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21.10.2013 - 18:42 Uhr


Robben überragt - heimlich, still und leise

Bayerns Flügelspieler Arjen Robben (r., mit Mario Götze) ist derzeit in Top-Form

Gegen Mainz traf Robben (l.) zum dritten Mal in dieser Saison, so oft hat der Niederländer auch schon aufgelegt

Alle 128 Minuten ein Tor: So erfolgreich wie der 29-Jährige ist in der Bundesliga kein anderer Mittelfeldspieler

München - Champions-League-Sieger, Pokal-Sieger, Meister in Deutschland, Spanien, England und den Niederlanden, WM-Finalist - glorreicher als Arjen Robbens liest sich kaum eine andere Fußballer-Vita. Anlass zum Zurücklehnen ist das für den Niederländer wahrlich nicht. Jüngster Beweis? Letzter Samstag, Allianz Arena, 81. Minute.
3:1 führen die Münchner gegen Mainz 05, der Sieg ist quasi eingetütet. Dann gibt es Elfmeter für die Bayern. Robben greift sich den Ball, marschiert zum Punkt, doch plötzlich der Rückruf: Pep Guardiola kommandiert Thomas Müller zum Schützen. Robbens Reaktion: Er knallt den Ball auf den Boden und läuft wutentbrannt davon.

In der Form seines Lebens?



Es ist zuletzt so vieles rund gelaufen für den 29-Jährigen, den Siegtorschützen des letzten Champions-League-Finals, dem Hollands Trainer Louis van Gaal bereits sein WM-Ticket garantiert hat - doch in einem Punkt hapert's in dieser Saison ein wenig: Die Positivschlagzeilen machen in erster Linie andere. Philipp Lahm wird für seine nahtlosen Positionswechsel lobgepreist, Franck Ribery zu Europas Fußballer des Jahres gewählt, und am vergangenen Wochenende, als der Franzose wie gegen Mainz mal ausfiel, gehörte Mario Götze der Löwenanteil der Aufmerksamkeit, den nach seiner Einwechslung alle als Siegbringer feierten.

Während anderen im FC-Bayern-Ensemble größte Anerkennung zuteil kommt, droht Robben derzeit in der Masse zu verschwinden. Das passt nicht nur schlecht zu seinem Selbstverständnis, sondern entspricht wahrhaftig nicht seinem momentanen Leistungsstand. Denn was keiner so richtig bemerkt: Robben ist derzeit vielleicht in der Form seines Lebens.

Mehr als nur Schema R



In 13 Partien ist der Niederländer an satten 14 Toren beteiligt gewesen (acht Tore, sechs Vorlagen), so effektiv war kein anderer Bayern-Spieler. Auf dem rechten Flügel wirkt Robben dynamisch wie selten, hat offenbar nicht nur seine häufigen Verletzungsprobleme abgeschüttelt, sondern auch dazugelernt. Zog er lange Zeit Schema R durch, indem er vom rechten Flügel in die Mitte ziehend mit links abschloss, ist Robben inzwischen variabler.

In der Champions-League-Partie bei Manchester City beispielsweise legte er den Ball rechts am Gegenspieler vorbei und traf dann mit seinem früher selten benutzten Fuß. In der Bundesliga hat er schon zu drei Treffern aufgelegt - Robben spielt mannschaftsdienlich wie selten zuvor.

Torgefährlichster Mittelfeldspieler aller Zeiten



Seiner größten Stärke hat ihn das aber nicht beraubt: Robbens Torquote ist atemberaubend. Drei Mal hat Robben in der Bundesliga schon getroffen, im Schnitt trifft er alle 128 Minuten. Der Ex-Madrilene ist der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Bundesliga aller Zeiten.

Auch die Scorerwerte lesen sich beeindruckend: An mehr Toren als Robben (sechs) ist in dieser Bundesliga-Spielzeit kein Münchner beteiligt gewesen, und diese Zahlen sind nur eine verbesserte Fortsetzung seiner Bayern-Historie. Alle 74 Minuten war der Flügelflitzer direkt in ein Tor involviert seit seinem Wechsel in die bayerische Landeshauptstadt vor gut vier Jahren.

Warum das derzeit untergeht? "Das ist schon der beste Kader, in dem ich je war", sagt Robben selbst. Beim FC Bayern geben sich die Granden derzeit die Klinke in die Hand, und während der Marsch ins Champions-League-Finale 2010 beispielsweise geradezu undenkbar gewesen wäre ohne den Linksfuß, verteilt sich der jetzige Erfolg auf viele Schultern. Was auch Robben akzeptiert, im Sinne weiterer Titel: "Wir brauchen jeden Spieler."

Felix Seaman-Höschele
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