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09.11.2013 - 22:18 Uhr


Wache Bayern bereit für den Gipfel

Pep Guardiola holte als erster Coach der Bundesligageschichte 32 Punkte an den ersten zwölf Spieltagen

119 Ballkontakte: Franck Ribery (r., mit Mario Götze) war gegen Augsburg der überragende Akteur

Abwehrspieler als Torjäger: Jerome Boateng (l.) erzielte nach vier Minuten den Führungstreffer

München - Richtig ins Staunen geraten ist Pep Guardiola erst, als schon alles vorbei war. Als der Coach des FC Bayern am Samstagabend in Richtung Ausgang der Allianz Arena spazierte, blieb sein Blick an einem der großen Flachbildfernseher hängen. Die Spieltagshighlights liefen, Wolfsburgs Ivica Olic wuchtete den Ball gerade fulminant ins BVB-Tor.
Guardiolas Lippen formten für Sekunden ein staunendes O, dann steckte der Spanier die Hände in die Hosentaschen und trottete zufrieden in Richtung Feierabend. Dazu hatte er allen Grund: Souverän hatte sein Team den FC Augsburg mit 3:0 besiegt und weitere Bestmarken aufgestellt, während der große Rivale in Wolfsburg Federn ließ. Selbstbewusst und mit vier Punkten Vorsprung reist seine Mannschaft also zum Showdown in Dortmund am kommenden Spieltag.

Lahm: "Perfektes Wochenende"



Es war ein "perfektes Wochenende" für die Bayern, wie Kapitän Philipp Lahm feststellte. Und das von Anfang an, was zuletzt nicht selbstverständlich war. Drei Mal waren die Bayern in der Liga 0:1 in Rückstand geraten.

Von der Anfangslethargie war diesmal keine Spur. Jerome Boateng zerbröselte Augsburgs Hoffnungen mit seinem feinen Drehschuss in den Winkel schon nach vier Minuten. Anschließend spulten die Müchner ihr übliches Programm ab: Das Mittelfeld mit Javi Martinez vor der Abwehr kombinierte flüssig, die Defensive ließ fast keinen gegnerischen Torschuss zu und offensiv wirbelte Franck Ribery .

Der Franzose war es auch, der mit einem feinen Freistoßtreffer klare Verhältnisse herstellte (42.), als die lange ängstlichen Augsburger begannen aufzumucken. "Wir waren sehr aggressiv und haben besser gespielt als zuletzt", fand Ribery, der mit 119 Ballkontakten und sieben Torschüssen erneut herausragte.

Auch ohne Schweinsteiger erfolgreich



Nicht einmal das Fehlen des am Sprunggelenk verletzten Bastian Schweinsteiger fiel gegen die Schwaben ins Gewicht. Lahm überzeugte neben Toni Kroos auf der Halbposition in der Vierer-Mittelfeldreihe, der agile "Sechser" Martinez ließ sich immer wieder überlegt zurückfallen, um das Spiel zu eröffnen.

72 Prozent Ballbesitz und 23 Torschüsse zeugen von der Überlegenheit der Münchner. Der eingewechselte Thomas Müller gestaltete das Ergebnis mit seinem Elfmetertor in der Nachspielzeit sogar noch nach dem Geschmack der Anhänger (90. +5) - drei Tore, drei Grüße in Richtung Dortmund.

Kroos: "Luxus ist was anderes"



Dort erwartet die Münchner wohl ein anderer Prüfstein als die biederen Augsburger. "Das Spiel in Dortmund ist sehr wichtig für uns", sagt Ribery: "Es ist eine große Chance." Auch wenn er und seine Kollegen unisono betonten, dass ein möglicher Erfolg beim ärgsten Widersacher noch keine Vorentscheidung in der Meisterschaft wäre.

"Luxus ist was anderes", meint Kroos, "der Vorsprung ist noch nicht groß genug." Etwas gelassener reist es sich mit vier Punkten Polster nach der Länderspielpause aber dann doch nach Westfalen.

Pep Guardiola ist sich jedenfalls sicher: "Dortmund wird ein guter, guter Test für uns und unser Niveau." Und vielleicht wird der Trainer der Münchner dort ja nicht erst nach dem Spiel ins Staunen geraten.

Aus München berichtet Andreas Messmer
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