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Bundesliga

11.01.2016 - 16:39 Uhr


Lars Stindl: "Die Gier war natürlich groSS"

Köln - Lars Stindl erlebte mit Borussia Mönchengladbach einen Saisonstart zum Vergessen. Nach dem Trainerwechsel von Lucien Favre zu André Schubert legten die Fohlen eine beeindruckende Serie hin. Im Interview mit bundesliga.de spricht der Offensivspieler über die Gründe für den Lauf, seine persönliche Entwicklung und die Ziele für die Rückrunde.

Frage: Herr Stindl, blicken wir zurück auf 2015. Wie haben Sie die Hinrunde erlebt als Neuzugang?

Lars Stindl: Sehr turbulent natürlich. Wir hatten ein sehr gutes Auftaktspiel im Pokal auf St. Pauli und dann in der Liga zum Start einige Probleme. Nach den ersten fünf Spielen ohne Sieg gab es dann den Trainerwechsel und nur knapp 48 Stunden später gegen Augsburg direkt das nächste Spiel. Da ist dann der Knoten zum Glück geplatzt und wir konnten eine Aufholjagd starten. Auch im Pokal und in der Champions League hatten wir ordentliche Auftritte, sind aber etwas unglücklich ausgeschieden. Ich denke, alles in allem war es eine ordentliche Hinrunde.

Frage: Sie haben die Aufholjagd angesprochen. Können Sie das Geheimnis dieser Serie in der Bundesliga erklären?

Stindl: Wir haben zu Beginn der Saison nicht die Leistung gezeigt, die wir uns vorgestellt haben und sind dann in einen Negativstrudel gekommen. Nach dem Trainerwechsel hatten wir nicht wirklich viel Zeit, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten. Dann liegen wir gegen Augsburg nach 20 Minuten mit 4:0 in Führung. Das war wie eine Erlösung für uns und wir haben uns danach in einen Rausch gespielt.

Frage: Es geht im Fußball auch immer um Konstanz. Wie schafft man es, so ein Momentum aufrecht zu erhalten?

Stindl: Durch diesen Negativlauf zu Beginn wussten wir, wie es ist, ganz unten zu stehen. Da war die Gier natürlich groß, diese Serie nicht abreißen zu lassen und das Punktekonto auszubauen.

Frage: Welchen Anteil hat Coach Andre Schubert an dem Aufschwung?

Stindl: Er hat großen Anteil daran – so wie alle in der Mannschaft. Wir haben die schwierige Phase gemeinsam überstanden. Mit dem Manager, dem Trainerteam und der Mannschaft sind wir zusammen da durchgegangen. Wir haben uns oft hingesetzt und die Situation besprochen. Der Coach hat die richtigen Dinge vorgegeben. Locker zu sein, aber auch die nötige Ernsthaftigkeit für die Situation zu haben. Das hat uns natürlich sehr gut getan.

Frage: Was hat sich das Team denn vorgenommen für die Rückrunde?

Stindl: Wir sind natürlich ein bisschen wehmütig, dass wir nicht mehr in der Europa League oder dem Pokal dabei sind. Aber jetzt liegt der Fokus auf der Bundesliga. Mit dem 4. Tabellenplatz haben wir eine ordentliche Ausgangslage und wir können uns voll und ganz auf das wichtige erste Spiel gegen Borussia Dortmund konzentrieren. Insgesamt wollen wir natürlich so viele Punkte sammeln, wie möglich.

Frage: Ist die Borussia denn reif für die Champions League? Also reifer als zuletzt?

Stindl: Das wird sich zeigen. Wir haben ordentliche Spiele gemacht und viele Erfahrungen gesammelt. Aber wir müssen auch festhalten, dass wir am Ende ausgeschieden sind. Wir haben in der ein oder anderen Situation Lehrgeld bezahlt. Wer aber schon mal dabei war in der Champions League, der will da auch wieder hin. Es waren wunderschöne Erlebnisse für alle Spieler.

Frage: Als Außenstehender hat man das Gefühl, es entsteht etwas in Gladbach. Wo kann die Reise noch hingehen?

Stindl: In den letzten Jahren ist hier schon eine Menge entstanden und zusammengewachsen. Nicht nur von außen, sondern auch von der Mannschaft, wurde super Arbeit geleistet. Es sind Strukturen entstanden und Spieler empor gekommen. Das ist ein Prozess, der immer noch andauert und hoffentlich keine Grenzen hat.

Frage: Was haben Sie persönlich noch vor mit der Borussia?

Stindl: Grundsätzlich möchte ich mit der Mannschaft die gezeigten Leistungen aus der Hinrunde auch in der Rückrunde bestätigen. Vielleicht können wir noch etwas draufpacken. Ich möchte den Prozess, den der Verein durchlebt, begleiten. Dann schauen wir mal, was in der Zukunft dabei rauskommt.

Frage: Sie gehen die Karriereleiter stetig nach oben. Ihr Manager Max Eberl hat Sie auch schon für die Nationalmannschaft vorgeschlagen. Können Sie sich das vorstellen?

Stindl: Das wird von außen immer ein bisschen an mich herangetragen. Aber klar, jeder Spieler träumt davon, für sein Land zu spielen. So geht es mir natürlich auch. Ich kann es aber realistisch einschätzen, dass wir im DFB-Team auf den offensiven Positionen wahnsinnig gut besetzt sind. Wir sind nicht umsonst Weltmeister. Wir haben nicht nur eine hohe Qualität, sondern auch viele gute Spieler.

Frage: Wie hat sich Ihr Spiel seit dem Wechsel von Hannover zur Borussia verändert?

Stindl: Wir haben in den Spielen oft mehr Ballbesitz und sind spielbestimmend. Da versuche ich natürlich, meine Qualitäten einzubringen. Im Verbund mit Raffael will ich das Spiel gestalten. Das klappt schon sehr gut – auch, weil die Sechser von hinten immer wieder anschieben. Wir sind sehr variabel, dass zeigen die vielen verschiedenen Torschützen.

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