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24.07.2013 - 18:53 Uhr


Rakete für die Eintracht-Offensive

Simeon Jackson soll den Braunschweiger Angriff beleben (© Imago)

Für Norwich City erzielte Jackson (r.) 2011 den entscheidenden Treffer zum Aufstieg in die Premier League

Eintarcht-Coach Torsten Lieberknecht hält große Stücke auf seinen Neuzugang

München - Zum Abschied gab es für Simeon Jackson wenig schmeichelhafte Worte. Er sei für die Premier League nicht geeignet, stand in einigen englischen Zeitungen. Seine Schnelligkeit, die er mit Norwich City eine Klasse tiefer noch gekonnt ausgespielt hatte, würde in der Eliteliga mit deren starken Abwehrspielern verpuffen.
Die nackten Zahlen belegen zunächst einmal diese These: In der zweiten Liga, dem Championship, erzielte er für Norwich in 39 Spielen zehn Tore und war 2011 einer der Aufstiegshelden der Canaries. Einmal in der Premier League angekommen, nahmen Einsatzzeiten und Erfolgserlebnisse bei Jackson rapide ab. So musste er sich in den vergangenen beiden Spielzeiten insgesamt mit vier Toren begnügen, wobei der Stürmer 2012/13 nur noch 13 Mal zum Einsatz kam.

Braunschweig sticht englische Zweitligisten aus



Ein wesentlicher Grund für den Leistungsabfall Jacksons war offenbar der Trainerwechsel von Paul Lambert zu Chris Houghton im Sommer 2012. "Der neue Coach hatte andere Ideen", sagt der Stürmer heute. "Es war eine gute Erfahrung, ich habe meine Zeit in Norwich genossen, aber jetzt war es Zeit, ein neues Kapitel zu beginnen."

Dieses neue Kapitel hätte um ein Haar erneut auf der Insel stattgefunden. Weil der wieselflinke Jackson seine Klasse in der zweiten englischen Liga aber bereits unter Beweis gestellt hatte, buhlten einige Championship-Teams um den Kanadier - doch am Ende erhielt Eintracht Braunschweig den Zuschlag. "Der Wechsel nach Braunschweig war der nächste Schritt in meiner Karriere und ich freue mich sehr auf die Herausforderung Bundesliga", sagte er zu den Beweggründen, nach Deutschland zu kommen.

"Ich kenne seine Stärken"



Dass er in der Lage ist, dem Aufsteiger beim Kampf um den Klassenerhalt zu helfen, deutete Jackson bereits im Nordcup an, als er beim 2:1-Sieg gegen Wolfsburg den 2:0-Treffer erzielte und dabei einen Konter erfolgreich abschloss. "Simeons Tor war eine gute Sequenz, um zu zeigen, was es heißt, schnell umzuschalten", freute sich Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht über den gelungenen Einstand seines neuen Schützlings.

Lieberknecht hatte Jackson schon lange auf dem Zettel, wie er bei dessen Vorstellung verriet: "Ich habe seine Karriere in den vergangenen Jahren verfolgt und kenne seine Stärken." Neben seiner Schnelligkeit imponiert dem Trainer vor allem, wie sich der 26-Jährige für die Manschaft einbringt - das alles mache ihn zu einem wichtigen Spieler für die Eintracht. Dies umso mehr, weil Braunschweigs Top-Stürmer Domi Kumbela in den ersten Spieltagen der neuen Saison verletzungsbedingt noch zuschauen muss.

"Mit der Verpflichtung von Simeon Jackson haben wir die Möglichkeit, die Qualität in unserem Kader noch weiter zu steigern. Er ist in der Offensive vielseitig einsetzbar", beschreibt der Sportliche Leiter Marc Arnold die Qualitäten des Neuzugangs.

Siegtreffer im Aufstiegsspiel



Die Schnelligkeit wurde Jackson, der auf der Sprinter-Insel Jamaika geboren wurde, in die Wiege gelegt. Mit drei Jahren wanderte er zu seinem Onkel nach Kanada aus, da seine Familie für ihn in Mississauga nahe Toronto eine bessere Perspektive sah. Mit 15 zog Jackson weiter nach England, dem Geburtsland seiner Mutter.

Dort spielte Jackson zunächst für unterklassige Teams, ehe er mit Norwich 2011 den Aufstieg in die Premier League schaffte. Im entscheidenden Spiel gegen Portsmouth erzielte er per Kopf den 1:0-Siegtreffer. Seitdem ist Jackson in Norwich ein Held - auch noch nach seinem Abschied. Wenn die neue Eintracht-Rakete hierzulande zündet, könnte sich der Angreifer auch in Braunschweig den Heldenstatus erwerben.

Johannes Fischer
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