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23.09.2013 - 16:13 Uhr


Rafinha: Erstklassiger Lahm-Ersatz

Rafinha (r., gegen Julian Draxler) stand im Spiel gegen seinen Ex-Verein FC Schalke 04 zum vierten Mal in Folge in der Startelf des FC Bayern München (© Imago)

Der Rechtsverteidiger (l.) ist nicht nur zur Stelle, wenn er Philipp Lahm in der Viererkette einspringen muss, sondern auch, wenn Claudio Pizarro zum Tortänzchen bittet (© Imago)

Auch beim Gruppenspiel in der Champions League gegen CSKA Moskau machte Rafinha eine gute Figur (© Imago)

Rafinha wieder in der Selecao? Aktuell spielte Marcio Rafael Ferreira de Souza, so sein bürgerlicher Name, ein Mal für sein Heimatland Brasilien

München - Spätestens die Tanznummer nach dem Treffer zum 0:4 auf Schalke mit Claudio Pizarro, Thomas Müller und Landsmann Dante hat gezeigt, dass Rafinha fester Bestandteil des FC Bayern München ist. Während der Triple-Saison nur im Zuge der Rotation zum Einsatz gekommen, war der Brasilianer in der laufenden bereits überraschend häufig in Aktion.
Götze, Martinez, Thiago - da die Bayern im defensiven und zentralen Mittelfeld derzeit erhebliche Verletzungssorgen plagen, zieht Pep Guardiola Philipp Lahm auf die Sechs vor. Die daraus entstehende Vakanz rechts in der Viererkette füllt Rafinha - und begeistert damit seinen Trainer.

Guardiola "überrascht von seiner Performance"



"Rafinha ist ein super Spieler", lobte der Bayern-Trainer nach dem Sieg auf Schalke, "ich bin überrascht von seiner Performance heute und in den letzten Wochen." Nachdem es an den Spieltagen 1 und 2 nur zu insgesamt 15 Minuten reichte, stand der ehemalige Schalker zuletzt dreimal in Folge in der Startelf. Auch in der 1. Runde des DFB-Pokals in Rehden und dem Champions-League-Gruppenspiel gegen CSKA Moskau spielte Bayerns Nummer 13 jeweils über 90 Minuten (zur Aufstellung).

Und auf Rafinha ist Verlass, das zeigen auch die Daten. In bislang 309 Minuten führte er 28 Zweikämpfe, von denen er insgesamt zwar nur 46,4 Prozent gewann, was zwar einem eher schlechten Wert entspricht, aber in Relation gesehen werden muss: Mit 1,72 Meter Körpergröße ist der 28-Jährige alles andere als ein Kopfballungeheuer und gewann dementsprechend nur eines seiner sechs Duelle in der Luft. Am Boden hingegen gewann Rafinha 54,5 Prozent seiner 22 Zweikämpfe, womit er im Liga-Vergleich einen Platz im oberen Mittelfeld belegt.

Hoeneß' Rat beherzigt



Mit seiner Rolle beim FC Bayern ist Rafinha, der ebenfalls wie Giovane Elber aus der südbrasilianischen Stadt Londrina stammt, zufrieden. Als ihn der FC Schalke im Sommer zurück holen wollte, lehnte er ab: auch weil er die Wertschätzung des Vereins spürte.

"Uli Hoeneß hat gesagt, man ist zufrieden, ich soll bleiben. Auch Pep Guardiola wollte nicht, dass ich gehe", erklärte Marcio Rafael Ferreira de Souza, wie Rafinha mit bürgerlichem Namen heißt. Und im Interview mit der "Bild" fragte er Anfang September: "Warum sollte ich gehen? Ich bin beim besten Verein der Welt - das ist keine Selbstverständlichkeit."

Ebenso wenig die Professionalität, mit der der Brasilianer seine Rolle als zweitbester Rechtsverteidiger im Kader der Münchner ausfüllt. "Man darf nicht vergessen: Lahm ist der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der Kapitän hier - er ist der Rechtsverteidiger des FC Bayern, das ist klar. Er hat ein unglaubliches Niveau", lobt Rafinha seinen Konkurrenten in der "tz" und fügt an, dass der Trainer immer auf ihn bauen könne, er werde immer seine Leistung bringen.

Rückkehr in die Selecao?



Die könnte er vielleicht auch bald wieder in der brasilianischen Nationalmannschaft zeigen, denn die WM im eigenen Land hat Rafinha noch nicht abgeschrieben.

"Die Hoffnung ist immer da", sagte er vergangene Woche der "Bild", wobei er seine mögliche Rolle in der Selecao realistisch einzuschätzen weiß: "Erster rechter Verteidiger ist Dani Alves von Barcelona. Der ist super. Aber wer als zweiter rechter Verteidiger zur WM fährt, ist noch nicht klar."

Vielleicht ja er. Denn mit der Rolle des allzeit bereiten Ersatzmannes kennt sich Rafinha bestens aus.

Gregor Nentwig
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