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16.12.2013 - 10:48 Uhr


Tuchels Talentschuppen bewährt sich

Thomas Tuchel ist zufrieden: Sein 1. FSV Mainz 05 hat schon vor dem letzten Hinrundenspiel satte 21 Punkte auf der Habenseite

Dabei setzen die Rheinhessen aufgrund von Verletzungsproblemen seit Wochen auf junge Talente wie den 20-jährigen Torwart Loris Karius

Im Mittelfeld hat sich Johannes Geis (r.) zu einer festen Größe entwickelt. Der Youngster zog auch beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach die Fäden

Mainz - Thomas Tuchel war sehr zufrieden, das 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach bedeutete im 16. Spiel den 21. Punkt. Und diese Ausbeute findet der Trainer des 1. FSV Mainz 05 "absolut bemerkenswert". Zu den Abstiegsrängen beträgt der Abstand nun schon zehn Punkte, der zu den Europapokalplätzen nur sechs.

Niemand träumt in Mainz von Europapokalspielen, aber es ist dennoch erstaunlich, wie stabil sich die junge Mannschaft nach vielen, auch verletzungsbedingten Rückschlägen derzeit präsentiert. Gegen die starken Gladbacher verteidigten die Rheinhessen sehr "fleißig", wie nicht nur ihr Coach nach den anstrengenden, von Taktik geprägten 92 Minuten bemerkt hatte.

Lob vom Gegner

Für die Gäste ergab sich einfach keine Lücke, um das entscheidende Tor zu schießen, weil der FSV so aufmerksam verteidigte. Es war ein Kraftakt für die Tuchel-Elf, nach vorne fehlten seinen Spielern in einigen Situationen daher schlicht die Kraft und die Übersicht, um vielleicht selbst noch das entscheidende Tor zu schießen.

Es ist beeindruckend, wie viel Respekt sich die 05er mittlerweile in der Bundesliga erarbeitet haben. Auch Gladbachs Trainer Lucien Favre erklärte nach dem Remis: "Es ist sehr schwer, gegen Mainz zu spielen. Sie sind immer gut organisiert."

Talente zahlen das Vertrauen zurück

Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass gegen den Tabellenvierten vom Niederrhein junge, eher noch greenhornige Profis das Defensivgerüst stellten. Im Tor Loris Karius (20 Jahre) in der Innenverteidigung Stefan Bell (22) und im zentralen defensiven Mittelfeld Johannes Geis (20).

Alle drei sind eher zufällig in die Mannschaft gerutscht, und machen ihre Sache seither sehr gut: Torwart Karius ist nun plötzlich die Nummer 1, weil Christian Wetklo gesperrt und Heinz Müller verletzt war; Bell nutzte eine Verletzungsmisere in der Inneverteidigung und Johannes Geis spielt, seit Julian Baumgartlinger im Krankenstand ist. Tuchel hat aber keine Lust, die guten Leistungen der Talente Woche für Woche hervorzuheben, vor allem in Bezug auf Karius und Bell. Er sagt: "Sie machen es gut, fuchsen sich da rein. Das ist nötig, weil wir es brauchen."

Geis springt in die Bresche

Besonders Geis überzeugt in seiner erstenSaison für Mainz mit erstaunlicher Abgeklärtheit. Der ehrgeizige Rechtsfuß war in der Sommerpause von der SpVgg Greuther Fürth gekommen und erwies sich gleich als starke Alternative im zentralen Mittelfeld: "Ich habe von Julian Baumgartlingers Ausfall profitiert, aber ich muss meinen Mitspielern ein Kompliment machen und ihnen danken. Ohne sie wäre ich nicht so stark gewesen. Sie haben mich immer gefördert und aufgebaut."

Dass Geis gleich ein gleichwertiger Bundesliga-Spieler geworden ist, ist immens wichtig. Nicht nur, weil Baumgartlinger verletzt ist, sondern auch weil Elkin Soto einfach nicht seine Bestform in der Zentrale findet.

Offensive geht auf dem Zahnfleisch

Nach vorne ging gegen Gladbach allerdings auch deshalb nicht sehr viel, weil sich Nicolai Müller nun schon seit Wochen mit einer Knöchelverletzung quält; er kann die Pause besonders gut gebrauchen. Und auch deshalb nicht, weil Eric Choupo-Moting nach langer Verletzung noch nicht die Durchschlagskraft zeigt, die man von ihm erwarten kann.

Doch nach der Winterpause will der Nationalspieler Kameruns wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Tuchel darf sich dann wieder über mehr Alternativen freuen. Nun aber wollen sich die Mainzer zum Vorrundenabschluss beim Hamburger SV erstmal noch mindestens ein zusätzliches Pünktchen unter den Weihnachtsbaum legen.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter

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