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20.08.2014 - 14:08 Uhr


Bicakcic: "Werde jetzt nicht mit Übersteigern anfangen"

Ermin Bicakcic ist neu bei Hoffenheim und soll vor allem dafür sorgen, dass die Gegentorflut eingedämmt wird

Zuvor spielte der Verteidiger bei Eintracht Braunschweig und stemmte sich erfolglos gegen den Abstieg der Löwen

Mit der bosnischen Nationalmannschaft war Bicakcic bei der WM in Brasilien und hatte es unter anderem mit Sergio Agüero zu tun.

Hoffenheim/Köln - Ermin Bicakcic, 24, ist einer von sieben Neuzugängen bei der TSG 1899 Hoffenheim. Der von Absteiger Eintracht Braunschweig gekommene Innenverteidiger soll der Defensive der TSG mehr Stabilität verleihen.

Im Gespräch erzählt der bosnische Nationalspieler, wie er sich als Abwehrspieler dem offensiven Spielstil der Hoffenheimer anpassen muss, und warum die Initialen „EE“ auf seinem Autokennzeichen nichts mit seinem Spitznamen „Eisen-Ermin“ zu tun haben.

bundesliga.de: Herr Bicakcic, erst die WM-Teilnahme, nun der Saisonstart bei ihrem neuen Verein, der TSG Hoffenheim: Erleben Sie derzeit die aufregendste Zeit Ihrer Karriere?

Ermin Bicakcic: Klar, wenn man so will, ist das momentan schon so der Höhepunkt meiner bisherigen Laufbahn. Die WM war ein tolles Erlebnis und nun der Wechsel zu einem Klub, der sehr gut geführt wird und bei dem sich in den letzten Monaten vieles in die richtige Richtung entwickelt hat. Aber das Schöne ist ja: Hier hört es nicht auf, hier fängt es erst an.

bundesliga.de: Wer sich bei der TSG umhört, hört nur Gutes von Ermin Bicakcic…
Bicakcic: …na ja, egal wohin ich komme, ich sage: Hallo, ich bin der Ermin. Und so bin ich vom ersten Tag hier auch der Ermin gewesen.

"Ich muss noch viel lernen"

bundesliga.de: Der Ruf, ein kommunikativer Typ zu sein, eilte Ihnen voraus. Aber wenn nicht alles täuscht, werden Sie zum Saisonstart auch neben Niklas Süle in der Innenverteidigung als Stammspieler beginnen.

Bicakcic: Das wird der Trainer entscheiden. Egal, wer spielt, der Trainer wird immer in der jeweiligen Situation die Besten aufstellen. Aber ich muss noch viel lernen.

bundesliga.de: Ist es vor allem die Umstellung, bei einer vehement offensiv spielenden Mannschaft wie der TSG als bei einem eher defensiv ausgerichteten Aufsteiger wie Braunschweig in der Innenverteidigung zu spielen?

Bicakcic: Es stimmt schon, dass wir bei der Eintracht eher den Schwerpunkt darauf gelegt haben, defensiv kompakt zu stehen. In Hoffenheim steht die Abwehr höher und ich muss im Spielaufbau schneller und präziser agieren. Das wird sicher noch eine Zeit brauchen, um das zu verinnerlichen. Das ist aber eine schöne, neue Aufgabe.

bundesliga.de: Der Trainer schenkte Ihnen von Anfang an viel Spielzeit. Ist es ein Vorteil, dass Markus Gisdol schon einmal in der B-Jugend des VfB Stuttgart Ihr Trainer war?

Bicakcic: Mein Verhältnis zum Trainer ist optimal, wir tauschen uns oft aus. Die große Einsatzzeit empfinde ich als Vertrauensbeweis, auf dem ich mich aber nicht ausruhen will und kann. Die gemeinsame Zeit in der B-Jugend in Stuttgart ist aber schon lange her. Zwischenzeitlich hat da jeder seine eigenen Ziele verfolgt, ich habe damals ja noch gar nicht gewusst, ob ich überhaupt Fußball-Profi werde. Der Trainer und ich hatten erst im Vorfeld meines Wechsels nach Hoffenheim wieder intensiver Kontakt.

"Jetzt wird es ernst"

bundesliga.de: Sie sind ja auch geholt worden, damit die TSG nicht mehr 70 Gegentore bekommt wie in der vergangenen Runde.

Bicakcic: Eines kann ich Ihnen sagen: Ob in Braunschweig, Hoffenheim oder Hintertupfingen – ich werde mir nie nachsagen lassen, nicht alles gegeben zu haben. Und ich werde jetzt nicht mit Übersteigern oder so anfangen, nur weil ich jetzt in Hoffenheim spiele. Wir müssen uns als Mannschaft und jeder individuell weiterentwickeln, dann werden wir schon unseren Weg gehen.

bundesliga.de: Wohin könnte der Weg der verstärkten Mannschaft denn gehen?

Bicakcic: Ganz ehrlich: Ich gebe nie Prognosen ab. Wir sind auf einem guten Weg, das hat die Vorbereitung gezeigt, aber jetzt wird es ernst. Wir müssen weiter in jedem Training bei Null anfangen und versuchen, immer unsere beste Qualität abzurufen, dann wird man sehen, wohin unser Weg führt. Ich bin jedenfalls sehr optimistisch.

bundesliga.de: Man nennt Sie aufgrund ihrer resoluten Spielweise Eisen-Ermin. Nervt Sie das?

Bicakcic: Nein, ich fasse das als eine schöne Art der Anerkennung auf. Es ist aber auch eine Erinnerung, immer meine Leistung bringen zu wollen. Die Braunschweiger Fans haben mich einst so getauft wegen meiner Spielweise, seitdem verfolgt mich der Name. Jüngst hat mich Niklas Süle damit aufgezogen…

bundesliga.de: …erzählen Sie…

Bicakcic: ...er hat auf meinem Autokennzeichen die Initialen „EE“ entdeckt. Doch die haben nichts mit „Eisen-Ermin“ zu tun. Meine Schwester heißt Emela und mit meiner Familie fühle ich mich sehr verbunden. Dass die im nahen Heilbronn lebt, war neben den Gesprächen mit dem Trainer und der sportlichen Herausforderung ein Grund, zur TSG zu wechseln.

Interview Tobias Schächter

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