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Bundesliga

23.03.2014 - 15:03 Uhr


Unterhaltungskünstler im Zirkus Bundesliga

München - Die große Meistersause der Bayern ist vorerst vertagt - weil Dortmund und Schalke vor dem Revierderby Einigkeit beweisen, angetrieben von einem starken Solisten einerseits und einem unzähmbaren Hunter andererseits. Zahlreiche Traumtore sorgen für großen Zauber, Stuttgart zeigt echte Emotionen und in Mainz gibt ein Jongleur alles - sogar seine Stimme. Darüber spricht die Liga am 26. Spieltag.

Der wilde Hunter und der coole Solist

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Im Alleingang zähmte Robert Lewandowski gleich fünf Hannoveraner Gegenspieler, zog mit Entschlossenheit an ihnen vorbei und netzte am Ende seines Solos eiskalt zum 2:0 für den BVB ein. Der Pole sah das ganz nüchtern: "Als ich am Strafraum angekommen bin, habe ich die Lücke gesehen und bin dann an allen vorbeigelaufen." Nicht aufzuhalten ist derzeit Klaas-Jan Huntelaar - selbst die eigenen Mitspieler können den Torjäger nicht bändigen. "Der Hunter kam mit so einer Überzeugung und hat gesagt: Ich hau den jetzt rein", erklärte Kaan Ayhan die Freistoßsituation zum 2:0. Mit nun zehn Toren fehlen dem niederländischen Torjäger zwar noch sechs Treffer auf Lewandowski, doch nach allein sechs Toren in den vergangenen drei Spielen holt der Hunter mit Riesenschritten auf. Am Dienstag kommt es im Revierderby zum direkten Duell. Huntelaar ist jedenfalls heiß auf den Showdown: "Es fängt an zu kribbeln."

Der heisere Taktik-Jongleur

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Auch beim FC Bayern steigt allmählich die Vorfreude. Am Samstag hätten bereits die Korken knallen können, aber aufgrund der Siege der Konkurrenten aus dem Ruhrpott muss die Münchner Meistersause vertagt werden. Der neue Termin ist nun vermutlich Dienstag - und ein geeigneter Rahmen ist auch gefunden. "Jetzt fehlt uns nur noch ein Sieg. Wir haben es selbst in der Hand in Berlin, in der Hauptstadt, Meister zu werden", sagt Pep Guardiola. In Mainz stellten die Bayern mit zwei späten Toren und dem 18. Sieg in Serie (Nachbericht) einmal mehr ihre Klasse unter Beweis - doch die größere Show bot lange Zeit der Gastgeber. Mit aggressivem Pressing und einer sehr offensiven Ausrichtung bot Thomas Tuchel (Foto © imago) den Bayern mutig die Stirn und jonglierte dabei gekonnt mit verschiedenen taktischen Formationen. Ihm selbst war nach dem Spiel der volle Einsatz anzuhören: "Es war eine bemerkenswerte Energieleistung der Mannschaft", sagte ein heiserer Tuchel anschließend auf der Pressekonferenz. Am Ende fehlte zwar die Belohnung, aber: "Es hat trotzdem Spaß gemacht."

Die treffsicheren Zauberer

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Ob Lewandowskis Solo, Schusters Distanz-Hammer oder Vollands Schlenzer - die Kunstschützen der Liga präsentierten am Wochenende einen bunten Strauß an Traumtoren. Hoffenheims Sejad Salihovic narrte beim 3:2-Sieg in Leverkusen gar Elfmeterkiller Bernd Leno mit einem Panenka-Lupfer vom Elfmeterpunkt. Auch Juan Arango mit seinem begnadeten Zauberfuß ließ sich nicht lumpen und leitete mit seinem Dropkick die Gladbacher Galavorstellung gegen Hertha BSC ein. Binnen zwölf Minuten schenkten die Borussen dem Aufsteiger drei Mal ein. Nur einer hatte keine Freude an der Darbietung der Fohlen. Nur Hertha-Trainer Jos Luhukay mimte den Spielverderber. "Ich wollte keine Spaßveranstaltung arrangieren", erklärte Luhukay seine auch nach dem Rückstand eher auf Absicherung bedachte Taktik. Und so bot die zweite Halbzeit im Borussia-Park leider wenig Unterhaltung.

Die heißspornigen Kämpfer

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Viel mehr zur Sache ging es da beim Kellerduell zwischen dem VfB Stuttgart und dem Hamburger SV. Spielerischer Glanz war dabei weniger geboten, dafür umso mehr Kampf und echte Emotionen. Dass viel auf dem Spiel stand, belegte eine Szene kurz vor Schluss, als der Stuttgarter Keeper Sven Ulreich und Teamkollege Georg Niedermeier aneinander gerieten (Foto © imago). Schiedsrichter Dr. Felix Brych musste schlichten und zeigte Ulreich gar die Gelbe Karte. Doch nach einem klärenden Gespräch in der Kabine war alles wieder in Ordnung. "Wir haben beide dasselbe Ziel, dass der VfB nicht absteigt, da darf so etwas auch einmal vorkommen", sagte Ulreich, der am Ende allen Grund zur Freude hatte. Schließlich gelang dem VfB mit dem 1:0-Sieg gegen den HSV (Nachbericht) nach zehn sieglosen Spielen der erhoffte Befreiungsschlag.

Die kuriosen Clowns

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Den nächsten Rückschlag im Rennen ums internationale Geschäft musste der VfL Wolfsburg hinnehmen. Beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg präsentierten die "Wölfe" ein besonderes Kunststück: das Synchron-Ausrutschen. Christian Träsch und Naldo rutschten in der 43. Minute gleichzeitig aus und ermöglichten Tobias Werner so den Führungstreffer. Fast clownesk ging es auch auf Schalke in der Nachspielzeit zu. Adam Szalai beendete auf kuriose Weise seine elf Spiele andauernde Torflaute. Beim Versuch, den Ball aus dem Strafraum zu schlagen, schoss Ermin Bicakcic den Schalker ab und von der Unterkante der Latte prallte der Ball zum 3:1-Schlusspunkt ins Netz. Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt allerdings nicht, denn schon am Dienstag steigt im Zirkus Bundesliga die 27. Runde.

Maximilian Lotz

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