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24.11.2013 - 13:19 Uhr


SCF befreit sich: "Es bleibt schwer"

Siegesfaust vom Coach: Freiburgs Chrsitian Streich (r.) feiert mit seinen Jungs das entscheidende 1:0 (© Imago)

Gelson Fernandes hatte sich einen perfekten Zeitpunkt ausgesucht für seinen Bundesliga-Premierentreffer

Auch Kapitän Oliver Baumann glänzte erneut und hielt mit starken Paraden den Sieg im Kellerduell fest

Braunschweig - Gelson Fernandes wollte sich nicht lange mit Eigenlob aufhalten. Natürlich sei der 1:0-Sieg in Braunschweig "sehr wichtig für die junge Mannschaft gewesen" und natürlich freue er sich auch über sein Tor ("nicht schön, aber wichtig"), doch erreicht habe man noch gar nichts: "Wir haben elf Punkte aus 13 Spielen, es bleibt schwer für uns."
Auch Keeper Oliver Baumann, der neben dem Schweizer in der Interviewzone stand, gab den Mahner: "Natürlich ist das Spiel am Donnerstag in Liberec eine tolle Erfahrung für uns. Aber in Mönchengladbach am Sonntag müssen wir da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben." Das gilt besonders für die Leistung im zweiten Durchgang, in dem sich der SC den dreifachen Punktgewinn redlich verdiente.

Baumann erneut stark



Nach gut einer halben Stunde hatten die Braunschweiger 62 Prozent Ballbesitz, am Ende der Partie nur noch 52, eine Folge der Freiburger Dominanz in den zweiten 45 Minuten. War die Begegnung im ersten Durchgang noch vom Anrennen der Braunschweiger gekennzeichnet, konnte sich der SC nach dem Seitenwechsel zusehends besser vom Druck der Niedersachsen befreien und immer wieder Entlastungsangriffe starten. Doch zu mehr als dem Siegtreffer durch Fernandes (52.) reichte es nicht - auch weil die Freiburger die Bälle nach der Eroberung teilweise überhastet verloren.

"Wir haben im zweiten Durchgang die Bälle zu schnell hergegeben. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das Spiel breiter machen und den Ball in den eigenen Reihen halten", legte Keeper Baumann dann auch den Finger in die Wunde. "So sind die Braunschweiger immer wieder angerannt." Baumann, der erneut ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft war und Chancen von Omar Elabdellaoui (21.) und Norman Theuerkauf (46.) zunichte machte, wollte dann aber auch nicht zu kritisch mit seinen Vorderleuten sein: "Das war heute natürlich ein sehr, sehr wichtiger Sieg."

"Im 4-1-4-1 haben wir noch nicht viele Spiele verloren"



Doch nicht nur die Tabellenlage - mit elf Punkten rangiert der SC auf Platz 16 - ist aus Freiburger Sicht erfreulich. Auch spielerisch hält die Aufwärtsentwicklung an. In Sachen Passsicherheit war Freiburg den Gastgebern phasenweise deutlich überlegen, und auch die Spielanlage wusste durchaus zu gefallen. "Im 4-1-4-1-System haben wir noch nicht viele Spiele verloren", freute sich Torschütze Fernandes.

"Wir spielen stabiler." Das stimmt, wenngleich das nach Ansicht von Trainer Christian Streich weniger mit dem System als mit der taktischen Disziplin der Spieler zu tun hat: "Wenn jeder vorne seine Aufgaben abarbeitet, kann man auch im 4-4-2 stabil spielen."

Streich: "Zu mehr reicht es noch nicht"



Doch auch der Coach hatte gesehen, dass sich seine junge Mannschaft erstaunlich clever angestellt hatte, hinten sicher stand und eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden hatte. Für Streich, dem die englischen Wochen bei aller Wettschätzung fürs internationale Geschäft ein Dorn im Auge sind, ist das vor allem das Resultat konzentrierter Trainingsarbeit während der Länderspielpause: "Wir hatten eine schöne, saubere Trainingswoche."

Das Einüben von Automatismen haben bereits Früchte getragen, fand Streich: "Wir haben nach Ballverlusten gut in die Ordnung zurückgefunden", sagte der sichtlich erleichterte Trainer, dem durchaus bewusst war, dass auch die über weite Strecken souveräne Leistung von Braunschweig nicht den ganz großen Glanz versprühte: "Das ist das, was wir im Moment bringen können. Zu mehr reicht es noch nicht."

Aus Braunschweig berichtet Christoph Ruf
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