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23.05.2014 - 14:48 Uhr


Florian Klein: Großer Abgang, großer Sprung

Starker Abschluss mit RB Salzburg: Beim 4:2-Finalsieg im ÖFB-Pokal gegen St. Pölten erzielte Florian Klein (l.) das Führungstor

Im österreichischen Nationalteam machte Klein (l.) schon Bekanntschaft mit dem Ex-Stuttgarter Sami Khedira. Klein bestritt bislang 18 Länderspiele

Beim VfB soll Klein die rechte Defensivseite verstärken

München - Der Abstiegskampf kann einen auch mitnehmen, wenn man gerade um das Double spielt. Florian Klein erging es so in den letzten Wochen. Den Meistertitel hatte der Österreicher mit RB Salzburg schon im März geholt, das Pokalfinale stand Mitte Mai an. In der Zeit dazwischen machte der Außenverteidiger seinen Wechsel zum VfB Stuttgart perfekt - und fieberte aus der Ferne mit, wie sich die Schwaben im Abstiegskampf schlugen.

Und das "sogar ziemlich intensiv", berichtet der 27-Jährige. "Ich stand auch mit Martin Harnik in engem Kontakt und habe ihm gesagt, dass er viele Tore schießen soll." Es reichte am Ende gerade so für die Stuttgarter (zum Saisonrückblick). Der Wechsel wurde wenig später publik - und Kleins großer Wunsch damit wahr. "Deutschland ist ein Traum, es ist eine der besten Ligen der Welt", sagt der gebürtige Linzer.

Beim VfB ist Klein für den Platz hinter seinem Landsmann vorgesehen. Während Harnik über den rechten Flügel stürmt, soll hinter ihm Klein für mehr Konstanz sorgen. Mit Gotoku Sakai liefert sich der österreichische Nationalspieler ab der kommenden Saison ein Duell um die Position des Rechtsverteidigers.

Großer Abgang für Klein

Neben der Perspektive Bundesliga spielte bei Kleins Wechsel sein Nationalmannschaftskollege Harnik eine wichtige Rolle. "Er hat mir die Situation geschildert und meine Fragen beantwortet", sagt Klein. "Werbung für den VfB" habe der Angreifer gemacht, aber auch die schwierige sportliche Situation nicht verschwiegen. 

Die Konzentration auf den Endspurt in Salzburg schmälerten die Gespräche nicht. Kleins Abschied vom österreichischen Meister verlief perfekt am vergangenen Sonntag. Beim 4:2-Sieg im Pokalfinale gegen St. Pölten erzielte Klein das Führungstor, leistete zu einem weiteren Treffer die Vorarbeit und feierte anschließend mit seinen Kollegen das Double. Für Klein war es das versöhnliche Ende nach zwei wechselhaften Jahren in Salzburg.

"Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen"

Nach Anfangsschwierigkeiten hatte sich Klein gleich in seiner ersten Saison beim Mateschitz-Club etabliert. Als Stammspieler von der Wiener Austria gekommen spielte er 20 Mal für RB, davon 18 Mal über die komplette Spielzeit. Der Knick kam dann im zweiten Jahr: Cheftrainer Roger Schmidt vertraute in der abgelaufenen Saison rechts in der Viererkette auf Christian Schwegler, den älteren Bruder des Frankfurters Pirmin. Klein fand sich auf der Ersatzbank wieder und kam nur bei Verletzungen Schweglers zum Zug.

Dennoch traut Schmidt seinem ehemaligen Schützling eine Menge zu. "Er ist ein Topspieler, der in den vergangenen zwei Jahren noch mal eine sehr gute Entwicklung genommen hat. Ich traue ihm absolut zu, die Qualitäten, die er hat, beim VfB Stuttgart einzubringen. Ich würde mich freuen, wenn er im seinen Alter in der Bundesliga noch mal Karriere machen würde."

Neue Bleibe für die Familie gefunden

Kleins Entschluss zum nächsten Karriereschritt reifte, als es im Frühjahr ernüchternd weiter ging. Beim VfB passte das Gefühl sofort - für beide Seiten. Klein sei ein "sehr routinierter Spieler", sagt Stuttgarts Sportvorstand Fredi Bobic, er sei überzeugt, dass sich der Neuzugang "schnell bei uns integrieren wird".

Entsprechend rasch ging der Wechsel  nach Saisonende über die Bühne. "Ich wollte relativ bald wissen, wo es hingeht", sagt Klein. Planungssicherheit ist ihm wichtig. Für seine Frau Tamara und seine zwei kleinen Buben hat er bereits eine Bleibe in Stuttgart gefunden.

"Ich möchte mich von Beginn an gut eingliedern", sagt er. Kampfansagen spart er sich. Bei einer Sache ist sich der Defensivmann aber sicher: "Mit der Mannschaft ist natürlich einiges mehr drin als in dieser Saison." Der Abstiegskampf hat ihm schon aus der Ferne gereicht.

Andreas Messmer

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