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22.07.2014 - 08:57 Uhr


Castro und die Rasselbande

Gonzalo Castro Bayer Leverkusen

Gonzalo Castro ist zwar erst 27 Jahre alt, bei Bayer Leverkusen aber inzwischen der dienstälteste Profi - und eine Führungspersönlichkeit (©Imago)

Vladlen Yurchenko Bayer Leverkusen

Darf ich mich vorstellen? Vladlen Yurchenko nutzt die Vorbereitung, um mit Toren auf sich aufmerksam zu machen (©Imago)

Hakan Calhanoglu mit Stefan Kießling Bayer Leverkusen

Der eine liefert, der andere vollendet: Hakan Calhanoglu (l.) soll nicht nur selbst Tore schießen, sondern auch Angreifer Stefan Kießling in Szene setzen

Julian Brandt Bayer Leverkusen

Julian Brandt ist ein echter Senkrechtstarter. Der 18-Jährige ist schnell in den Herzen der Leverkusener Fans angekommen

Levin Öztunali will in der neuen Saison endlich den Durchbruch schaffen und regelmäßig in der Bundesliga zum Einsatz kommen

Leverkusen/Köln – Wenn Gonzalo Castro den Blick auf seine Konkurrenten im offensiven Mittelfeld von Bayer Leverkusen richtet, muss er sich wie ein alternder Profi vorkommen, dem die aufstrebenden Jungspunde im Nacken sitzen - und das im besten Fußballeralter von 27 Jahren!

Hakan Calhanoglu (20), Julian Brandt (18) und Levin Öztunali (18) sind in Deutschland als vielversprechende Talente bereits bestens bekannt. In Vladlen Yurchenko (20) hat Bayer 04 zudem noch einen ambitionierten ukrainischen U21-Nationalspieler verpflichtet, der die Vorbereitung bis jetzt sehr gut nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen (Sommerfahrplan).

Drei Tore in drei Testspielen

Gerade einmal fünf Minuten benötigte Yurchenko bei seinem ersten Einsatz für Leverkusen im Testspiel gegen Carl Zeiss Jena (Spielbericht), um nicht nur seine Torgefahr, sondern auch seine technischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Mit einem eleganten Lupfer erzielte der von Schachtjor Donezk an den Rhein gewechselte Offensivspieler beim 5:1-Erfolg den Treffer zum 4:1. Auch in den folgenden Vorbereitungspartien gegen Lierse SK (Spielbericht) und Olympique Marseille (Spielbericht) traf Yurchenko ins Schwarze.

Dass Yurchenko offensichtlich keinerlei Schwierigkeiten hat, sich an die Spielweise von Bayer Leverkusen anzupassen, könnte damit zusammenhängen, dass er die Partien der Werkself seit geraumer Zeit intensiv verfolgt. Grund dafür ist der 4:0-Sieg Leverkusens in der abgelaufenen Champions-League-Saison gegen Yurchenkos alten Arbeitgeber aus Donezk. Der damals 19-Jährige sah die Begegnung vor dem Fernseher und war fortan von der Werkself beeindruckt. „Die Art und Weise, wie Leverkusen aufgetreten ist, hat mir einfach imponiert“, erklärt der Ukrainer im Gespräch mit bayer04.de.

Castro spielt eine zentrale Rolle

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Nun versucht Yurchenko seinerseits Trainer Roger Schmidt zu imponieren. Der neue Coach von Bayer Leverkusen ist dafür bekannt, junge Spieler entwickeln zu können und ihnen auch unter Wettkampfbedingungen das nötige Vertrauen zu schenken. "Ich werde alles dafür geben, so viele Einsätze wie möglich zu bekommen", erklärt Yurchenko.

Mit diesem ambitionierten Vorhaben ist er indes nicht alleine. Neben Gonzalo Castro, der inzwischen der dienstälteste Spieler im Leverkusener Kader ist und in den Planungen von Schmidt schon wegen seiner Erfahrung von 264 Bundesligaspielen - allesamt für Bayer Leverkusen - eine zentrale Rolle spielt, kämpft eine Rasselbande um einen Platz in der Startelf.

Spielmacher Calhanoglu

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Deren Mitglieder haben Yurchenko zumindest eines voraus: Erfahrung im deutschen Oberhaus. Hakan Calhanoglu (32 Spiele, elf Tore) hat schon im Abstiegskampf mit dem Hamburger SV seinen Mann gestanden, gilt als Wunschspieler des Trainers und soll in Leverkusen zum neuen Spielmacher werden. Auch seine neue Rückennummer bei der Werkself symbolisiert Calhanoglus Rolle. "Jetzt darf ich wieder die 10 tragen. Ich liebe diese Nummer, sie macht mich im Kopf noch stärker. Ich habe sie schon in der Jugend und bei den KSC-Profis getragen. Beim HSV hatte ich die 9, deshalb freue ich mich, dass ich sie jetzt wieder tragen darf", sagte der 20-Jährige gegenüber bundesliga.de.

Julian Brandt (zwölf Spiele, zwei Tore) avancierte als Senkrechtstarter der vergangenen Rückrunde zum Publikumsliebling. Lediglich Levin Öztunali, der bislang bei neun Einsätzen erst auf 75 Bundesliga-Minuten kommt, fällt da trotz seiner Begabung ein wenig ab. Ein Vorteil für Yurchenko könnte die Tatsache sein, dass Brandt und Öztunali derzeit bei der U19-Nationalmannschaft weilen und deshalb einen Teil der Vorbereitung verpassen.

Schmidt ändert den Spielstil

Fakt ist, dass Schmidt den Leverkusener Spielstil verändern wird. Frühes Attackieren, weites Aufrücken der Defensivspieler zum Gegenpressing und überfallartige Angriffe entsprechen seinem Duktus. Dafür benötigt er Spieler, die neben Lauf- und Zweikampfstärke vor allem die technischen Fähigkeiten besitzen, seine Vorstellungen umzusetzen. Spieler, die in der Lage sind, komplexe Situationen mit ihrer Handlungsschnelligkeit aufzulösen. Spieler wie Castro, der in der abgelaufenen Spielzeit in 30 Partien an 15 Treffern direkt beteiligt war.

Dass vor allem Calhanoglu, aber auch Brandt und Öztunali dafür in Frage kommen, wird den meisten Beobachtern schon seit einiger Zeit klar gewesen sein. Yurchenko ist deswegen als unbekannter Außenseiter in den Konkurrenzkampf gestartet. "Mit Vladlen Yurchenko haben wir erneut ein Talent an uns binden können, das nun den nächsten großen Schritt in seiner Entwicklung machen soll", sagt Sportdirektor Rudi Völler. Gut möglich, dass Yurchenko diesen Schritt schneller macht, als viele es erwarten.

Stefan Schinken

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