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08.04.2014 - 08:18 Uhr


Wolfsburg: Zwischen Hadern und Hoffen

Kevin De Bruyne und der VfL Wolfsburg spielten in Dortmund richtig gut. Am Ende nahmen sie jedoch keine Punkte mit

Und das obwohl Ivica Olic (M.) die Wölfe in Führung geschossen hatte. Der VfL hatte außerdem noch drei hundertprozentige Chancen

Doch Marco Reus (r.) drehte mit dem BVB nach der Pause das Spiel. Er legte ein Tor auf und machte das 2:1 selbst. Für das DFB-Pokal-Halbfinale schöpft der VfL aber Mut

Dortmund - Eine Niederlage, die Mut macht? Klingt paradox, ist aber so. Zwar ärgerte sich der VfL Wolfsburg über das 1:2 in Dortmund, doch manchmal sieht man sich in einer Saison nicht nur zwei Mal, sondern gleich drei Mal. Bereits am 15. April müssen die Wölfe zum DFB-Pokal-Halbfinale wieder in Dortmund antreten und rechnen sich jetzt durchaus gute Chancen aus. Nur an der Effektivität müssen sie bis dahin arbeiten.

Die Statistik war nach der Partie beim BVB ein Freud des VfL Wolfsburg: 19:10 Torschüsse zugunsten der Gäste waren mehr als beeindruckend. Der VfL stellte mit Patrick Ochs den zweikampfstärksten Spieler, Luiz Gustavo verzeichnete die meisten Ballkontakte und Ivica Olic gab die meisten Torschüsse ab. Umso ärgerlicher, dass das Ergebnis nicht stimmte. "Dass wir nach so einem Spiel gar nichts mit nach Hause nehmen, das ist einfach nur schade", haderte nicht nur Olic nach der Partie.

VfL spritzig und zielstrebig

Vor allem in der ersten Halbzeit hatte der VfL gegen einen allerdings auch trägen Gastgeber groß aufgespielt. Die Mannschaft wirkte spritziger und zielstrebiger, nutzte aber beste Chancen nicht konsequent genug. Nur ein Treffer durch Olic war es bis zur Pause und genau das hatte auch die Spieler in der Halbzeitpause schon Böses ahnen lassen, wie Manager Klaus Allofs später verriet: "Die Mannschaft saß mit dem Gedanken in der Kabine, dass der Sack eigentlich schon hätte zu sein können."

Weil dies aber nicht der Fall war, hatte sich der BVB in der zweiten Hälfte mit viel Leidenschaft zurückkämpfen können. Wolfsburg wurde nicht zuletzt durch den frühen Ausgleich nach 51 Minuten zusehends nervöser. "Da ist uns relativ schnell die Sicherheit abhanden gekommen", stellte Allofs fest. Olic hatte gar Momente von "Panik" im eigenen Spiel ausgemacht: "Wenn wir einen Zweikampf gewonnen haben, haben wir den Ball danach vorne wieder verschenkt."

Perisic: "Gegen den BVB muss man seine Chancen nutzen"

So standen die Wolfsburger am Ende mit leeren Händen da und haderten vor allem mit der fehlenden Kaltschnäuzigkeit und Präzision im Abschluss. "Wir hatten allein in der ersten Halbzeit drei hundertprozentige Chancen, die wir alle nicht gemacht haben. Gegen eine Mannschaft wie den BVB muss man seine Möglichkeiten aber nutzen", ärgerte sich Ivan Perisic.

Die große Chance, die Patzer der Konkurrenz zu nutzen und sich sogar auf Rang vier der Tabelle ins gelobte Land der Champions-League-Qualifikation vorzuschieben, hat der VfL erst einmal verpasst. Die Zuversicht aber scheint trotz der Niederlage in Dortmund gewachsen zu sein. "Wenn wir in den restlichen fünf Begegnungen so spielen wie in der ersten Halbzeit, dann schaffen wir am Ende auch einen europäischen Platz", gab Perisic zu Protokoll.

Nächstes Ziel: Berlin

Und dann ist da ja noch das Halbfinale im DFB-Pokal und die Chance, das Endspiel in Berlin zu erreichen. Am 15. April ist der VfL ausgerechnet beim BVB wieder gefragt, aber auch in diesem Fall ist der Optimismus trotz der schweren Verletzung von Christian Träsch und trotz des längeren Ausfalls von Stamm-Torhüter Diego Benaglio seit dem Wochenende deutlich gewachsen. "Wir können aus dieser Niederlage etwas lernen für das Pokalspiel. Und ich bin überzeugt, dass wir es beim nächsten Mal besser machen werden", meinte Olic.

Auch Klaus Allofs hob noch einmal den Mut hervor, den die Niederlage beim Tabellenzweiten machen soll und kann - und nahm seine Spieler damit für den Pokal-Hit zugleich in die Pflicht: "Wenn einige vorher noch nicht wussten, dass wir auch in Dortmund eine Chance haben, dann ist das die Erkenntnis dieses Spiels."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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