Schalker Kader gemausert. "Ich möchte so viel wie möglich spielen und der Mannschaft helfen, dass sie Erfolg hat", hat er sich selbst zum Ziel gesetzt. Gelingen ihm öfter solche Auftritte wie gegen den Hamburger SV, dürfte dem nicht viel entgegenstehen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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