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01.09.2014 - 18:09 Uhr


FC Schalke 04: Kampf ist Trumpf

Benedikt Höwedes (r.) hängte sich gegen seiner Weltmeister-Kollegen bei den Bayern richtig rein (© imago)

Gelsenkirchen - Zufrieden, erleichtert und irgendwie auch stolz: Die Schalker Gemütslage ist nach dem 1:1 gegen den FC Bayern plötzlich eine ganz andere geworden.

"Wir sind eine starke Truppe, das haben wir bewiesen. Das war ein gutes Zeichen für die nächsten Spiele", diktierte Kapitän Benedikt Höwedes den Journalisten nach der Partie erhobenen Hauptes in die Blöcke. Vor allem angesichts unserer Verletzungssorgen, hätte er noch anfügen können.

Zu Beginn des Spiels hatte das allerdings noch ganz anders ausgesehen: Die Bayern hatten die Partie mit einer Dominanz und Leichtigkeit bestimmt, bei der so manchem Schalker Fan auf der Tribüne Angst und Bange wurde. Überfällig war die Führung der Münchner durch Lewandowski – und das nach gerade einmal zehn Minuten.

Zu Beginn verunsicherte Schalker

Auf Seite der Knappen war die Verunsicherung in der ersten halben Stunde fast spürbar. Das war zum einen dem verpatzten Saisonstart geschuldet: Pokalaus in Dresden, Niederlage in Hannover – das zehrt an den Nerven. Zum anderen hatte Jens Keller seine Mannschaft aufgrund der großen Verletzungssorgen erneut umbauen müssen. In der Abwehr rückten Höwedes und Ayhan auf die Außenpositionen. Dazu fielen Boateng und Huntelaar aus; insgesamt fehlten Schalke bei Spielbeginn schon sieben Spieler.

Und doch schaffte es die Mannschaft dieses Mal, die Kurve zu bekommen und bewies Moral. "Welche Reaktion meine Mannschaft nach dem frühen Rückstand gezeigt hat, verdient allergrößte Anerkennung. Jeder einzelne Spieler hat auf dem Platz geackert", lobte Jens Keller. Anders als noch eine Woche zuvor in Hannover kämpften die Spieler füreinander, präsentierten sich als Einheit und bissen sich in die Partie hinein. Der Kampf war der Schlüssel, befand auch Benedikt Höwedes: "Die Präsenz in den Zweikämpfen war ein Zeichen, dass etwas geht."

Leidenschaftlicher Einsatz

Daten zum Spiel aus der Spielanalyse

Am Ende sprach auch die Zweikampfbilanz für Schalke (51,8 Prozent), das den Bayern so Paroli bot und sich selbst zugleich Mut machte. Dass man ganz nebenbei während der 90 Minuten auch noch die Ausfälle Nummer acht, neun und zehn wegsteckte, spricht für sich. Durch die Verletzungen von Kaan Ayhan und Felipe Santana war Jens Keller gezwungen, in der Schlussphase gleich zwei Mal seine Abwehr komplett umzubauen. Schalke antwortete darauf mit leidenschaftlichem Einsatz. "Das war die Reaktion, die wir uns erhofft hatten", stellte Sportdirektor Horst Heldt zufrieden fest.

Natürlich wird Heldt ebenso wie Keller registriert haben, dass spielerisch und offensiv bei der Mannschaft derzeit noch nicht viel zusammengeht. Julian Draxler war zwar auch gegen die Bayern sehr bemüht, konnte aber noch keine entscheidenden Akzente setzen. Max Mayer sucht weiter seine starke Form des Vorjahres und wirkt nach der Diskussion um seine Position arg verunsichert. Und Erik Maxim Choupo-Moting bewies auch gegen die Müchner nochmals, dass er nicht unbedingt ein "Knipser" und damit ein adäquater Huntelaar-Ersatz ist.

Gegen Gladbach erneut auf dem Prüfstand

Doch all dies war nach dem Schlusspfiff nicht das Thema. Fehlstart vermieden, Schulterschluss mit den Fans gefeiert und endlich mal gegen die Bayern etwas geholt – das zählte am Ende auf Schalke. "Zuletzt haben wir von den Bayern fünf Stück bekommen, deshalb ist das jetzt ein Punktgewinn", erinnerte Max Meyer vorsichtshalber noch einmal an den wenig rühmlichen Auftritt der Vorsaison.

Schon nach der Länderspielpause aber könnte es mit der neuen Schalker Zufriedenheit wieder vorbei sein, wenn die Mannschaft in Mönchengladbach erneut auf dem Prüfstand steht und dann nicht an die zumindest kämpferisch starke Leistung anknüpfen kann. Das weiß auch Julian Draxler. Und darum gab der Weltmeister seinem Team auch noch ein paar warnende Worte mit auf den Weg: "Wir haben dieses Mal über den Kampf ins Spiel gefunden. Aber wir müssen kapieren, dass das nicht nur gegen die Bayern so sein soll. Wir wissen, dass wir die nächsten Partien genauso angehen müssen."

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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