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26.09.2013 - 15:57 Uhr


Runjaics Handschrift, Herthas Rotation

FCK-Trainer Kosta Runjaic feiert im Pokalspiel gegen Hertha BSC ein erfolgreiches Heimdebüt auf der Trainerbank. Die "Roten Teufel" siegen gegen den höherklassigen Hauptstadtclub mit 3:1

Zunächst sieht es nicht nach einem Heimerfolg für die Lauterer aus. Peter Niemeyer bringt die Hertha in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung

Nach Wiederanpfiff drehen die Hausherren richtig auf, erzielen durch Mohammadou Idrissou (M.) den 1:1-Ausgleich

Nach der 2:1-Führung durch Karim Matmour (nicht im Bildt), macht Stürmer Oliver Occean den Sack zu und netzt zum entscheidenden 3:1-Endstand ein

Hertha-Coach Jos Luhukay hat im Vorfeld der Partie die Rotationsmaschine angeschmissen - neun neue Spieler im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel in Freiburg stehen in der Startformation

Nach dem Pokal ist vor der Liga. Die Berliner haben am Wochenende das nächste Spiel vor der Brust, daheim gegen Mainz 05. "Beide Mannschaften treffen nach dem Pokal-Aus auf Augenhöhe aufeinander", meint Sami Allagui (r.)

Kaiserslautern - Für Kosta Runjaic war es ein perfekter Abend: Nach einem 0:1-Rückstand zur Pause drehte seine Mannschaft das DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC noch in einen 3:1-Sieg. "Drei Tore in einer Halbzeit - das ist ein toller Abend", fand der Trainer des 1. FC Kaiserslautern nach seinem Heimdebüt.
Der Einzug in die nächste Pokalrunde und die Steigerung in der zweiten Halbzeit, in der die Mannschaft das Publikum mitgerissen hatte, geben Runjaic Mut für die kommenden Aufgaben. Der 42-Jährige ist ja erst eine Woche Trainer in der Pfalz, als Nachfolger von Franco Foda.

Runjaic entwickelt früh eine eigene Handschrift



Seitdem stehen ein respektables 0:0 auswärts in Köln auf der Habenseite - und eben ein Sieg im Pokalspiel gegen einen Erstligisten. "Wir haben keine Zeit für Anpassungen, wir müssen gleich funktionieren", sagt Runjaic und lobte wohl auch deshalb die Qualität seiner Spieler: "Es ist nicht selbstverständlich, nach einem Rückstand so aufzuspielen."

In der kurzen Zeit gab der gebürtige Wiener dem Team schon erkennbar eine neue Struktur, die beiden Routiniers Marc Torejon und Jan Simunek in der Innenverteidigung, Markus Karl im defensiven Mittelfeld und vorne Torjäger Mohamadou Idrissou bilden wohl das Grundgerüst des FCK in den kommenden Wochen. "Mo ist schon eine Waffe vorne", lobte Runjaic den Torjäger, der zuletzt in der Liga gesperrt fehlte und schmerzlich vermisst wurde. Sein Ausgleich in der 53. Minute per Kopf nach einer Ecke von Chris Löwe war das Signal für die Wende. Karim Matmour (64.) und Oliver Occean (83.) erzielten die weiteren Tore für die Pfälzer.

Linksverteidiger Löwe freute sich, dass er im neuen System nun höher stehe und die Wege nach vorne damit kürzer seien. Das damit verbundene Risiko, nach hinten dem Gegner Räume zu öffnen, müsse man eingehen, meinte der ehemalige Dortmunder. In Lautern schöpfen sie wieder Hoffnung, nach zuletzt nur zwei Punkten aus vier Spielenin die Aufstiegsspur zurückzukehren. Doch Runjaic mahnt: "Wir haben noch nichts erreicht." Die nächste Standortbestimmung findet am Sonntag wieder auf dem Betzenberg statt: Aufstiegsrivale 1860 München kommt zum Ligaspiel. Runjaic vermutet ein Spiel auf Augenhöhe, aber den Heimvorteil will er nutzen.

Luhukay setzt auf risikoreiche Rotation



Auf Augenhöhe war auch das Spiel gegen die Hertha, auch wenn diese überraschend nur mit ihrer zweiten Elf angetreten war. Vielleicht erzählt Jos Luhukay Geschichten ja wirklich nie ohne Hintergedanken, für Überraschungen ist der Trainer von Hertha BSC ohnehin bekannt. Vor dem Spiel jedenfalls erinnerte Luhukay daran, wie er einst als erster Mann beim FC Augsburg im Pokalspiel bei RB Leipzig im Vergleich zum vorausgegangenen Bundesligaspiel zehn neue Spieler eingesetzt hatte.

Ganz so wild rotierte der Niederländer in der Pfalz dann doch nicht - er brachte nur neun Neue. Im Vergleich zum letzten Ligaspiel beim SC Freiburg (1:1) durften einzig Torwart Thomas Kraft und Abwehrspieler Fabian Lustenberger wieder ran. Dass solch radikaler Personalwechsel risikoreich ist, weiß Luhukay natürlich.

Mainz kommt zum Duell der Pokalverlierer



Damals mit Augsburg in Leipzig ging das Durchwechseln gut, der FCA gewann 1:0. Doch diesmal unterlag die Hertha mit 1:3 und ist mal wieder früh aus dem Pokal ausgeschieden. Und: Die Trendwende nach zuletzt drei sieglosen Spielen in der Liga blieb aus. Kritische Fragen zur Aufstellung beantwortete Luhukay kurz angebunden: "Wir waren überzeugt, mit dieser Mannschaft weiterkommen zu können. Wenn wir das nicht gedacht hätten, hätten wir es nicht gemacht."

Hätte Sami Allagui nach Niemeyers Führung (25.) in der ersten Halbzeit bei zwei Chancen das 2:0 erzielt, hätte Luhukay vermutlich keine unangenehmen Fragen beantworten müssen. Allagui kann es nun gegen seinen Ex-Club Mainz 05 besser machen, der am Samstag (15:30 Uhr) in Berlin zu Gast ist. Mainz schied gegen Köln aus, also ebenfalls gegen einen Zweitligisten. Zumindest bei der Hertha wird dann eine ganz andere Elf auf dem Platz stehen.

Aus Kaiserslautern berichtet Tobias Schächter
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