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20.02.2014 - 12:30 Uhr


Jugendwelle mit Methode

Königsblaue Eigengewächse: Sead Kolasinac (l.), Max Meyer (2.v.l.) und Kaan Ayhan (r.)

München - Die "Jugendwelle" hat auf Schalke Methode: Nicht weniger als sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs kamen beim 2:1-Sieg im Topspiel bei Bayer Leverkusen am letzten Spieltag für die Knappen zum Einsatz. Ralf Fährmann, Tim Hoogland, Joel Matip, Sead Kolasinac und Max Meyer spielten allesamt von Beginn an, Kaan Ayhan wurde kurz vor Schluss eingewechselt.

Der Deutsch-Türke, der in der laufenden Saison bislang vier Einsätze hatte, ist der vorerst letzte Youngster aus der Knappenschmiede, dem Keller eine Chance gibt. Im aktuellen Kader stehen sogar insgesamt elf Akteure, die dem eigenen Nachwuchs entstammen - acht davon wurden in der aktuellen Spielzeit bereits eingesetzt. Neben den oben genannten sind das die derzeit rekonvaleszenten Julian Draxler und Benedikt Höwedes. Dazu kommen Donis Avdijaj, Rene Klingenburg und Marcel Sobottka, die bislang noch nicht eingesetzt wurden (Infografik: Drei Vereine, ein Prinzip, elf Eigengewächse).

"Ihre Leistungen machen uns sehr, sehr stolz und dokumentieren die gute Zusammenarbeit zwischen Nachwuchs- und Profiabteilung", sagt Oliver Ruhnert, Direktor Nachwuchs auf Schalke (Am Freitag exklusiv im Interview auf bundesliga.de). "Der Kontakt zwischen Jugendbereich und Profis ist bei uns sehr eng. Das merken die Jungs auch und sehen, dass das Ziel nicht unerreichbar ist."

Nur Bayern kann Schalke das Wasser reichen

Verglichen mit anderen Bundesligavereinen liegen die Königsblauen im Nachwuchsbereich weit vorne. Die elf Eigengewächse, die sich im Schalker Kader tummeln, werden nur noch vom FC Bayern erreicht. Selbst die für ihre Fußball-Schule berühmten Freiburger kommen mit zehn Profis aus der eigenen Jugend nicht an Schalke heran, und auch der VfB Stuttgart - einer der besten Ausbildungsvereine in Deutschland - hat zurzeit "lediglich" neun Eigengewächse unter Vertrag. Der Ligaschnitt liegt derzeit bei sieben Profis aus der eigenen Jugend, die unter Vertrag stehen.

Nimmt man lediglich die Spieler, die zum erweiterten Stamm gehören, hat Schalke sogar die Nase alleine vorn. Draxler, Fährmann, Höwedes, Matip, Meyer und Kolasinac stehen nicht selten gemeinsam in der Knappen-Elf - auf Bayern-Seite sind das David Alaba, Toni Kroos, Philipp Lahm, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger. Hinzu könnte sich der Langzeitverletzte Holger Badstuber gesellen.

Johannes Fischer

Schalkes Eigengewächse zum Durchklicken

Torhüter Ralf Fährmann, der den bisherigen Stammkeeper Timo Hildebrand am Ende der Hinrunde ablöste, blieb in insgesamt zwölf Pflichtspielen in dieser Saison sieben Mal ohne Gegentor

Eher schleppend verläuft die Saison für Benedikt Höwedes. Der zuletzt häufig verletzte Schalke-Kapitän geht zwar stets voran, ist aber weder Stratege noch Abwehrorganisator. Mit einem starken Partner wie Kyriakos Papadopoulos, der sich nach langer Pause wieder zurückgemeldet hat, spielt Höwedes ein bis zwei Klassen besser

Joel Matip (r.) wird sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der Sechser-Position eingesetzt. Das größte Manko des 22-Jährigen ist seine recht hohe Fehlpassquote. Ein großer Trumpf von Matip ist dagegen sein hervorragendes Kopfballspiel, das er auch in der Offensive einsetzt. Zwei Tore stehen in der laufenden Spielzeit bereits zu Buche

Tim Hoogland (l.) hinkt nach langer Verletzungspause immer noch hinterher. Der Verteidiger kam in der laufenden Saison erst drei Mal in der Startelf zum Einsatz. Schalke wird Hoogland auch weiterhin behutsam aufbauen, damit er spätestens in der kommenden Saison zu alter Stärke zurückfindet

Sead Kolasinac ist defensiv eine Bank, im Spiel nach vorne hat der Bosnier aber noch viel Luft nach oben

Julian Draxler hatte in der laufenden Saison bereits den ein oder anderen Durchhänger. Der Jungstar, dem einige Verletzungen zu schaffen machen, brillierte noch nicht so wie in der vergangenen Saison. Immerhin bereitete der 21-Jährige fünf Treffer vor und erzielte selbst ein Tor

Max Meyer hat mit seinen 18 Jahren natürlich noch nicht die Konstanz, dem Schalker Spiel dauerhaft seinen Stempel aufzudrücken. Auffällig: Er ist als Schütze von Toren deutlich erfolgreicher als als Vorbereiter. Mit durchschnittlich über zwölf Kilometern pro Spiel ist er zudem nicht selten Schalkes laufstärkster Akteur

Kaan Ayhan ist der nächste Spieler aus Schalkes Nachwuchsschule, der vor dem Durchbruch steht. Nimmt man das Spiel gegen Hannover als Maßstab, wird auch ihm die Zukunft bei den Königsblauen gehören

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