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13.08.2014 - 22:08 Uhr


Robert Lewandowski - Zurück zum Ex

Beim Pflichtspieldebüt für Bayern musste Robert Lewandowski ausgerechnet in Dortmund ran

In Sokratis fand er beim Supercup seinen Meister. Lewandowski kam nur auf 32 Ballkontakte

In der Vorbereitung hatte der Pole hingegen glänzen können. Beim Telekom Cup gegen Mönchengladbach gelang ihm ein Traumtor

Köln - Kaum hatte man sich an Robert Lewandowski im roten Trikot gewöhnt, da ging es auch schon wieder zurück zur alten Wirkungsstätte. Doch die Rückkehr zum Ex-Arbeitgeber beim Supercup 2014 hatte sich der Pole sicher anders vorgestellt.

Einige wenige Pfiffe gab es im Signal Iduna Park dann doch zu hören, aber im Grunde wurde Robert Lewandowski in Dortmund ganz friedlich empfangen - und das im Trikot des FC Bayern München. Lewandowski und Borussia Dortmund hatten sich im Guten getrennt. Mit vielen Toren hatte der Angreifer zur Erfolgsgeschichte des BVB in den letzten Jahren beigetragen (74 Tore in 131 Bundesligapartien). Und obwohl der Wechsel zum Rekordmeister lange feststand, verabschiedete er sich als Torschützenkönig. Die Fans haben ihm das nicht vergessen.

Dass ihn das erste Pflichtspiel für seinen neuen Verein nun ausgerechnet wieder direkt in den ausverkauften Dortmunder Hexenkessel führte, das hätte er sich bestimmt auch anders ausgemalt. "Ich möchte viele Titel gewinnen, möglichst alle", gab er vor dem Spiel noch zu Protokoll. Beim Supercup gab es für seine Bayern aber nicht den Hauch einer Chance. Den ersten Titel der neuen Saison sicherte sich der BVB.

Fünf Testspiele – fünf Tore

Viel war bereits spekuliert worden über einen möglichen Fehlstart der Bayern in die neue Saison. Die zahlreichen Weltmeister und WM-Fahrer stießen erst spät zum Kader. Pep Guardiola nutzte die Abwesenheit seiner Stars, um 17-jährige Talente wie Gianluca Gaudino und Lucas Scholl an die Mannschaft heranzuführen. Die einzige Konstante in der Vorbereitung: Robert Lewandowski. Fünf Testspiele brauchte er für seine ersten fünf Tore im Bayern-Dress, teilweise kongenial, wie der Lupfer beim Telekom-Cup gegen Borussia Mönchengladbach. Mit vielen von der WM geplagten Spielern, darin war man sich in München einig, konnte man wenigstens noch auf die Torgefahr des Polen zählen.

"Schwer zu sagen, was da schieflief", erklärte sich Lewandowski nach dem Supercup-Finale. "Das war alles viel zu kleinlich." Der FC Bayern präsentierte sich so harmlos, dass einem der Stürmer bald leid tun konnte. Gerade Mal vier Torschüsse brachten die Münchner binnen 90 Minuten auf das Dortmunder Gehäuse. Eine solche Angriffsschwäche hatte es zuletzt vor über zehn Jahren gegeben.

Keine Chance gegen Sokratis

Der Königstransfer der Bayern zeigte sich bemüht. Weil über das gewohnte Kurzpassspiel nur wenig lief, versuchten sich die Bayern bald in langen Bällen – auf Lewandowski. Das funktioniert aber nur bedingt, weil dieser entweder ins Abseits lief oder in Sokratis seinen Meister fand. Der griechische Innenverteidiger zeigte vermutlich eines der stärksten Spiel seiner Karriere und gewann beinahe jeden Zweikampf. Lewandowski kam am Ende gerade einmal auf 32 Ballkontakte. Und doch hätte er beinahe noch getroffen, als er nach der Halbzeitpause frei auf den Dortmunder Kasten zulief, mit seinem Heber an BVB-Torwart Mitchell Langerak scheiterte. Seine einzige gefährliche Aktion, die aber immerhin den zwischenzeitlichen Ausgleich bedeutet hätte.

Die Show stahlen ihm derweil seine Ex-Kollegen auf der anderen Seite. Pierre-Emerick Aubameyang rannte die Bayern-Verteidigung im Alleingang nieder und grüßte nach seinem Tor zum 2:0 gleich mit Spiderman-Maske. Die erklärten Lewandowski-Nachfolger Ciro Immobile und Adrian Ramos scheinen nach den Eindrücken dieses Spiels bereits etwas besser ins Spiel der Dortmunder integriert als Lewandowski es bislang bei den Bayern ist.

Dass der Wechsel zu einem neuen Verein aber auch eine gewisse Eingewöhnungsphase mit sich bringt, ist für Lewandowski nichts Neues: Als er im Sommer 2010 nach Dortmund wechselte, dauerte es ganze 15 Spieltage, bis er erstmals über volle 90 Minuten durchspielen durfte. Das Ende der Geschichte ist hinlänglich bekannt.

 

Karol Herrmann

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