Bundesliga

11.02.2016 - 16:35 Uhr


Nagelsmann: Trainer dank Tuchel, Vorbild Guardiola

Auf dem Weg nach ganz oben: Julian Nagelsmann ist mit 28 Jahren als Trainer in der Bundesliga angekommen, wo er die TSG Hoffenheim vor dem Abstieg bewahren will

Köln - "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt." An diese Redensart wird sich wohl auch Julian Nagelsmann erinnert haben, als ihn die Nachricht erreichte, dass er seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer beim DFB vorerst unterbrechen und stattdessen die TSG 1899 Hoffenheim vor dem Abstieg retten soll (zur Meldung).

Nachdem Huub Stevens am Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen seinen sofortigen Rücktritt erklärt hat, steht Nagelsmann, der ursprünglich zur kommenden Saison Cheftrainer werden sollte, früher als geplant im Rampenlicht. bundesliga.de stellt den jüngsten Cheftrainer der Bundesliga-Geschichte vor und nennt fünf Dinge, die Sie über ihn wissen sollten.

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1) Karriereende mit 20 Jahren

Julian Nagelsmanns Laufbahn als aktiver Fußballer endete früh. Nach seiner Ausbildung in den Nachwuchsabteilungen des FC Augsburg und des TSV 1860 München kam er zur Saison 2006/07 in die Reserve der "Löwen", für die er aufgrund von Verletzungen jedoch kein Pflichtspiel absolvierte. Auch nach seiner anschließenden Rückkehr zur zweiten Mannschaft des FC Augsburg blieb ihm das Verletzungspech treu. In Folge einer Knie-Operation diagnostizierten die Ärzte bei Nagelsmann einen Knorpelschaden, weshalb er sich im Alter von 20 Jahren für das Karriereende als Fußballer entschied.

2) Motivator Thomas Tuchel

Frustriert über das frühe Karriereende, wollte Nagelsmann zunächst Abstand vom Fußball gewinnen. Allerdings hatte er noch einen gültigen Vertrag beim FC Augsburg, was seinen damaligen Trainer Thomas Tuchel dazu veranlasste, ihn im Trainerstab für die Gegner-Beobachtung einzuspannen. Ein entscheidender Einschnitt in Nagelsmanns Leben, der fortan Energie und Ehrgeiz in die Ausbildung als Trainer investierte. "In dem Jahr unter ihm habe ich enorm viel gelernt. Tuchel hat viel zu meiner Berufswahl beigetragen", sagte Nagelsmann in einem Interview mit 11freunde.de über den heutigen Trainer von Borussia Dortmund.

3) Erfolgreicher Frühstarter

Zur Saison 2010/11 wechselte Nagelsmann, der zuvor als Co-Trainer der U17 des TSV 1860 München gearbeitet hatte, zur TSG Hoffenheim. Dort arbeitete er zunächst in verschiedenen Funktionen im Jugendbereich und später für einige Zeit als Co-Trainer der Profis. Ab der Saison 2013/14 trainierte er schließlich die U19 des Clubs und wurde mit seinem Team auf Anhieb Deutscher U19-Meister - und das mit 26 Jahren als jüngster U19-Meistertrainer der Geschichte. Nach seiner Beförderung zum Coach der Profis ist er nun mit 28 Jahren auch der jüngste Bundesliga-Cheftrainer der Geschichte (Hinweis: Bernd Stöber, der mit 24 Jahren als Trainer des 1. FC Saarbrücken an der Seitenlinie stand, absolvierte als Interimstrainer nur eine Partie)

4) Vorbild Pep Guardiola

Wer hoch hinaus will, muss sich an den Großen des Geschäfts orientieren. Insofern ist es nur folgerichtig, dass Nagelsmann keinen Geringeren als Pep Guardiola als Vorbild nennt. "Sein Auftreten, seine Kleidung, wie er gegnerische Trainer oder den Schiedsrichter begrüßt - das ist sehr stilvoll", erklärte er im Gespräch mit spox.com. "Guardiola will jede Sekunde seine Mannschaft besser machen, er brüllt selbst bei einem 6:0 noch herum." Nagelsmann gilt zudem als äußerst akribisch, weshalb ihn Tim Wiese in Anspielung auf Jose Mourinho einst augenzwinkernd als "Baby-Mourinho" bezeichnete.

5) Musterschüler und Vaterglück

Noch während seiner Zeit als aktiver Fußballer studierte Nagelsmann nebenbei Betriebswirtschaftslehre (BWL). "Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass das nicht unbedingt meine Welt ist", sagte er gegenüber spox.com. In der Trainer-Ausbildung erwies sich Nagelsmann bis dato jedoch als Musterschüler. Während er 2013 als Co-Trainer unter Frank Kramer, Marco Kurz und schließlich Markus Gisdol mitten im Abstiegskampf mit den Profis steckte, erwarb er seine A-Lizenz mit der Note 1,0. Und auch privat hat der Hoffnungsträger der TSG Hoffenheim bereits einen echten Erfolg vorzuweisen: Sohn Maximilian (ein Jahr alt) sorgt für Zerstreuung abseits des Fußballs.

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