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11.12.2013 - 17:30 Uhr


Wenn Träume Gestalt annehmen

Der VfL Wolfsburg hat gute Chancen, sich erstmals seit 2009 wieder für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren

Der Faktor, der in dieser Saison den Unterschied macht, ist eine verbesserte Defensive

Trainer Dieter Hecking sagt, dass sein Team das Zeug zu Platz 4 habe, fordert aber dennoch realistisches Denken ein

München - Europa! Diesmal soll es endlich wieder klappen. In dieser Saison soll sich der VfL Wolfsburg endlich einmal wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. Europa League oder Champions League? Am besten soll es die Königsklasse werden. Sollte man es jedoch nicht unter die ersten Vier der Bundesliga schaffen, wird der Werksverein sicherlich auch erst einmal mit der Europa League Vorlieb nehmen. Hauptsache, die Wölfe spielen international.

Nicht erst seit der Überraschungsmeisterschaft im Sommer 2009 träumt man bei den Niedersachsen von einer regelmäßigen Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb. In den vergangenen vier Spielzeiten blieb es allerdings genau dabei; beim Träumen. Die Wölfe blieben hinter den Erwartungen zurück, wären in der Saison 2010/11 sogar beinahe abgestiegen.

Hecking: "Hier wächst etwas zusammen"

Doch dieses Jahr ist alles anders. Trainer Dieter Hecking und Klaus Allofs, der Geschäftsführer Sport, haben eine Mannschaft geformt, die den Kampf mit der Konkurrenz annehmen kann - und in diesem auch besteht, wie der bisherige Saisonverlauf gezeigt hat.

Nach einem verhaltenen und etwas wackeligen Start hat sich der VfL stabilisiert und liegt mit derzeit 26 Punkten auf dem 5. Platz. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den 7. Platz, der nicht mehr zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb berechtigt. "Hier wächst etwas zusammen", analysierte Hecking vergangenen Sonntag deshalb nicht ohne Stolz, nachdem seine Mannschaft auch im siebten Ligaspiel in Folge ungeschlagen geblieben war.

Stark verbesserte Defensive

Dass Wolfsburgs Träume von Europa langsam Gestalt annehmen, ist vor allem einer stark verbesserten Defensive zu verdanken. In der vergangenen Saison stellte der VfL mit durchschnittlich 52 Gegentoren nur die elftbeste Defensive der Liga. In der laufenden Spielzeit ist die Abwehr das Prunkstück der Wölfe. Erst 16 gegnerische Treffer bedeuten gemeinsam mit Dortmund die drittbeste Verteidigungsreihe der Bundesliga.

Ein Umstand, der nicht nur einer aufmerksamen Viererkette zuzuschreiben ist, sondern auch einem kompakten defensiven Mittelfeld. Ließ Wolfsburg in der vergangenen Saison noch unterdurchschnittliche 26 Tore durch Mittelfeldspieler zu, sind es bisher nur deren neun (Rang 9). Auch die Gegentore nach Standards wurden von 15 in der Saison 2012/13 (Rang 14) auf bislang fünf reduziert (Platz 4).

Hecking sieht "das Zeug zu Platz vier"

"Wir befinden uns auf einem guten Weg, die Entwicklung geht in die richtige Richtung", sagt auch Diego Benaglio. Rechtsverteidiger Patrick Ochs stimmt seinem Torwart zu, mag aber "nicht von internationalen Zielen" reden. "Wir wollen in der Liga so gut wie möglich abschneiden", sagt der Rechtsverteidiger.

Das Zeug zu Platz 4 habe seine Mannschaft, sagte Dieter Hecking Ende November. "Wir befinden uns im Kreis der sieben, acht Teams, die Platz vier erreichen können." Bis zur Winterpause hat der VfL die Chance, in den noch ausstehenden zwei Partien seine Ambitionen zu unterstreichen, besonders im Duell mit dem direkten Konkurrenten und aktuellen Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach am 17. Spieltag.

Mit einem Sieg bei den Fohlen würde der Traum von Europa der Realität ein kleines Stück näher kommen.

Gregor Nentwig

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