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Bundesliga

26.09.2013 - 22:00 Uhr


Zwischen Trainerbank und Schleudersitz

Bert van Marwijk führt die niederländische Trainertradition in der Bundesliga fort

Ernst Happel prägte beim HSV eine Ära und ist bis heute der letzte Coach, der mit den Norddeutschen einen Titel gewann (© Imago)

Felix Magath, bei Bayern und Wolfsburg selbst Meistercoach, gewann unter Happel einst den Landesmeisterpokal, die Meisterschaft und den DFB-Pokal

"General" Hitzfeld: Der ehemalige Coach von Dortmund und Bayern hält immer noch den Rekord an Tabellenführungen in der Bundesliga (© Imago)

München - Der Neue brachte drastische Worte mit zum Einstand: "Die Situation ist schlecht. Wir müssen trainieren, trainieren, trainieren...", sagte Bert van Marwijk am Mittwoch bei seiner Vorstellung als neuer HSV-Trainer. Als 34. HSV-Coach im 51. Bundesliga-Jahr soll der Niederländer dem Dino zu altem Glanz verhelfen.
Van Marwijk ist bei den Rothosen der vierte Verantwortliche aus den Niederlanden, doch keiner seiner drei Vorgänger hatte eine lange Verweildauer an der Elbe. Ricardo Moniz und Martin Jol schafften nicht mal die durchschnittliche Amtzeit eines Bundesligatrainers, die bei 507 Tagen liegt. Huub Stevens saß immerhin für 49 Bundesliga-Spiele auf der Bank.

Van Marwijk soll den HSV dauerhaft wieder zu einer attraktiven Adresse machen - mit einer Taktik, die bei einem Niederländer nicht überascht. "Ich mag offensiven Fußball und lasse gerne ein 4-3-3 spielen", sagt van Marwijk. Erfahrung in der Bundesliga hat der 61-Jährige bereits. Zwischen Juli 2004 und Dezember 2006 brachte er es auf 85 Bundesliga-Partien als Trainer des BVB.

Van Marwijk ist einer von bisher 17 niederländischen Trainern in der Bundesliga. Die Oranje-Fraktion ist die mit Abstand größte in der Historie, gefolgt von Österreichern und Trainern aus dem ehemaligen Jugoslawien (je elf). Insgesamt stammten 65 der bisher 361 Übungsleiter aus dem Ausland. bundesliga.de präsentiert weitere wissenswerte Fakten rund um die Übungsleiter in der Bundesliga.

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Die gute alte Zeit

Am längsten durfte der Österreicher Ernst Happel beim HSV arbeiten, und der Grund dafür ist auch bildlich unschwer zu erkennen: Er hatte Erfolg! Mit dem oft kauzig wirkenden "Grantler" holten die Hamburger in der Saison 1982/83 den Landesmeisterpokal und die Deutsche Meisterschaft. 204 Bundesligaspiele lang hatte Happel das Kommando beim HSV. In der Spielzeit 1986/87 holte er mit Stars wie Dietmar Beiersdorfer oder Manni Kaltz auch noch den DFB-Pokal - und ging nach 109 Bundesliga-Siegen mit dem HSV zurück nach Österreich. Bis heute ist Happel der ausländische Rekordcoach mit den meisten Spielen in der Bundesliga. Neben dem Wiener waren bis heute zehn weitere Österreicher als Trainer in der Bundesliga aktiv.

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Prägende Gesichter an der Weser

Als Happel Hamburg verließ, feierte unweit entfernt, in Bremen, Otto Rehhagel (l.) bereits sein sechsjähriges Dienstjubiläum. Am Ende wurden daraus 14 Jahre, zwei Monate und 29 Tage, ehe es den Europameister von 2004 zum FC Bayern zog. Damit ist Rehhagel der am längsten durchgehend bei einem Verein tätige Coach der Bundesliga-Historie. Und das, obwohl er insgesamt bei acht Vereinen tätig war - Rekord, den er sich mit Jörg Berger teilt. Doch in Bremen ist Kontinuität keine Floskel, sondern tief verankert, wie die ebenfalls 14-jährige Amtszeit von Thomas Schaaf (r.) beweist, die erst im Sommer 2013 zu Ende ging. Der 52-Jährige ist damit nach seinem Ex-Coach Rehhagel der Trainer, der am längsten bei einem Bundesliga-Club auf der Bank saß - am Stück versteht sich.

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Schleudersitze in Stuttgart und auf Schalke

Von Kontinuität hielt man in den letzten Jahren in Hamburg relativ wenig. Alleine seit dem Saisonstart 2010 wechselten die Bosse sechs Mal den Coach. Doch mit insgesamt 29 Wechseln (ohne Interimstrainer) stehen die Norddeutschen im ligaweiten Ranking nur auf Rang 7. An der Spitze stehen mit dem FC Schalke und dem VfB Stuttgart allerdings zwei andere große Traditionsvereine. Ralf Rangnick (l.) und Felix Magath (r.) haben für beide Clubs gearbeitet. Der Erstgenannte für Schalke sogar mehrfach. Meistertrainer Magath feierte seine Erfolge aber andernorts: Zwei Mal wurde er Meister mit den Bayern, ein Mal mit Wolfsburg.

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(Fast) immer obenauf

Ein Coach, der sich so gut wie immer auf der Sonnenseite der Tabelle wiederfand, war Ottmar Hitzfeld. Mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern holte der heutige Schweizer Nationaltrainer nicht nur die Champions League (1997, 2001), sondern sammelte Meistertitel nach Belieben. Sieben Mal - zwei Mal mit Dortmund, fünf Mal mit Bayern - durfte Hitzfeld die Schale gen Himmel strecken. Es ist daher auch wenig verwunderlich, dass der heute 64-Jährige am häufigsten aller Bundesligatrainer einen Tabellenführer trainierte. 199 Mal standen seine Mannschaften an der Spitze. Damit ist Hitzfeld in dieser Statistik unerreicht. Umgerechnet auf die Zweipunkte-Regel kommt er auf einen Schnitt von 1,5 Zählern pro Spiel. Unglaubliche 58,4 Prozent seiner Spiele gewann Hitzfeld - auch das ein Bestwert. In der Kategorie der meisten Meisterschaften muss er sich aber der Legende Udo Lattek geschlagen geben, der acht Mal die "Salatschüssel" gewann.

Christoph Gailer

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