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Bundesliga

07.08.2014 - 07:05 Uhr


Supercup 1993: Reck der gefeierte Held

Die Bundesliga-Spielzeit 1992/93 endete mit einem bemerkenswert kuriosen Finish: 32 Spieltage lang führte Bayern München vom Saisonstart weg die Tabelle an, dann kostete ein 3:1-Sieg (!) gegen den VfL Bochum die Tabellenspitze, weil Werder Bremen dank eines 5:0-Heimerfolges gegen den Hamburger SV die Bayern im Torverhältnis um einen Treffer überflügelte.

Am letzten Spieltag sicherten sich die Norddeutschen dann ausgerechnet in Stuttgart, wo sie sieben Jahre zuvor in ähnlicher Konstellation den Titel verspielten, das Championat. Otto Rehhagel hatte Werder Bremen nach 1988 erneut zum Titel geführt.

"Stepi" bricht die Zelte ab

Im Supercup traf Werder in Leverkusen auf den Pokalsieger Bayer 04 Leverkusen. Die Rheinländer hatten durch einen 3:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt das Pokalendspiel erreicht. Frankfurts Trainer Dragoslav Stepanovic, der bereits einen Vertrag zur kommenden Saison in Leverkusen in der Tasche hatte, trat daraufhin zurück.

Fünf Spieltage vor Ende der Saison wurde er dann überraschend als Nachfolger von Reinhard Saftig vorzeitig in Leverkusen als Trainer installiert. Er wurde noch Fünfter mit der "Werkself" und gewann den Pokal durch ein mühsames 1:0 gegen die Amateure von Hertha BSC.

Beinahe hätte Stepanovic auch noch den Supercup in den Himmel recken können. Bis kurz vor Schluss führte Bayer nach einem Treffer von Andreas Fischer, dann glich Bremens Bernd Hobsch doch noch aus. In der Verlängerung trafen Wynton Rufer und Ulf Kirsten zum Endstand von 2:2.

Happe scheitert als Einziger

Erstmals in der Geschichte des Supercups fiel die Entscheidung dann im Elfmeterschießen. Und auch dabei gab es eine Extraschicht. Erst nachdem 13 Schützen ihre Elfer verwandelt hatten, scheiterte Bayer-Verteidiger Markus Happe schließlich an Bremens Keeper Oliver Reck.

Werder Bremen hatte zum zweiten Mal nach 1988 den Supercup gewonnen und wie damals den gastgebenden Pokalsieger geschlagen. Überhaupt blieb bereits zum dritten Mal dem Gastgeber das Nachsehen. Eintracht Frankfurt konnte 1988 den Heimvorteil ebenso wenig nutzen wie Hannover 96 im Jahr 1992 und nun Leverkusen 1993.

In der folgenden Saison überflügelte Leverkusen in der Bundesliga als Dritter die Bremer deutlich. Werder wurde nur Achter, konnte aber am Ende als Pokalsieger im vierten Jahr nacheinander auf dem Bremer Rathausbalkon mit den Fans einen Titelgewinn feiern.

Tobias Gonscherowski

SV Werder Bremen - Bayer 04 Leverkusen 2:2 n.V. (1:1, 0:0), 7:6 i.E.

Bremen: Reck - Neubarth, Beiersdorfer, (46. Basler), Borowka - Eilts, Bode (106. Wiedener), Votava, Wolter, Herzog - Hobsch, Rufer. Trainer: Rehhagel

Leverkusen: Vollborn - Foda, Wörns, Melzig (77. Becker), Fischer - Lupescu, Schuster, Hapal, Sergio - Thom (46. Happe), Kirsten. Trainer: Stepanovic

Tore: 0:1 Fischer (61.), 1:1 Hobsch (90.), 2:1 Rufer (92., Foulelfmeter), 2:2 Kirsten (97.).

Elfmeterschießen: 1:0 Herzog, 1:1 Hapal, 2:1 Votava, 2:2 Kirsten, 3:2 Rufer, 3:3 Lupescu, 4:3 Basler, 4:4 Foda, 5:4 Borowka, 5:5 Schuster, 6:5 Wiedener, 6:6 Becker, 7:6 Wolter, Reck hält gegen Happe

Zuschauer: 14.000 in Leverkusen

Schiedsrichter: Amerell (München)

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