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14.05.2014 - 14:05 Uhr


Armin Veh - der Entwickler und Bastler

Armin Veh kehrt zum VfB Stuttgart zurück. Der 53-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2016 und bei den Schwaben "großes Potenzial, etwas aufzubauen" (© Imago)

Mit dem VfB feierte Veh (l., hier mit Pavel Pardo) 2007 seinen größten Erfolg - die überraschende Meisterschaft (© Imago)

Zuletzt coachte Veh Eintracht Frankfurt. Bei den Hessen bewies er seine Entwickler-Fähigkeiten: Von der 2. Bundesliga führte er die Eintracht nach Europa

Allerdings hat er Probleme, die Teams oben zu halten. Als Nachfolger von Meister-Coach Felix Magath, schaffte Veh (l.) es beispielsweise nicht, den VfL Wolfsburg an der Spitze zu halten

München - Pavel Pardo schlägt in der 27. Minute eine Ecke an die Strafraumkante. Dort steht Thomas Hitzlsperger und hämmert mit seiner linken Klebe den Ball auf das Cottbuser Tor. Das Leder zischt unhaltbar für Energie-Keeper Tomislav Piplica zum 1:1-Ausgleich unter die Latte. Rund eine Stunde später feiert der VfB Stuttgart die dritte Meisterschaft seit Bestehen der Bundesliga. Möglicherweise waren es diese Bilder aus dem Mai 2007, die Armin Veh dazu bewegten, zur neuen Saison wieder zu den Schwaben zurückzukehren (zur Meldung).

"Mich hat nach der tollen Zeit in Frankfurt überhaupt derzeit nur eine Aufgabe gereizt. Das war von Anfang an der VfB Stuttgart, zu dem ich seit damals eine besondere Beziehung habe", erklärte er seine Entscheidung. Der 53-Jährige ist dem VfB nach seiner ersten Amtszeit stets eng verbunden geblieben, telefonierte regelmäßig mit ehemaligen Spielern oder Angestellten der Geschäftsstelle.

Mit einem Überraschungs-Team zur Meisterschaft

Nun ist Veh also wieder in Stuttgart. Nur beim VfB hat er in seiner Bundesliga-Trainerkarriere eine positive Gesamtbilanz (46 Siege, 18 Remis, 32 Niederlagen). Dieses Mal jedoch übernimmt er einen Verein, der gerade erst am Abstieg vorbeigeschrammt und deshalb angeschlagen ist (zur Tabelle). Aufgrund des Sparkurses bleibt wohl auch in diesem Sommer nicht viel Spielraum für Investitionen.

Aber Veh hatte schon in seiner ersten Amtszeit aus einer Überraschungsmannschaft ein Spitzenteam geformt. Im Februar 2006 übernahm er als Nachfolger von Giovanni Trapattoni. Nach einem mittelmäßigen Abschluss der Saison gelang dem gebürtigen Augsburger gleich im Jahr darauf sein Meisterstück. Mit acht Siegen in Serie zum Saisonabschluss sicherte sich der VfB die Meisterschale.

In der Saison 2006/07 hatte Veh vieles richtig gemacht: Ein zentraler Baustein war die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern sowie eine geschickte Transferpolitik. Mit Serdar Tasci und Sami Khedira baute er zwei Nachwuchsspieler in die Mannschaft ein, die tragende Säulen wurden. Außerdem holte er eher unbekannte Neuzugänge, die sofort einschlugen: Roberto Hilbert kam aus der 2. Bundesliga von der SpVgg Greuther Fürth, absolvierte alle Spiele und schoss sieben Tore. Auch die beiden Mexikaner Ricardo Osorio und Pavel Pardo hatten einen enormen Anteil am Titelgewinn. Und unter Veh schaffte auch Mario Gomez seinen Durchbruch. Der Stürmer schoss 14 Tore und damit die meisten aller Stuttgarter.

Veh - der Entwickler

Die Verantwortlichen überkamen beim Gedanken an Veh daher wohl auch nostalgische Gefühle. "Er hat nicht nur mit der Meisterschaft 2007 hier beim VfB, sondern auch bei seinen Stationen danach bewiesen, dass er eine Mannschaft mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten formen kann und guten attraktiven Fußball spielen lässt", sagte Präsident Bernd Wahler nach der Verpflichtung.

In der Tat: Veh gelingt es besser, etwas aufzubauen, als Teams konstant erfolgreich zu leiten. Die Frankfurter führte er aus der 2. Bundesliga direkt in die Europa League. Auch bei den Hessen stimmte die Mischung aus eigenen Talenten (Sebastian Jung, Sebastian Rode) und guten Transfers (Stefan Aigner, Takashi Inui). In der Folge-Saison jedoch kämpfte die Eintracht gegen den Abstieg (alle Ergebnisse der SGE).

"Habe große Lust etwas aufzubauen"

Auch beim VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV scheiterte Veh daran, die erfolgreichen Teams an der Spitze zu halten. Als Nachfolger von Meistertrainer Felix Magath musste er 2009/10 nach 19 Spielen auf Platz 10 liegend die Wölfe wieder verlassen. Beim ambitionierten HSV wurde er gut ein Jahr später auf Rang 8 beurlaubt. Selbst nach seiner Meistersaison bei den Schwaben schaffte es Veh nicht, die Mehrfachbelastung entsprechend zu koordinieren. Nach 14 Spielen und einem unbefriedigenden 11. Platz musste er seinen Hut nehmen.

Vermutlich ist die Freude auf die Aufgabe in Stuttgart deshalb besonders groß. Denn dort kann Veh wieder seine Stärken ausspielen: enwickeln und basteln. "Ich habe große Lust daran, hier wieder etwas aufzubauen. Der VfB hat ein großes Potenzial", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi. "Ich bin überzeugt, dass wir den Verein gemeinsam richtig voran bringen können."

Michael Sapper

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