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25.08.2014 - 16:08 Uhr


Im Fokus: Johannes Geis - Antreiber und Stratege

Ein Kämpfer und im Mainzer Mittelfeld eine zentrale Figur: Johannes Geis vom 1. FSV Mainz 05 (©Imago)

Im Europa-League-Qualifikationsspiel versucht es Geis auch artistisch, doch zum Erfolg reicht das am Ende nicht

Mainz/Paderborn - Johannes Geis war der erste Mainzer Profi, der den weiteren Weg in der Bundeliga nach dem am Ende glücklichen 2:2 beim Aufsteiger SC Paderborn wies: "Es war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen arbeiten und uns selbst aus dem Schlamassel ziehen."

Trotz und Willenskraft sind vielleicht in der derzeitigen Situation jene Eigenschaften, die der 1. FSV Mainz 05 nach dem Aus in der Europapokal-League und im DFB-Pokal am meisten benötigt. Und Johannes Geis verkörpert diese Eigenschaften auch unter dem neuen Trainer Kasper Hjulmand. Unter dessen Vorgänger Thomas Tuchel hatte sich der erst 21 Jahre junge Mittelfeldspieler nach seinem Wechsel aus Fürth im Sommer 2013 auf Anhieb einen Stammplatz erarbeitet. Und auch unter dem Dänen scheint Geis neben Julian Baumgartlinger im zentralen Mittelfeld gesetzt zu sein.

Ball- und passsicherer Stratege

Geis‘ Auftritt in Paderborn stand stellvertretend  für die Art und Weise wie die Mainzer den Saisonstart im internationalen und nationalen Pokal verpatzt haben, aber auch wie sie mittelfristig wieder aus der Krise herausfinden können. Zuerst bereitete Geis mit einem Freistoß an den Pfosten die Führung der Mainzer durch Shinji Okazaki vor, ehe er mit einem Fehlpass den Paderborner Ausgleich durch Elias Kachunga einleitete.

Solche Fehlleistungen bei Ballbesitz sieht man ganz selten von dem eigentlich sehr ball- und passsicheren Strategen. Es spricht aber für Geis, dass er seinen Fehler hinterher zugab und sich bei den Mannschaftskollegen entschuldigte. "Meinen Fehler rausgenommen", analysierte er, "haben wir defensiv gut
gestanden und wenig zugelassen."

Von seinem Fauxpas ließ sich der gebürtige Schweinfurter aber nicht nach unten ziehen, er behielt den Kopf oben und war einer der besten Mainzer, der mit Balleroberungen und guten Pässen immer wieder positive Zeichen setzte. "Der Punkt ist Gold wert. Wir haben gekämpft und gezeigt, dass wir da sind", sagte Geis hinterher und mit Blick nach vorne.

Bereits Einsätze in der U21-Nationalmannschaft

Nie aufgeben, nie aufhören, an sich zu glauben und dabei immer
kühlen Kopf bewahren - das sind Mainzer Eigenschaften, die Johannes Geis verkörpert. Er ist keiner, der sich durch Fehler aus der Bahn werfen lässt - in Paderborn war er an fünf von sechs Mainzer Torschüssen beteiligt.

Geis hat sich nach nur einem Bundesligajahr bereits zu einem prägenden Antreiber der Mainzer entwickelt und wurde mit vier Einsätzen in der U21-Nationalmannschaft Deutschlands belohnt. Am kommenden Wochenende gegen Hannover 96 werden genau die Eigenschaften gebraucht, die Geis auszeichnen: Mut, Zweikampfstärke sowie technisches und strategisches Geschick. Die Mainzer benötigen eine großes Erfolgserlebnis, um sich, aber auch dem neuen Trainer, mit einem Sieg Selbstvertrauen für die
kommenden Aufgaben zu geben.

Noch fremdeln die Mannschaft und Hjulmand ein bisschen. Der Däne will der Mannschaft mehr Ballbesitz und Kontrolle einverleiben als das zuvor unter Tuchel der Fall war. Aber auch die Fans brauchen nach den bitteren Rückschlägen vor dem Bundesliga-Start wieder etwas, an dem sie sich begeistern können. Johannes Geis wird bei dieser Aufgabe voran gehen - und sich wie in Paderborn auch von Fehlern nicht vom Weg abbringen lassen.

Tobias Schächter

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