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30.07.2013 - 12:29 Uhr


Schweinsteiger - außen statt draußen?

Bastian Schweinsteiger sucht noch nach seiner Rolle im neuen Bayern-System unter Coach Pep Guardiola

Harter Kampf: Wie im Supercup gegen Marcel Schmelzer (r.), so muss sich der Münchner Vize-Kapitän auch bei den Bayern seinen Platz erkämpfen

Zu Beginn seiner Bundesliga-Karriere spielte Schweinsteiger (l.) zumeist auf dem Flügel

München - 24 Minuten durfte Bastian Schweinsteiger bei der 2:4-Niederlage des FC Bayern München im Supercup bei Borussia Dortmund ran. 24 Minuten im offensiven Mittelfeld, die allerdings wenig Aufschluss darüber gaben, welche Rolle dem Nationalspieler von Pep Guardiola zugedacht wird. Im Moment sind sowohl der Nationalspieler als auch der neue Trainer noch auf der Suche nach der optimalen Symbiose.
Beim Triple-Sieger und frischgebackenen Fußballer des Jahres haben die aktuellen Fragezeichen allerdings schmerzhafte Ursachen: knöcherne Absprengungen am rechten Fersenbein. Die ließ sich Schweinsteiger in der Sommerpause entfernen und verpasste trotz ursprünglich günstiger Prognose (zehn Tage Pause) schlussendlich fast die gesamte Vorbereitung.

Offiziell werden beim FCB aber alle Fragezeichen um den 28-Jährigen unverzüglich vom Tisch gewischt. "Es gibt überhaupt keine Diskussion um Bastian. Das ist nicht Bestandteil unseres Denkens. Bastian ist für mich der beste Mittelfeldspieler der Welt", erklärte FCB-Sportvorstand Matthias Sammer in der "Sport-Bild".

Neues System, neuer Konkurrent



Andererseits aber haben die Münchner während Schweinsteigers Zwangspause mit Guardiolas Wunschspieler Thiago eine weitere hochkarätige Mittelfeld-Alternative vom FC Barcelona verpflichtet und somit momentan sogar ein Überangebot im Zentrum. Nicht zuletzt deshalb soll Sammer den Kader bis zum Ende der Transferzeit noch ausdünnen. Wodurch sich auch Schweinsteigers Perspektive umgehend wieder verbessern könnte.

Zieht man allerdings die Erkenntnisse der Vorbereitung heran, so ist der spanische U21-Europameister Thiago wohl vorerst als einziger Sechser gesetzt. Die zweite Position vor der Abwehr hat Guardiola komplett aufgelöst und sich so an das von ihm bereits beim FC Barcelona favorisierte 4-3-3-System angenähert.

Mit Schweinsteigers einstigem Doppelsechs-Partner Javier Martinez plant Guardiola dem Vernehmen nach auch eher in der Innenverteidigung. Über die aktuelle Situation will Schweinsteiger nicht reden, dafür über seinen neuen Coach. "Wenn ich sehe, wie er Dinge erklärt, worauf er achtet: Da geht es schon sehr, sehr viel um Details. Ich glaube, genau so was tut uns gut", sagte der Vize-Europameister von 2008 dem "kicker".

Flexibilität als großes Plus



Vor der Abwehr wird es also eng für Schweinsteiger, der in den vergangenen Jahren dort quasi gesetzt war, nachdem Louis van Gaal ihn vom Flügel ins Zentrum beordert hatte. Rüttelt nun ausgerechnet dessen ehemaliger Schüler Guardiola am "Mythos Schweinsteiger"? "Wer ihn nur ansatzweise infrage stellt, ist respektlos", gab Sammer via "Sport-Bild" die Antwort.

Denn: Sportlich gibt es für Schweinsteiger im Mittelfeld genügend Ausweichmöglichkeiten. Die ersten Sporen bei Bayern und in der Nationalmannschaft verdiente sich der junge "Schweini" jedenfalls auf den Außenbahnen im Mittelfeld. Seine bevorzugte Methode war das Dribbling mit anschließendem Lauf nach innen und dem darauffolgenden Torabschluss.

Rückkehr nach außen?



Dies könnte durchaus wieder zu einer Alternative werden, denn die etatmäßigen Außenspieler Arjen Robben und Franck Ribery stehen neben ihrer Weltklasse auch für eine gewisse Verletzungsanfälligkeit.

An seiner Torgefahr müsste Schweinsteiger dann aber noch arbeiten. In 142 Spielen als Flügelspieler erzielte er lediglich 14 Treffer. Zum Vergleich: Alleine in der Vorsaison war er sieben Mal erfolgreich - als deutlich defensiver orientierter Sechser.

Und sollte sich wider Erwarten gar kein freier Platz im Mittelfeld mehr finden, so könnte der Routinier Guardiola notfalls auch noch auf seine Erfahrung von sieben Spielen als linker Außenverteidiger hinweisen (2005 unter Felix Magath).

Christoph Gailer
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