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07.08.2014 - 07:02 Uhr


Supercup 1987: Premiere mit Faustschlag

Zehn Jahre nach der inoffiziellen Premiere im Jahr 1977 verlieh der DFB dem Supercup offiziellen Status. Zuvor hatten die Vereine den Wettbewerb Meister gegen Pokalsieger 1977 (mit dem Finale Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV) und 1983 (HSV gegen Bayern) noch in Eigenregie durchgeführt. Nun gab es im Frankfurter Waldstadion auf neutralem Boden das große Spiel.

Wieder trafen mit Meister Bayern München und Cupgewinner Hamburger SV die beiden herausragenden Teams der achtziger Jahre aufeinander. Und beide Clubs standen vor einem Umbruch. In München hatte sich Meistertrainer Udo Lattek mit dem dritten Titel in Folge nach Köln verabschiedet, wo er künftig als Sportdirektor im blauen Pullover auf der Tribüne sitzen und den dynamischen Jungtrainer Christoph Daum unterstützen wollte.

Frisches Blut auf den Bänken

Auch beim HSV war eine Ära zu Ende gegangen. Nach sechs überaus erfolgreichen Jahren zog es Trainerlegende Ernst Happel zum FC Tirol zurück in seine österreichische Heimat. Zum Abschied gewann Happel nach zwei Meisterschaften und dem Europapokal der Landesmeister auch noch den DFB-Pokal mit einem glanzlosen 3:1 gegen den Zweitligisten Stuttgarter Kickers.

So nahmen also auf beiden Trainerbänken Coaches Platz, die ein schweres Erbe übernommen hatten. Bei den Bayern Jupp Heynckes, beim HSV der hierzulande weitgehend unbekannte Jugoslawe Josip Skoblar. Das Medieninteresse war groß, das der Zuschauer eher weniger. Lediglich 22.000 Besucher pilgerten ins Waldstadion.

Steins brutale Entgleisung

Das Spiel selbst blieb vor allem wegen einer Szene kurz vor Schluss in Erinnerung. In der 87. Minute leistete sich der Hamburger Keeper Uli Stein eine schwere Entgleisung. Der Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann hatte gerade zum 2:1 getroffen. Doch ehe er jubeln konnte, wurde er schon von Stein mit einem Faustschlag mitten ins Gesicht niedergestreckt.

Stein konnte sich seine Boxeinlage auch Jahre später nicht erklären und sprach von einem "Blackout". Er wurde für zehn Wochen gesperrt, vom Verein suspendiert und wechselte nach Frankfurt. Die Bayern gewannen das Spiel mit 2:1, verpassten aber in der Saison als Vizenmeister die Titelverteidigung. Skoblar wurde beim HSV nach dem 15. Spieltag entlassen. Am Ende belegten die Norddeutschen nur Platz 6.

Tobias Gonscherowski

FC Bayern München - Hamburger SV 2:1 (0:1)

FC Bayern: Aumann - Nachtweih - Winklhofer, Eder, Pflügler - Brehme (46. Flick), Matthäus , Dorfner, Rummenigge - Wegmann, Wohlfarth. Trainer: Heynckes

HSV: Stein - Jakobs, Beiersdorfer, Kober (87. Golz), Kaltz - Jusufi, von Heesen, Kroth, Hinz (90. Schmöller) - Kastl, Okonski. Trainer: Skoblar

Gelbe Karte: Jusufi, von Heesen, Kroth, Hinz

Rote Karte: Stein (87.)

Tore: 0:1 Okonski (39.), 1:1 Wegmann (60.), 2:1 Wegmann (87.)

Zuschauer: 22.000 in Frankfurt

Schiedsrichter: Dieter Pauli (Rheydt)

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