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22.09.2013 - 18:41 Uhr


Schlaflose Nächte und falsche Füße

Protagonisten des Spieltags: Esswein, Höwedes und Matip, Pizarro, Dutt (von oben links im Uhrzeigersinn)

Protagonisten des Spieltags: Esswein, Höwedes und Matip, Pizarro, Dutt (von oben links im Uhrzeigersinn)

München - "Die Anfangsphase haben wir verschlafen!", das hört man ständig in der Bundesliga. Gerne auch verwendet: "Da haben wir gepennt!" Mit solchen Aussagen versuchen Profis wie Trainer immer wieder, Gegentore zu erklären. Der Schlaf scheint also eine wichtige Rolle zu spielen, wenn es auf dem Platz um Sieg oder Niederlage geht.

Am 6. Spieltag gab es nicht nur schlaflose Nächte, sondern auch Albträume und Schlafwandler - darüber spricht die Liga!

Essweins Albtraum

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Alexander Esswein war sich sicher: Diese Nacht würde er ganz schlecht schlafen. Er hatte Angst, fürchtete sich vor Albträumen - besser gesagt: vor einen immer wiederkehrenden Albtraum. Von der Bank gekommen hatte der Stürmer in der Nachspielzeit gegen Borussia Dortmund beim Stand von 1:1 die RIESEN-Chance zum Sieg. Alleine vor dem bereits herausgeeilten und fast schon auf dem Boden liegenden Roman Weidenfeller versagten Esswein jedoch die Nerven: Er donnerte den Ball Zentimeter über die Querlatte und auf die Laufbahn, die das Spielfeld umgibt. Es wäre der erste Sieg des "Clubs" in dieser Saison gewesen. Diese Szene werde er "noch ein paar Mal" vor seinem inneren Auge erleben, sagte Esswein (2.v.l., Bild: Imago) nach dem Spiel.

Dutts schlaflose Nacht

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Gar nicht, oder zumindest nur sehr kurz geschlafen hatte Robin Dutt. Anstatt sich in der Nacht vor dem Nordderby beim Hamburger SV aufs Ohr zu hauen, grübelte der Trainer des SV Werder über seiner Aufstellung. Soll er spielen oder lieber nicht? Er, das ist Martin Kobylanski, Stürmer, 19 Jahre jung und Gegenstand der Gedankenspiele seines Trainers. "Ich habe noch in dieser Nacht überlegt, ob ich ihn einsetze", sagte Dutt über den ersten Bundesliga-Auftritt des Youngsters. "Man will so junge Spieler auch nicht zum falschen Zeitpunkt bringen. Aber es war in Ordnung. Martin hat frischen Wind gebracht." Und seinem Trainer eine erholsame Nacht beschert.

Geschichtsbuch unterm Kissen

Auf süße Träume darf sich Lars Bender freuen, zumindest in den Nächten, in denen der Leverkusener mit dem Geschichtsbuch der Bundesliga unterm Kissen schläft. In selbiges hat sich der Nationalspieler am Samstag nämlich eingetragen, als er mit seinem abgefälschten Schuss zum zwischenzeitlichen 2:0 der Werkself in Mainz traf. Es war das 47.000. Tor der Bundesliga-Historie. (Splitter)

Mit dem falschen Fuß aufgestanden

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Haken, Blick, Schuss, Tor - Oscar Wendts Treffer zum 1:0 war nicht nur sehens-, sondern auch bemerkenswert, denn: Der Schwede (3.v.l., Bild: Imago) erzielte die Führung seiner Borussia gegen Eintracht Braunschweig mit rechts. Ausgerechnet mit eben dem Fuß, den der Linksverteidiger normalerweise nur zum Stehen gebraucht, wie er nach dem 4:1-Sieg seiner Gladbacher erklärte. "Es war wahrscheinlich das erste und letzte Mal, dass ich den Ball mit dem rechten Fuß so gut treffe", sagte Wendt. Ob der 27-Jährige mondfühlig ist? Wahrscheinlich schon, oder wie sollte man sonst erklären, dass Wendt nach der Vollmondnacht von Donnerstag am Freitagmorgen mit dem falschen Fuß aufgestanden ist?

Knappen im Tiefschlaf

Bereits während des Spiels gepennt hatte die komplette Schalker Defensive, als sich die Königsblauen innerhalb von nur 98 Sekunden zwei Gegentore gegen den FC Bayern fingen. "So haben wir uns das nicht vorgestellt", urteilte Jens Keller über die Partie, die die Bayern nach dem Doppelschlag mit schlafwandlerischer Sicherheit zu Ende spielten. Traumhaft sicher trat der eingewechselte Claudio Pizarro auf, der seinen einzigen Torschuss der Partie zum 4:0-Endstand für den FCB nutzte und mit nun elf Treffern erfolgreichster Joker der noch aktiven Bundesliga-Profis ist.

Verhängnisvoller Sekundenschlaf

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Nur einmal kurz die Augen schließen. Nur ganz kurz mal abschalten - und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. Sekundenschlaf ist nicht nur im Straßenverkehr gefährlich, auch auf dem Fußballplatz kann er fatale Folgen haben. So am Samstag in Wolfsburg in der 48. Spielminute. Hoffenheims Fabian Johnson patzt, was kein Problem gewesen wäre, wäre Jannik Vestergaard nicht just in diesem Moment für eine Sekunde weggenickt. Dieser Aussetzer genügte dem hellwachen Ivica Olic nämlich, um sich zwischen den Dänen und den Ball zu schieben und diesen zwei Sekunden später per Lupfer zum spielentscheidenden 2:1 ins TSG-Tor zu befördern. Dabei müsste Vestergaard doch wissen, dass man gegen Olic immer aufmerksam sein muss, denn immerhin ist der 34-Jährige der Spieler, der in der Bundesliga am häufigsten sprintet (199 Mal bislang).

Gregor Nentwig

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