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Bundesliga

30.07.2013 - 12:04 Uhr


U-19-Junioren auf dem Sprungbrett

Der VfL Wolfsburg besiegt Schalke 04 im Halbfinale der U-19-Junioren zwei Mal mit 2:0

Entsprechend groß war der Jubel auf Seiten der "Wölfe", die später auch das Finale gegen Rostock für sich entschieden

Zusammenhalt vor dem Spiel: Auch in der U 19 gehört der Kreis zum festen Bestandteil des Teams

Maximilian Arnold (r., gegen Connor Krempicki) hat den Sprung ins Profiteam des VfL Wolfsburg bereits geschafft

Gelsenkirchen - Prächtige Stimmung in der Schalker Arena und zwei Mannschaften, die über 90 Minuten taktisch und technisch auf hohem Niveau um den Einzug ins Endspiel kämpfen. Auf den ersten Blick ist beim Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft der U-19-Junioren kaum ein Unterschied zu einem Bundesliga-Duell zwischen Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg zu erkennen. Die Youngster beider Teams bekamen dabei einen Vorgeschmack auf das, was bald auf sie zukommen könnte.
"U-19-Fußball ist kein Kinder- oder Jugendfußball mehr. Das ist Seniorenfußball, auch wenn die Spieler vom Alter her zum Teil noch nicht erwachsen sind", sagt Schalkes A-Jugendtrainer Norbert Elgert. Und dieser Fußball rückt derzeit verstärkt in den Blickpunkt.

11.404 Zuschauer in der Arena, zahlreiche Trainer und Scouts, Live-Übertragung im TV. Das ist die große Bühne, von der die meisten Spieler träumen. "Vor einer solchen Kulisse zu spielen ist für die Entwicklung der Jungs unbezahlbar", meint "Wölfe"-Coach Dirk Kunert, dessen Team sich im blau-weißen Hexenkessel gegen den amtierenden Meister wie im Hinspiel mit 2:0 durchsetzen konnte. Im Finale gewann der VfL gegen Hansa Rostock mit 3:1 nach Verlängerung.

Auf dem Sprung ins Profiteam



Trotz erfolgreicher A-Jugend-Zeit werden es später nur die wenigsten in die Profiteams schaffen. Der letzte Schritt vom Jugendspieler in die erste Mannschaft bleibt der schwerste. Zumal neben der sportlichen Ausbildung auch die schulischen Anforderungen bewältigt werden wollen. Die Kombination aus Talent, harter Arbeit und Disziplin muss dabei stimmen. Einige Spieler haben den Schritt bereits gemacht oder stehen kurz davor. Schalkes Max Meyer kam in der Bundesliga bereits zu fünf Kurzeinsätzen. Sogar Champions-League-Luft hat der 17-Jährige geschnuppert

Beim 2:3 gegen Galatasaray Istanbul durfte er in den Schlussminuten gegen Didier Drogba und Co. ran. "Ein Junge mit herausragenden fußballerischen Fähigkeiten und einem hervorragenden Charakter", sagt Trainer Elgert über Meyer. Auch U-19-Kapitän Kaan Ayhan trainiert bereits regelmäßig bei den Profis mit und gehörte schon zum Bundesliga-Kader. Weitere vielversprechende Talente stehen darüber hinaus im Fokus von Cheftrainer Jens Keller und Sportvorstand Horst Heldt.

"Wir haben eine sehr gute Jugend. Die Durchlässigkeit nach oben ist bei uns gegeben. Einige Spieler werden wir auch mit ins Trainingslager nehmen", sagte Keller, der in regelmäßigem Austausch mit Norbert Elgert und Trainern der anderen Nachwuchsteams steht. "Unser Ziel ist es die Spieler auszubilden und den ein oder anderen dann ans Profiteam heranzuführen", so Heldt, der sich vom Auftritt der Schalker U19 sehr angetan zeigte. "Sie haben eine tolle Saison gespielt".

Wolfsburg setzt langfristig auf Arnold



Auf Wolfsburger Seite hat Maximilian Arnold den Durchbruch geschafft. Als jüngster Bundesligaspieler und jüngster Torschütze steht er derzeit in der Wolfsburger Bundesliga-Statistik. Zwei Einsätzen in der Saison 2011/12 folgten sechs Spiele in der vergangenen Spielzeit, in denen er drei Tore erzielte. "Er hat sehr viel Potenzial. Wenn er sich so weiterentwickelt, kann er bei uns eine bedeutende Rolle spielen", ist Manager Klaus Allofs von den Qualitäten den 19-Jährigen, dessen Vertrag am Freitag bis 2017 verlängert wurde, überzeugt.

Auch ein weiteres großes Talent würden die "Wölfe" gerne langfristig binden. Julian Brandt (17) wird bereits von europäischen Top-Klubs umworben. "Wir haben ihm einen Karriereplan aufgezeigt und würden ihn gerne halten", so Allofs. Wolfsburg hat im Nachwuchsbereich augenscheinlich echte Alternativen zu kostspieligen Transfers, die bislang die Vereinspolitik bestimmt haben.

Die Stars aus der "Knappenschmiede"



Schalke hat in seiner "Knappenschmiede", so der Name des Nachwuchsleistungszentrums, bereits viele Spieler geformt und erfolgreich in sein Bundesligateam integriert. Mike Hanke, Benedikt Höwedes, Mesut Özil oder Julian Draxler, um nur einige zu nennen. Draxler durchlief von der U9 bis zur U19 alle Jugendmannschaften bei "Königsblau". Das Ausnahmetalent gab im Alter von 17 Jahren und 117 Tagen als jüngster Spieler der Schalker Geschichte sein Bundesliga-Debüt.

Norbert Elgert hat die Schalker Jungstars alle begleitet und die Entwicklung der letzten Jahre beobachtet. "Das Spiel ist immer schneller geworden. Die Anforderungen in allen Bereichen werden immer größer". Trotzdem stehen viele Jugendspieler auf dem Sprungbrett zur erfolgreichen Fußball-Karriere. Auf den Geschmack gekommen sind sie alle. Das Erlebnis einmal in der riesigen Arena zu spielen und von über 11.000 Fans gefeiert zu werden kann ihnen nun keiner mehr nehmen.

Markus Hoffmann

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