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11.05.2014 - 13:05 Uhr


Rasselbande in der Königsklasse

Die junge Schalker Mannschaft steht zum zweiten Mal in Folge in der Gruppenphase der Champions League

Leon Goretzka darf sogar auf ein Debüt in der Nationalmannschaft hoffen - und die WM in Brasilien (© Imago)

Gelsenkirchen - In der Bundesliga nur auf Platz 7, Pokal-Pleite gegen Hoffenheim, das drohende  Vorrunden-Aus in der Champions-League, Trainer-Diskussionen - im Dezember glich Schalke 04 noch einem Pulverfass. Wie sich die Zeiten ändern.

Fünf Monate später beendet Königsblau die Saison auf Platz drei und zieht nach der besten Rückrunde der Vereinsgeschichte zum dritten Mal in Folge in die Champions-League ein.   

"Ich bin sehr stolz. Wir haben eine überragende Rückrunde gespielt und haben es verdient, Dritter zu werden, mit so einer Rasselbande aus vielen jungen Spielern. Wir haben in der Saison die vielen Rückschläge durch Verletzungen super gemeistert. Das zeigt, was für eine gute Qualität wir in der Mannschaft haben", resümierte Kevin-Prince Boateng nach dem 4:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg zum Abschluss der 51. Bundesliga-Saison.

Youngster stehen ihren Mann

Angesichts der permanenten Verletzungssorgen - Trainer Keller hatte an keinem der 34. Spieltage  seinen gesamten Kader zur Verfügung, musste teilweise eine komplette Bundesliga-Elf ersetzen und ständig improvisieren - ist der Erfolg umso höher einzuordnen. "Was wir an Rückschlägen weggesteckt haben…! Es gibt nicht viele Teams in Deutschland, die dazu in der Lage sind. Ich wurde oft belächelt, wenn ich vom Willen und Charakter dieser Mannschaft gesprochen habe, jetzt bin ich unheimlich stolz", sagte Keller, dessen Team nach der Winterpause 36 Punkte (elf Siege) sammelte.

"Wir haben  gezeigt, dass wir einen guten Kader zur Verfügung haben, mit jungen Spielern gespickt, die auch in schwierigen Phasen ihren Mann gestanden haben", fand Kapitän Benedikt Höwedes lobende Worte für Yougster wie Max Meyer, Leon Goretzka oder Kaan Ayhan, die dem Druck, der traditionell auf Schalke herrscht, getrotzt und sich schnell zu echten Leistungsträgern entwickelt haben.

Draxler: Gute und erfolgreiche Saison

Die Spiele gegen Madrid und Bayern München ausgenommen, haben die Knappen insgesamt eine gute Runde gespielt, findet auch Julian Draxler, der mit seinem Treffer zum 3:0 seine seit einem halben Jahr und 1305 Spielminuten andauernde Torflaute beenden konnte.

"Wie bei uns üblich hatten wir viele Höhen und Tiefen in der Saison. Wir waren im Achtelfinale der Champions-League und haben uns nun als Dritter wieder direkt qualifiziert. Im Pokal sind wir leider zu früh ausgeschieden. Ansonsten haben wir alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Unterm Strich kann man sagen, dass wir eine gute und erfolgreiche Saison gespielt haben", so der 20-Jährige, für den es zusammen mit den Kollegen Höwedes, Goretzka und Meyer nun zur Nationalmannschaft geht.

"Meine Berufung in den vorläufigen WM-Kader war der krönende Abschluss", so Max Meyer, der auf "einen Haufen schöner Momente" in dieser Spielzeit zurückdenkt.

Heldt: "Richtige Entscheidungen getroffen"

Auch Kevin-Prince Boateng zieht persönlich ein klares Fazit: "Als ich kam, waren wir 14., jetzt sind wir Dritter. Ich konnte meinen Teil dazu beitragen. Darauf bin ich stolz." Freude und Zufriedenheit also, wohin man schaut. Auch Manager Horst Heldt zeigte sich erleichtert. "Im Winter waren wir von der Champions-League-Qualifikation meilenweit entfernt, hatten enorm viel aufzuholen und viele Rückschläge zu verkraften. Aber anscheinend haben wir einige richtige Entscheidungen getroffen."

"Jetzt könnt ihr auch mal ausgiebig Positives über Schalke schreiben", gab Boateng in der Mixed Zone der Arena den Journalisten noch scherzhaft mit auf den Weg. Eine berechtigte Forderung, denn sportlich scheint das nächste Chaos auf Schalke nicht in Sicht.

Aus Gelsenkirchen berichtet Markus Hoffmann

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