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07.07.2014 - 10:07 Uhr


"Frankfurt ist die richtige Entscheidung für mich"

Thomas Schaaf an seiner neuen Arbeitsstätte. Zum Bundesliga-Start empfängt er mit Eintracht Frankfurt den SC Freiburg

Ein Trio für langfristigen Erfolg: Vorstandvorsitzender Heribert Bruchhagen, Cheftrainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Bruno Hübner (v.l.n.r.)

Schaafs alte Weggefährten Wolfgang Rolff (l.) und Matthias Hönerbach (r.) sind dem Meistertrainer von 2004 an den Main gefolgt

Frankfurt - Als Eintracht Frankfurt im Mai die Verpflichtung von Thomas Schaaf verkündete, war das auch für den einen oder anderen Experten eine faustdicke Überraschung. Bei etwas genauerem Hinsehen aber wird deutlich: Der uneitle Schaaf und die seriös aufgestellte Eintracht - das könnte passen. Im ersten Teil des Interviews mit bundesliga.de spricht der ehemalige Trainer von Werder Bremen über seine einjährige Auszeit, nennt die Beweggründe, wieder in die Bundesliga zurückzukehren und erklärt, warum er sich für die Eintracht entschieden hat.

bundesliga.de: Herr Schaaf, vor der Bekanntgabe Ihrer Verpflichtung durch Eintracht Frankfurt im Mai war ein Jahr lang kaum etwas von Ihnen oder über Sie zu lesen...

Thomas Schaaf: Es stimmt, dass ich mich nach der Trennung von Werder Bremen ganz bewusst komplett aus den Medien zurückgezogen habe. Mir war sehr wichtig, dass ich nicht überall auftrete und mich erkläre. Das wird in solchen Fällen ohnehin von anderer Seite getan, aber das ist auch okay so.

bundesliga.de: Wie haben Sie Ihr Sabbatjahr verbracht?

Schaaf: Ich habe komplett abgeschaltet und mich anfangs überhaupt nicht um Fußball gekümmert. Die Situation war relativ günstig, da die Trennung gegen Ende der Saison erfolgte, und die Urlaubszeit schon bald begonnen hat. Es gab also zunächst überhaupt keinen Fußball, mit dem ich mich hätte beschäftigen können. Vielmehr habe ich mich in dieser Zeit anderen Dingen gewidmet. Dingen, die sonst vielleicht zu kurz kommen. Und ich habe sehr schnell gespürt, dass es für mich genau richtig ist, wie ich die Sache angegangen bin.

bundesliga.de: Konnten Sie auch auf Fußball verzichten, als dann die neue Saison begann?

Schaaf: Natürlich hat man an Champions League-Abenden auch schon mal gemeinsam Fußball geschaut, wenn man mit Freunden zusammen gesessen hat. Trotzdem war ich zu diesem Zeitpunkt nie auf Fußball fixiert. Fußball war für mich kein Pflichtprogramm wie in der Zeit, in der man im Job ist.

bundesliga.de: Haben Sie in dieser Zeit einen etwas anderen Blick auf die Branche gewonnen?

Schaaf: Ich weiß nicht, ob man gleich von einem "anderen Blick" sprechen sollte. Aber als ich im Frühjahr hin und wieder für die UEFA Spiele beobachtet habe, konnte ich feststellen, dass man doch eher schon einmal nach links oder rechts schaut, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist. Vor allem kann man die Dinge besser reflektieren. Steckt man selbst mitten drin im Tagesgeschäft, bleibt für diesen Luxus keine Zeit.

bundesliga.de: Gab es irgendwann den Punkt, dass Ihnen die tägliche Arbeit auf dem Trainingsplatz doch gefehlt hat?

Schaaf: Würde man still in seinem Kämmerlein sitzen und darauf warten, dass irgendetwas passiert, könnte das natürlich irgendwann der Fall sein (lacht). Aber so war es nicht. Ich hatte immer zu tun, habe mich mit vielen anderen Dingen beschäftigt. Trotzdem habe ich irgendwann gespürt, dass der Appetit, selbst wieder gestalten zu können, allmählich zurückkommt.

bundesliga.de: Eintracht Frankfurt ist ein Traditionsklub mit großem Potenzial, aber das trifft auf andere Klubs auch zu; was hat den Ausschlag für die Eintracht gegeben?

Schaaf: Es hat einfach alles gepasst. Die Gespräche mit den handelnden Personen, mit Heribert Bruchhagen und Bruno Hübner, haben mich überzeugt, dass Frankfurt für mich die richtige Entscheidung ist.

bundesliga.de: Wie wichtig war Ihnen, dass Sie Ihre langjährigen Vertrauten aus Bremer Zeit, die Co-Trainer Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach sowie Torwarttrainer Michael Kraft, mitbringen konnten?

Schaaf: Das war und ist mir sehr wichtig. Viele Dinge sind anfangs neu, so dass man sich zunächst einmal langsam annähern muss. Wenn man dann in die Arbeit auf dem Platz einsteigt, ist es von großem Vorteil, wenn man sich nicht mehr bei jeder Kleinigkeit erklären muss, sondern wenn jeder weiß, was zu tun ist. Wir arbeiten über lange Jahre zusammen und sind dementsprechend sehr gut aufeinander abgestimmt. Das hilft mir sehr. Und was mir bei der Arbeit hilft, das hilft auch Eintracht Frankfurt.

Das Gespräch führte Andreas Kötter

Zum zweiten Teil des Interviews mit Thomas Schaaf

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