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22.02.2014 - 21:35 Uhr


Schäfer: "Eigentlich wollte ich drei halten"

Raphael Schäfer war gegen Eintracht Braunschweig Nürnbergs gefeierter Held

In der ersten Halbzeit parierte die Nummer eins einen Elfmeter gegen Domi Kumbela (l.),...

...in Durchgang zwei war er dann erneut der Sieger im Duell vom Punkt - diesmal gegen ermin Bicakcic

Am Ende siegt der "Club" mit 2:1 und feiert den vierten Sieg im fünften Spiel der Rückrunde

Nürnberg - Den Ruf als Elfmetertöter hatte Raphael Schäfer noch nie weg. "Ich habe bisher nur immer Pech gehabt", sagt der 35-Jährige mit einem Augenzwinkern. Was auch immer dafür ausschlaggebend war, gegen Eintracht Braunschweig parierte der Nürnberger Torhüter gleich zwei Strafstöße und führte seine Mannschaft damit zum wichtigen 2:1-Heimerfolg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf.

Im Interview spricht der erfahrene FCN-Kapitän über seine spielentscheidenden Paraden, eine Szene, bei der er viel Glück hatte und einen riskanten Schachzug von Trainer Gertjan Verbeek. 

Frage: Paphael Schäfer, viele Fans und Journalisten im Stadion haben gesagt, sie hätten ein solches Spiel noch nie erlebt. Können Sie sich an so etwas erinnern?

Raphael Schäfer: Nein, wirklich nicht. Da war alles drin, was das Fußballherz begehrt. Rote Karten, Elfmeter, viele Torchancen, Emotionen und Spannung bis zum Schluss. Das war Werbung für den Fußball.

Frage: Hätten Sie sich erträumen lassen, dass Sie noch einmal zwei Elfmeter in einem Spiel halten?

Schäfer: Eigentlich wollte ich drei halten. (lacht)

Frage: Ein Elfmetertöter waren Sie ja noch nie...

Schäfer: (lacht) Doch. Ich habe bisher nur immer Pech gehabt. 

Frage: Manager Martin Bader kam nach Abpfiff zu Ihnen und hat gesagt: "Sag mal, spinnst du?" Das war sicherlich wegen der beiden gehaltenen Elfmeter. Sind Sie heute noch ein paar Zentimeter gewachsen?

Schäfer: Mit 35 Jahren kann man solche Dinge richtig einordnen. Es ist einfach schön, dass wir als Mannschaft die drei Punkte geholt haben.

Frage: Haben sich Ihre Mitspieler schon bei Ihnen bedankt?

Schäfer: Das müssen sie nicht. Sie haben auch gekämpft, Tore geschossen, hinten gerettet und sich in die Zweikämpfe reingeworfen. Wir haben den Sieg als Mannschaft geholt, nicht einer allein.

Frage: Einen der zwei Elfmeter, die Sie pariert haben, haben Sie auch selbst verursacht. Haben Sie befürchtet, in dieser Szene die Rote Karte zu sehen?

Schäfer: Ja. Der Schiedsrichter hätte sie mir vermutlich auch gegeben, wenn er vorher nicht Pelle (Per Nilsson, Anm. d. Red.) runtergestellt hätte. Da hatte ich viel Glück.

Frage: Ihre Mannschaft hat nach einer bescheidenen ersten Halbzeit 0:1 zurückgelegen und hat im zweiten Durchgang eine irrsinnige Reaktion gezeigt. Was ist in der Halbzeit passiert?

Schäfer: Unser Trainer hat auf jeden Fall besondere Worte gewählt. Wir können froh sein, dass das Spiel so verlaufen ist. Natürlich war heute der Druck da, etwas verlieren zu können. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir uns gewehrt und die richtige Antwort gegeben. Die beiden Tore gleich nach der Pause haben uns natürlich in die Karten gespielt. Das Spiel wäre noch ruhiger zu Ende gegangen, wenn Kiyo (Hiroshi Kiyotake, Anm. d. Red.) den Elfmeter auch noch reingehauen hätte. Aber trotzdem haben wir die Partie mit viel Kampf und Laufbereitschaft in der zweiten Hälfte dann auch verdient gewonnen.

Frage: Gertjan Verbeek hat schon in der Halbzeit offensiv gewechselt, obwohl die Mannschaft in Unterzahl gespielt hat? Ziemlich riskant, oder?

Schäfer: Braunschweig war von diesem Wechsel sehr überrascht und es hat super geklappt. Was hätten wir denn machen sollen? Wir haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt, keine Torchancen gehabt und lagen zurück. Wir mussten etwas ändern.

Frage: Von fünf Rückrundenspielen hat der 1. FC Nürnberg vier gewonnen. Ist der "Club" schon über den Berg?

Schäfer: Es wird bis ganz zum Schluss darum gehen, die Punkte einzufahren. In der ersten Halbzeit haben wir heute gesehen, was passieren kann, wenn wir mit einer "Das-geht-schon-irgendwie-Einstellung" ins Spiel gehen.

Aus Nürnberg berichtet David Schmidt

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