Bundesliga

13.02.2017 - 13:55 Uhr


Vier Gründe für den Schalker Aufwärtstrend

Überragend gegen Hertha: Schalkes Leon Goretzka

Gelsenkirchen - Wenn der FC Schalke 04 in diesen Tagen nach Saloniki aufbricht, wo am Donnerstag (16.2.) das Europa-League-Spiel bei PAOK stattfindet, dann ist an Bord des Fliegers auch jede Menge Mut und Selbstvertrauen. Der verdiente 2:0-Sieg über Hertha BSC hat den Schalkern einen Schub gegeben und soll zugleich Maßstab sein für die nächsten Aufgaben.

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Nach dem Unentschieden bei den Bayern und dem Pokalerfolg in Sandhausen hat es der Erfolg über die Berliner bestätigt: Die Richtung stimmt wieder bei den Königsblauen. Das ist kein Produkt des Zufalls, sondern das Ergebnis von vielen Gesprächen und richtigen Weichenstellungen. Der vermeintliche Tiefpunkt gegen Frankfurt war dabei zugleich auch der Wendepunkt. bundesliga.de nennt passend zum Club 04 Gründe, warum es auf Schalke wieder besser läuft.

1) Mut und Lust

Im Rückblick bezeichnet Trainer Markus Weinzierl die bittere 0:1-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt Ende Januar als heilsame Niederlage: "Wir haben intensiv mit der Mannschaft gearbeitet, vor allem nach dieser Niederlage. So werden wir nicht erfolgreich sein, das war nach diesem Spiel jedem klar." Ein mutloses und zu passives Auftreten hatte jeden spielerischen Ansatz nahezu ausgebremst. Lange Bälle statt gepflegter Pässe – kein Erfolgsrezept und für die Anhänger nicht schön anzuschauen.

Gegen Berlin hat die Mannschaft sich und dem Umfeld gezeigt, dass sie es auch anders kann, indem sie schnell und zunehmend sicherer den Ball laufen ließ und sich druckvoll, mutig und mit einer gewissen Lust am Fußball zu guten Chancen durchkombinierte. Eine Tatsache, die Leon Goretzka fast mehr freute als die die Punkte: "Mir persönlich ist die Erkenntnis viel wichtiger, dass wir Fußball spielen und auch eine defensiv so stark stehende Mannschaft wie Hertha mit Kombinationsfußball auseinanderspielen können."

2) Teamgeist und Geschlossenheit

Der Sieg gegen Hertha war das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung. "Wir sind als Mannschaft sehr kompakt aufgetreten und waren aggressiv in den Zweikämpfen. Wenn ein Spieler einen Fehler gemacht hat, war ein anderer gleich zur Stelle", analysierte Abwehrchef Naldo treffend.

Schalke ist in dieser Form wieder eine funktionierende Einheit. Das Zusammenspiel der einzelnen Mannschaftsteile passt ebenso wie Raumaufteilung und Positionsspiel. Das Ergebnis sieht nach Fußball aus und das honorieren auch die Fans. Gab es nach der Frankfurt-Pleite noch Pfiffe, feierte die Nordkurve die Spieler dieses Mal schon ab Mitte der zweiten Halbzeit – auch eine wiederentdeckte Form der Geschlossenheit auf Schalke.

3) Neue Spieler

Die Verpflichtung von Daniel Caligiuri und Guido Burgstaller in der Winterpause wurde durchaus skeptisch begleitet. Spätestens nach dem Hertha-Spiel kann man Manager Christian Heidel zu dieser Idee wohl gratulieren. Nach dem 1:1 in München und dem 4:1-Sieg in Sandhausen bildeten die Neuzugänge gegen Berlin zum dritten Mal in Folge ein lebendiges Schalker Offensivduo – Burgstaller als Spitze, Caligiuri leicht versetzt dahinter als Verbindungsmann zum Mittelfeld. "Beide Spieler harmonieren, die Abstimmung wird immer besser. Beide arbeiten gut gegen den Ball und laufen den Gegner immer wieder frühzeitig an", lobt Markus Weinzierl.

Zwei Tore aus vier Partien stehen für den Österreicher zu Buche, Caligiuri hat sich im Pokal in die Torschützenliste eingetragen und überzeugt mit guten Vorlagen. Defensiv fügt sich mit Holger Badstuber wie erhofft auch der dritte Wintertransfer gut in die Schalker Dreierkette ein. Dazu scheint nach einem halben Jahr Anlauf Benjamin Stambouli endlich durchzustarten, der gegen Berlin zum dritten Mal in Folge als zweikampfstarker Abräumer auf der Sechser-Position überzeugen konnte."Für ihn war es nicht einfach zu Beginn der Saison. Aber jetzt zeigt er, was er für Qualitäten hat", urteilt auch Naldo.

4) Neuer Rasen

Zuletzt mussten die Schalker in der heimischen Arena auf holprigem Geläuf antreten, das einem gepflegten Passspiel alles andere als geneigt gegenüber steht. Als alleiniger Grund für die spielerisch armen Auftritte etwa gegen Ingolstadt und Frankfurt darf das nicht herhalten. Doch wie gut der neu verlegte Rasen Kombinationsfußball und flachen Pässen tut, hat die Partie gegen Berlin unter Beweis gestellt. Die Mannschaft um Leon Goretzka fühlt sich damit in ihrer Kritik am Untergrund bestätigt: "Jeder, der selbst schon einmal Fußball gespielt hat, weiß, was das für einen Unterschied macht. Der Rasen ist eine wichtige Komponente, die mit hineinspielt."

Auf den letzten Punkt können die Schalke bei ihrem Auftritt bei PAOK Saloniki am Donnerstag zwar nicht bauen. Nimmt man aber den spielerischen Ansatz mit und geht auch die Aufgabe in der Europa League mit Mut und Selbstbewusstsein an, wären das schon mal gute Voraussetzungen. "Wir wollen auch dort gut spielen und uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel holen", hat Heidel die Richtung vorgegeben.

Dietmar Nolte

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