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17.07.2014 - 17:07 Uhr


1899-Kapitän Beck: "Wünsche mir wieder Spektakel"

Andreas Beck (M.) spielt seit 2008 für 1899 Hoffenheim und ist Kapitän seiner Mannschaft (© Imago)

Nach 70 Gegentoren in der Vorsaison sagt der Rechtsverteidiger: "Wir wollen taktisch stabiler werden und den Gegner weiter von unserem Tor fernhalten"

In der neuen Saison will der 27-Jährige (3.v.l.) mit der TSG dennoch auch wieder für Spektakel sorgen und "positiv überraschen"

Köln - Andreas Beck geht in seine siebte Saison mit 1899 Hoffenheim. Der Kapitän der Kraichgauer ist das Gesicht des Vereins, der in der letzten Spielzeit wie kein anderer Bundesligist für Spektakel stand. 142 Tore fielen in den 34 Partien der TSG. Auch die kommende Saison kann gerne wieder spektakulär werden, meint der Rechtsverteidiger im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Andreas Beck, seit zehn Tagen läuft in Hoffenheim die Saisonvorbereitung. Worauf liegt denn momentan der Schwerpunkt?

Andreas Beck: Der Trainer hat es uns aufgezeigt. Wir werden verschiedene Phasen in der Vorbereitung durchlaufen. Wir befinden uns jetzt in der ersten Phase, in der wir viel an der Grundlage arbeiten. Das wird dann mit jeder Woche weiter verfeinert. Das Fußball-Taktische und -Technische wird dann im zweiten Trainingslager gelegt. Wir haben noch vier Testspiele und viele Trainingseinheiten mit einer hohen Intensität. Entsprechend müde werden die Beine sein. Wir müssen jetzt die Basis legen für eine Kräfte zehrende und lange Saison.

bundesliga.de: Nachdem Hoffenheim in der letzten Spielzeit 70 Gegentore schlucken musste, könnte man vermuten, dass jetzt mehr das Defensivverhalten der Mannschaft trainiert würde.

Beck: Der Schwerpunkt liegt darauf, wie wir die Art und Weise unseres Fußballs interpretieren wollen. Über sehr große Strecken der letzten Saison war unser Fußball sehr gut. Wir wissen auch, dass es noch viele Punkte gibt, in denen wir uns verbessern müssen. Wir wollen taktisch stabiler werden und den Gegner weiter von unserem Tor fernhalten. Im letzten Jahr haben wir im Sechzehner zu viele Abschlüsse des Gegners zugelassen. Wir wollen nicht weniger riskant spielen. Ganz im Gegenteil. Unser Ziel ist es, weiter hoch zu verteidigen, den Gegner früh unter Druck setzen und unterbinden, ausgekontert zu werden. So wollen wir weniger Gegentore fangen.

bundesliga.de: Mit Oliver Baumann, Pirmin Schwegler, Adam Szalai und Ermin Bicakcic hat sich die TSG durchaus prominent verstärkt. Welchen Eindruck haben Sie von den Neuzugängen gewinnen können?

Beck: Ermin ist nach der WM ja noch im Urlaub. Aber die anderen machen einen absolut guten Eindruck. Die meisten Jungs kennt man ja aus der Bundesliga. Unser Trainer hat es schon gesagt: Wir haben uns auf einigen Positionen punktuell verstärkt, um den Kader breiter zu machen und den Konkurrenzkampf anzuheizen. Die Jungs sind nicht nur fußballerisch stark, sondern auch gute Charaktere. Sie tun unserer jungen Mannschaft mit ihrer Erfahrung und Abgezocktheit gut und geben ihr hoffentlich noch einen Schub. Denn im letzten Jahr gehörte unsere Truppe zu den jüngsten der Bundesliga.

bundesliga.de: Von den Stammspielern des letzten Jahres hat nur Fabian Johnson die TSG verlassen. Wie schätzen Sie den neuen Kader insgesamt ein? Ist er stärker?

Beck: Das wird man sehen. Am Ende können immer nur elf Spieler spielen. Wir wollen das Niveau im Kader etwas anheben. Ob dann alle Neuzugänge auch spielen werden und das Niveau automatisch steigt, kann ich nicht sagen. Sie müssen jetzt die Spielphilosophie mit unserem Umschaltspiel und schnellen Forechecking verinnerlichen. Wenn wir dann alle auf dem Level sind, erhoffe ich mir natürlich, dass die Neuen für einen Schub in der Qualität der Mannschaft sorgen. Definitiv.

bundesliga.de: In den letzten Tagen gab es in ganz Deutschland große Feierlichkeiten anlässlich des WM-Gewinns der deutschen Mannschaft. Ihr Teamkollege Kevin Volland wurde kurz vor der Abreise noch aus dem Kader gestrichen. Wie erleben Sie ihn in diesen Tagen? Hat er daran noch zu knabbern?

Beck: Nein, ich glaube auch nicht, dass er überhaupt knabbern musste. Er hat es ja selber gesagt und so ich erlebe ich ihn auch. Er hat es als etwas absolut Positives empfunden. Es war nicht selbstverständlich, dass er in den erweiterten Kader berufen wurde. Für ihn war es im Großen und Ganzen eine tolle Geschichte. Nichtsdesttotrotz wäre er sicher sehr gerne in Brasilien dabei gewesen. Aber ich erlebe ihn hier total fokussiert und mit viel Spaß bei der Arbeit. Kevin ist ein Ausnahmetalent, der uns in der kommenden Saison sehr gut tun wird. Das deutet sich jetzt schon an. Da bleibt nichts zurück.

bundesliga.de: Sie gehen jetzt in Ihre siebte Saison im Kraichgau. Ist die Freude noch so groß wie am ersten Tag?

Beck: Absolut. Hoffenheim ist ein großer Teil in meiner Fußballgeschichte. Ich habe meinen Vertrag wieder verlängert. Die Tatsache, dass es dem Verein gelingt, Spieler wie Kevin Volland oder Roberto Firmino zu halten und sich punktuell verstärkt, ist ein gutes Zeichen. Es macht nach wie vor unglaublich viel Spaß. Die Bundesliga wird Jahr für Jahr stärker, das Niveau innerhalb der Liga wurde angehoben. Wenn man sieht, was der DFB leistet, was die DFL leistet, der es gelingt, dass die Bundesliga auf dem Weltmarkt noch interessanter wird, dann ist es eine Ehre, in der Bundesliga aufzulaufen. Ich bin demütig und weiß, dass es ein Privileg ist, in der Bundesliga zu spielen.

bundesliga.de: Die letzte Saison der TSG stand so ein bisschen unter der Überschrift "Spektakel"? Welche Überschrift würden Sie sich für die kommende Saison wünschen?

Beck: Gerne wieder Spektakel. Mit ein paar Punkten mehr. Wir spielen nicht nur um des Spektakels Willen, sondern wir wollen Punkte holen. Aber mit einer gewissen Identität. Wir wollen unseren Spielen unseren Fingerabdruck aufdrücken. Wir hatten unsere Identität vor einigen Jahren, wir haben sie jetzt wieder unter Markus Gisdol. Wir wollen sie weiter aufleben lassen und uns verbessern. Es ist ganz normal, dass dann spektakuläre Spiele dabei sind, wenn sich der Gegner darauf einlässt.

bundesliga.de: In der letzten Saison landete Hoffenheim auf Platz 9. Das war das zweitbeste Ergebnis der Bundesliga-Geschichte. Ist diese Platzierung die Messlatte für die neue Saison?

Beck: Das ist hypothetisch und schwer zu beantworten. Man darf da auch nicht übermütig sein: Vor etwas über einem Jahr wären wir fast noch abgestiegen. Aber wenn ich sehe, wie die Mannschaft in der Saisonvorbereitung arbeitet, ist das einfach gut. Das ist der Weg, der ist positiv. Wir wollen weiterhin positiv überraschen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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