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31.07.2014 - 15:00 Uhr


Barnetta: "Ich gebe Gas"

Offensivspieler Tranquillo Barnetta (r.) darf sich Hoffnungen auf einen Stammplatz beim FC Schalke 04 machen (© Imago)

"Für mich war klar, dass ich Gas geben würde, wenn ich wieder hier bin. Das mache ich jetzt und alles andere muss der Trainer entscheiden", sagt der Schweizer (© Imago)

Barnetta war in der vergangenen Saison an Eintracht Frankfurt ausgeliehen. Für die Hessen bestritt er 33 Partien und erzielte einen Treffer (© Imago)

Kufstein - Es läuft die 70. Spielminute im Testspiel des FC Schalke 04 gegen Stoke City, als Trainer Jens Keller quer über den Platz ruft: "Kilo, wie sieht’s aus bei dir?" Der Adressat, Tranquillo Barnetta, dreht sich um und hebt locker den Daumen Richtung Trainerbank. Keine Spur von den Anstrengungen des vergangenen Trainingslagers in Grassau - im Gegenteil: Der Schweizer Nationalspieler legt in der Schlussphase noch mal eine Schippe drauf und belohnt sich mit dem Treffer zum 2:1.

"Er gefällt mir im Moment sehr gut", sagt S04-Coach Keller über Barnetta. Noch vor einem Jahr sah der 29-Jährige in Anbetracht der großen Konkurrenz im Mittelfeld keine Perspektive mehr bei den Königsblauen. Daher ließ er sich für ein Jahr an Eintracht Frankfurt ausleihen - eine Entscheidung, die sich bezahlt gemacht hat. Für die Hessen bestritt er 33 Pflichtspiele (ein Tor) und will sich nun mit neuem Selbstvertrauen im zweiten Anlauf auf Schalke beweisen.

Barnetta betreibt Eigenwerbung

"Ich will von einem Spieler hören, dass er den Kampf annimmt", fordert Keller. Und bei Barnetta sieht man das in jedem Training. Unermüdlich ist der auf beiden offensiven Außenbahnen oder im Zentrum einsetzbare Mittelfeldspieler unterwegs. Zur Krönung jagt er während des Trainings eine Flanke per Direktabnahme passgenau in den rechten Torwinkel und erntet für den sehenswerten Treffer Applaus der zahlreichen Schalker Fans.

Nicht zuletzt wegen des langfristigen Ausfalls von Jefferson Farfan (Knie-OP) hat Barnetta durchaus realistische Chancen, zum Saisonstart aufzulaufen. "Ich kann ihm keine Stammplatzgarantie geben, wenn man sieht, wen wir auf den Positionen alles haben", sagt Keller. "Trotzdem ist es möglich, in die Mannschaft zu kommen - für ihn, aber auch für andere Spieler." Im Interview mit bundesliga.de spricht Barnetta selbst über seine Chancen.

bundesliga.de: Tranquillo Barnetta, Trainer Jens Keller hat Sie in der 70. Minute gefragt, ob er Sie auswechseln soll. Aber Sie hatten offenbar noch Luft. Wollten Sie damit auch ein Zeichen setzen?

Tranquillo Barnetta: Der Trainer hat in der Pause gesagt, wenn jemand Probleme bekommt, soll er sich melden. Bei mir ging es noch. Daher habe ich ihm gesagt, dass er ruhig jemand anders rausnehmen kann, zumal wir nicht so viele Auswechselspieler haben. Aber ein besonderes Zeichen war das nicht. Ich versuche hier mein Bestes, gebe Gas und bis jetzt läuft es ganz gut.

bundesliga.de: Nach Ihrer einjährigen Leihe zu Eintracht Frankfurt sind Sie nun wieder bei Schalke 04. Sind Sie schon wieder richtig im Kreis Ihrer neuen alten Kollegen angekommen?

Barnetta: Ich bin froh, dass ich wieder so gut reingekommen bin. Ich hatte so gut wie keine Anlaufschwierigkeiten, weil ich die meisten schon gekannt habe. Ich bin wieder sehr gut aufgenommen worden, fühle mich sehr wohl und bin froh, wieder hier zu sein.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf einen Stammplatz ein, gerade auch im Hinblick auf den längerfristigen Ausfall von Jefferson Farfan?

Barnetta: Man muss jetzt nach einer Woche auch nicht übertreiben. Ich war letztes Jahr in Frankfurt und bin im Nachhinein froh, dass ich es gemacht habe. Ich konnte dort viele Spiele machen. Für mich war klar, dass ich Gas geben würde, wenn ich wieder hier bin. Das mache ich jetzt und alles andere muss der Trainer entscheiden.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie den bisherigen Verlauf der Schalker Vorbereitung?

Barnetta: Ich bin erst etwas länger als eine Woche dabei, aber was ich gehört habe, lief es bis dahin schon ganz gut. Das Trainingslager war optimal für uns, alle haben voll mitgezogen, gut Gas gegeben. Die Trainingseinheiten waren sehr, sehr intensiv. Ab Mittwoch sind wir wieder zurück und nach einem Tag Erholung geht dann die letzte Etappe los. Am Wochenende stehen im Rahmen des Turniers bei uns zuhause zwei gute Spiele auf dem Programm, in denen wir weiter testen können. Gegen Stoke war schon einiges gut, aber man hat auch gesehen, dass wir noch ein bisschen arbeiten müssen. Dazu haben wir aber noch genügend Zeit.

bundesliga.de: Wo genau sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?

Barnetta: Gegen Stoke hat man gesehen, dass wir uns im Spielaufbau noch verbessern können. Wir haben zu viele lange Bälle geschlagen, weil uns der Gegner gut zugestellt hat. Wenn wir uns mehr trauen, von hinten heraus zu spielen, haben wir länger den Ball und gewinnen an Sicherheit. Daran werden wir arbeiten.

Aus Kufstein berichtet Maximilian Lotz

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