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31.05.2014 - 18:18 Uhr


Sam und Hofmann: Schnellschüsse mit Weitsicht

Zwei neue Schalker jubeln hier noch in Rot: Philipp Hofmann (o.) und Sidney Sam

Sam (M.) wechselt für vier Jahre von Bayer Leverkusen zum den Knappen

Hofmann erzielte für den FC Ingolstadt in der abgelaufenen Saison acht Tore und leistete damit einen maßgeblichen Beitrag zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga (© Imago)

Adam Szalai (l.) und Jefferson Farfan müssen um ihre Plätze im Team fürchten

München - Altersvorsorge ist dieser Tage in Deutschland ein viel diskutiertes Thema. Auch beim FC Schalke 04. Doch bei den Königsblauen funktioniert das Prinzip etwas anders als ursprünglich gedacht. In Gelsenkirchen geht es nämlich nicht darum, für das Auskommen älterer Spieler zu sorgen, sondern frühzeitig junge Profis für die Zukunft auf- und einzubauen. S04 baut vermehrt auf deutsche Talente.

Ein Blick auf die beiden Sommer-Transfers von Nationalspieler Sidney Sam, der von Bayer Leverkusen kommt, und U-21-Nationalspieler Philipp Hofmann, der vom FC Ingolstadt zurückkehrt, beweist dies. Doch was steckt genau hinter den beiden Deals, die Manager Horst Heldt schon frühzeitig eingefädelt hat?

Sidney Sam

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Schalke handelte schnell, sehr schnell. Fast so schnell, wie sich Neuzugang Sidney Sam gewöhnlich auf dem Feld bewegt. Bereits Anfang Januar 2014 sicherte sich der Champions-League-Starter die Dienste des Deutsch-Nigerianers mit Länderspiel-Erfahrung. "Er ist auf vielen Positionen einsetzbar, sehr ehrgeizig und möchte mit Schalke viel erreichen", sagte Horst Heldt.

Der Schachzug des Managers ist gleich in mehrfacher Hinsicht gelungen. Einerseits holt sich der Tabellendritte der abgelaufenen Saison einen überdurchschnittlichen Flügelspieler im mit 25 Jahren besten Alter von einem direkten Konkurrenten. Sam unterschrieb einen Vier-Jahres-Vertrag, womit der Coup einen weiteren Sinn erfüllt: Er ist klar jünger als sein 29 Jahre alter Hauptkonkurrent Jefferson Farfan auf der rechten Außenbahn und damit schon sein möglicher Nachfolger. Neben dem Alter sprechen auch die Formschwankungen und die Verletzungsanfälligkeit des Peruaners indirekt für den Sam-Deal, auch wenn Farfan an guten Tagen immer noch in der Lage ist, eine Abwehr quasi im Alleingang zu zerlegen. Darauf alleine will und muss sich Trainer Jens Keller aber in Zukunft nicht mehr verlassen - dank Allzweckwaffe Sam, der für Bayer Leverkusen in seiner Abschiedssaison acht Tore erzielte und sieben Vorlagen beisteuerte.

Philipp Hofmann

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Während Sidney Sam ein "richtiger" Neuzugang ist, kennt man Philipp Hofmann auf Schalke bereits. Der Mittelstürmer, eigentlich bis 2015 an den FC Ingolstadt ausgeliehen, kehrt vorzeitig nach Gelsenkirchen zurück. Die gute Entwicklung des 1,94-Meter-Hünen bei den Schanzern blieb den Verantwortlichen der Knappen nämlich nicht verborgen. So machte Manager Horst Heldt nach acht Hofmann-Toren für den FCI von der Rückholoption Gebrauch.

Auch diese Vorgehensweise ist einmal mehr von viel Weitsicht geprägt. Zum einen wissen die Schalker aus der vergangenen Saison, wie riskant es wäre, erneut mit nur zwei Mittelstürmern in eine Saison mit drei Wettbewerben zu gehen. Zum anderen klafft nach Topstürmer Klaas-Jan Huntelaar qualitativ eine Lücke, die Hofmann schließen könnte. Huntelaars bisheriger Backup, der Ungar Adam Szalai, blieb in seiner Premieren-Saison auf Schalke trotz sieben Saisontoren hinter den Erwartungen zurück - speziell während Huntelaars langer Verletzungspause in der Hinrunde.

Hier könnte der 21-jährige Hofmann Abhilfe schaffen und nach zwei Lernjahren in der 2. Bundesliga beim SC Paderborn und in Ingolstadt wäre es eine Win-Win-Situation. Schalke könnte mit Hofmann, dessen Vertrag noch bis 2016 läuft, einen zuverlässigen Torjäger im Schatten von Huntelaar aufbauen. Der Niederländer ist mit mittlerweile 30 Jahren auch schon im Herbst seiner Karriere angekommen. Hofmann selbst könnte sich die entscheidenden Dinge für eine verheißungsvolle Karriere vom ehemaligen Torschützenkönig abschauen und später in dessen Fußstapfen treten.

Christoph Gailer

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