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18.08.2014 - 16:08 Uhr


Hoffenheims neue Stärken

Mit Pirmin Schwegler (2.v.l.), Jin-Su Kim (2.v.r.), Oliver Baumann (r.) und Ermin Bicakcic (nicht im Bild) verpflichtete die TSG Hoffenheim vier Spieler, die die Defensive stärken sollen (©Imago)

Ermin Bicakcic (r.) stellte seine Qualitäten auch bei der WM unter Beweis. Hier bearbeitet der bosnische Nationalspieler Argentiniens Sergio Agüero (©Imago)

Neben seinen Qualitäten als Torhüter ist Oliver Baumann auch als Dirigent der neuformierten Defensive gefordert (©Imago)

Niklas Süle hat im Sommer fünf Kilogramm abgenommen und könnte in dieser Saison den endgültigen Durchbruch schaffen (©Imago)

Köln - Um eine Bundesliga-Saison genau zu analysieren, müssen bei den meisten Clubs unzählige Stunden Videomaterial gesichtet und eine große Menge statistischer Daten verarbeitet werden. Bei der TSG 1899 Hoffenheim fällt die Arbeit für die vergangene Spielzeit deutlich einfacher aus. Bei den Kraichgauern genügt ein Blick auf die Tordifferenz.

72 Treffer erzielte die TSG in der Saison 2013/14 - nur Bayern München und Borussia Dortmund trafen häufiger. Allerdings musste Hoffenheim auch 70 Gegentore hinnehmen. Nur der Hamburger SV war in der Defensive noch anfälliger. Genau dort hat die TSG in der Sommerpause den Hebel angesetzt - und das mit Erfolg.

Vier Neuzugänge für die Defensive

Sieben Testspiele und das DFB-Pokalspiel beim USC Paloma sind absolviert und Hoffenheims neuer Schlussmann Oliver Baumann musste erst ein einziges Mal hinter sich greifen. Die Mehrzahl der Partien bestritt die TSG zwar gegen unterklassige Gegner, aber auch in den Härtetests gegen den FC Zürich (1:0), den AZ Alkmaar (3:0) und den FC Genua (1:1) machte die neuformierte Defensive einen guten, einen stabilen Eindruck. Sie könnte zum Schlüssel einer erfolgreichen Bundesliga-Saison werden. Die Qualität in der Offensive um Kevin Volland und Roberto Firmino ist ohnehin unbestritten.

Mit Fabian Johnson verließ eine feste Größe der Hoffenheimer Defensive den Club. Dafür stießen mit Torhüter Oliver Baumann, Innenverteidiger Ermin Bicakcic, Außenverteidiger Jin-Su Kim und dem Mittelfeldstrategen Pirmin Schwegler gleich vier Spieler zur TSG, die in der kommenden Saison die Lücken in der Defensive stopfen sollen. Die Mischung im neuformierten Abwehrverbund scheint zu stimmen.

Neben dem ehemaligen Braunschweiger Bicakcic, der im Hoffenheimer Dress bisher einen bärenstarken Eindruck hinterlässt, lief im DFB-Pokal der erst 18-jährige Niklas Süle in der Innenverteidigung auf. Der hünenhafte Süle hat sich für die kommende Spielzeit viel vorgenommen. Fünf Kilogramm hat der kopfballstarke Innenverteidiger in der Sommerpause abgenommen. "Beim Thema Essen hatte ich ja leider ein paar Undiszipliniertheiten", gab Süle während der Vorbereitung offen zu. Mehr Salat, weniger Fastfood lautet nun das Motto des Abwehr-Juwels.

Baumann passt perfekt ins Spiel

Vor der Abwehr sorgt in der kommenden Spielzeit Pirmin Schwegler für Ordnung. Der Schweizer hat sich schnell akklimatisiert. "Egal, ob auf der Sechs oder Acht - Pirmin ist flexibel einsetzbar, er bereichert unser Spiel eindeutig“, lobt Hoffenheims Trainer Markus Gisdol. Auch der Südkoreaner Jin-Su Kim hat sich bei den Kraichgauern schnell zurechtgefunden. Der 22-Jährige gab im DFB-Pokal sein Debüt und hat auch abseits des Platzes große Ziele: "Nach einem Jahr möchte ich versuchen, meine Interviews auf Deutsch zu geben", will sich Kim schnellstmöglich integrieren.

Letztes und vielleicht wichtigstes Puzzleteil der neuen Hoffenheimer Defensivstärke ist Oliver Baumann. Der ehemalige U21-Nationaltorhüter verkörpert das moderne Torwartspiel. Er dirigiert seine Vorderleute und entschärft viele Situationen bevor sie gefährlich werden. Darüber hinaus ist Baumann auch fußballerisch beschlagen und wie geschaffen für das schnelle Umschaltspiel der TSG. Er ist mutig genug, notfalls auch weit außerhalb seines Sechzehners einen Steilpass des Gegners abzufangen.

Bestätigen sich die Eindrücke aus der Vorbereitung und dem DFB-Pokal, könnte die TSG Hoffenheim eine der positiven Überraschungen der kommenden Saison werden. Sollte es der Truppe von Trainer Markus Gisdol gelingen die Pforten zu schließen, ist für Hoffenheim einiges möglich. Die Analyse der Saison wäre dann allerdings wieder wesentlich komplizierter.

Florian Reinecke

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