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31.08.2014 - 22:08 Uhr


Die Dauerläufer aus Ostwestfalen

Weggerannt: Paderborns Marvin Bakalorz lässt gleich drei Hamburger stehen (© imago)

Hamburg/Köln - Der SC Paderborn 07 ist eine der Überraschungsmannschaften der noch jungen Bundesliga-Saison. Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Mainz gelang den Ostwestfalen mit dem 3:0 beim Hamburger SV der erste Sieg in der höchsten deutschen Spielklasse. Beeindruckend war dabei die Art und Weise, wie dieser Dreier zustande kam.

Denn es waren die oft beschworenen Fußball-Tugenden, die den Erfolg brachten. Wille, Leidenschaft und Einsatz siegten über die vermeintlich stärkeren Einzelspieler des HSV. "Uns war von vorneherein klar, dass wir über die Laufbereitschaft kommen müssen. Die anderen Teams haben schon große individuelle Klasse. Wenn wir da nicht als Mannschaft kompakt auftreten und um jeden Meter kämpfen, dann werden wir in der Bundesliga nicht viele Punkte holen", erklärte Mario Vrancic im Interview mit bundesliga.de.

Läuferisch total überlegen

Ein Blick auf die Tracking-Daten zeigt dann auch deutlich, warum die Hausherren gegen Paderborn am Ende zu Recht den Kürzen gezogen haben. Mit 166,66 Kilometer liefen alle eingesetzten Gäste-Spieler insgesamt gut 4,5 Kilometer mehr als die Hamburger Kontrahenten. Dazu mehr Sprints (243:219), mehr intensive Läufe (711:646): Die Paderborner setzten dem Ball weitaus häufiger explosiv nach.

"Wir wollten defensiv stehen, aber auch immer schon weit vorne attackieren. Das haben wir getan und uns dabei die Lunge aus dem Leib gerannt. Wenn man sieht, wie viel wir gelaufen sind, dann kann man auf diese Mannschaft einfach nur stolz sein", freute sich Mittelfeldstratege Marvin Bakalorz gegenüber bundesliga.de.

Unbekümmert und körperlich topfit

Ein Sonderlob gab es von Trainer Andre Breitenreiter, der seine Hausaufgaben scheinbar äußert gewissenhaft erledigt hat. "Ich bin unheimlich glücklich, dass die Mannschaft eine so starke Leistung gezeigt hat. Wir waren laufstark und haben zielstrebig auf das gegnerische Tor gespielt. Meine Jungs haben den taktischen Plan überragend umgesetzt und sich mit der tollen Unterstützung unserer Fans total verausgabt", so Breitenreiter.

Am Ende war aber nicht nur die körperliche Fitness dafür entscheidend, dass in der Länderspielpause in und um Paderborn beste Stimmung herrschen wird, sondern es war auch die Unbekümmertheit, mit der die Aufsteiger zu Werke gegangen sind.

"Man braucht vor keinem Spieler Angst zu haben"

Elias Kachunga, der mit seinem zweiten Treffer im zweiten Spiel schon jetzt fast Heldenstatus in Paderborn erlangt hat, brachte es auf den Punkt: "Man braucht vor keinem Spieler in der Bundesliga Angst zu haben. So gehe ich jedes Spiel an. Ich möchte einfach nur meine Leistung zeigen und mir selbst einen Namen machen. Da darf mich dann auch nicht interessieren, wer mir beim Gegner gegenübersteht."

Für den SCP kommt es am nächsten Spieltag zum Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Mitaufsteiger aus Köln sind dann in der Benteler-Arena zu Gast. Das letzte Aufeinandertreffen gewann Paderborn mit 1:0 auf des Gegners Platz, im Hinspiel gab es ein 1:1.

Dass Paderborn nach den bislang gezeigten Leistungen die Favoritenrolle inne hat, davon wollte Kachunga nichts wissen. "Die Kölner sind immerhin als Meister aufgestiegen", sagte er, fügte dann jedoch selbstbewusst an: "Wir haben in der vergangenen Saison zwei gute Spiele abgeliefert. Daran wollen wir natürlich nach der Länderspielpause anknüpfen."

Aus Hamburg berichtet Michael Reis

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