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13.09.2013 - 14:54 Uhr


Prib: "Auch mal auswärts punkten"

Edgar Prib läuft seit dem Sommer für Hannover 96 auf

Für die "Roten" sind dem Mittelfeldspieler in vier Partien ein Tor und eine Vorlage gelungen

Zuvor hatte der im heutigen Russland geborene Prib (l.) 17 Jahre bei Greuther Fürth verbracht

Hannover - Hannover 96 hat einen guten Start in die neue Saison erwischt. Mit neun Punkten aus den ersten vier Spielen belegen die Niedersachsen Platz 3 direkt hinter Bayern München. Am Samstag gastiert 96 nun beim Rekordmeister. Vor dem Topspiel stellte sich Hannovers Allrounder Edgar Prib den Fragen von bundesliga.de.
bundesliga.de: Herr Prib, Sie haben 17 Jahre als Jugendlicher und Profi bei der SpVgg Greuther Fürth gespielt und sind im Sommer nach Hannover gegangen. Wie schwer ist Ihnen der Schritt gefallen?

Edgar Prib: Für mich ist das so ein Stück weit ein neuer Schritt im Leben. Ich war bisher nur in Fürth, bin dort groß geworden. Sportlich habe ich alles dort durchgemacht: Aufstieg, Abstieg, Pokalhalbfinale, tolle Derbys.

bundesliga.de: Mit welchen Argumenten konnte Sie Hannover 96 zum Wechsel überzeugen? Was waren die ausschlaggebenden Gründe?

Prib: Die Gespräche mit Manager Dirk Dufner und Trainer Mirko Slomka waren richtig gut: sehr offen - eben Klartext. Ich hatte das Gefühl, dass der Verein unbedingt mit mir arbeiten will. Ich habe mich gebraucht gefühlt. Das hat mich direkt überzeugt. Ich will weiter Erfahrung durch regelmäßige Einsätze sammeln, um eine gute Basis zu haben. Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, Hannover 96 ist richtig.

bundesliga.de: Sie haben in vier Bundesliga-Spielen für 96 bereits auf drei verschiedenen Positionen - auf der Sechs, auf der offensiven Außenbahn und als hängende Spitze - gespielt. Wie sehr überrascht es Sie, dass in Hannover bislang vor allem Ihre Qualitäten als Allrounder gefragt sind?

Prib: Es kann gar kein Nachteil sein, wenn man drei verschiedene Positionen spielen kann. So wie wir jetzt gespielt haben, im 4-2-3-1-System, bedeutet die Linksaußen-Position nicht, dass man auf der linken Seite klebt. Da geht man auch ins Zentrum, da kann man sich anders bewegen als im 4-4-2, wo man den Stürmern Platz lassen muss. Im modernen Fußball ist es wichtig, dass man auf mehreren Positionen spielen kann. Dadurch hat der Trainer mehr Variationsmöglichkeiten und man ist für den Gegner nicht so leicht auszurechnen.

bundesliga.de: Auf welcher Position fühlen Sie sich am meisten zuhause?

Prib: Ich bin ein Allrounder, ich kann links spielen, auf der Sechs, auch offensiver. Ich bin nicht auf eine Position festgelegt.

bundesliga.de: Hannover 96 steht jetzt mit neun Punkten nach vier Spielen auf Platz 3. Was sind die Gründe für den tollen Saisonstart? Was zeichnet die Mannschaft aus?

Prib: Wir funktionieren als Mannschaft bislang sehr gut, das Spiel in Gladbach mal ausgenommen. Unser Teamgeist beflügelt uns, außerdem ist der Ehrgeiz sehr ausgeprägt. Hinzu kommt, dass wir herausragende Einzelspieler haben, wie zum Beispiel Szabolcs Huszti oder Mame Diouf, die ein Spiel entscheiden können. Trotzdem denke ich auch, dass wir uns noch weiter verbessern können, an der Abstimmung noch arbeiten können. Diese Mannschaft ist auf einem guten Weg und hat noch Entwicklungspotenzial.

bundesliga.de: Ist die Platzierung nur eine schöne Momentaufnahme oder bereits ein Fingerzeig auf die weitere Saison?

Prib: Mit den neun Punkten haben wir gezeigt, was möglich ist - gerade auch mit unserer Heimstärke. Dennoch müssen wir auch mal auswärts punkten. Unabhängig davon, dass wir nun nacheinander beim FC Bayern, in Leverkusen und in Dortmund antreten müssen. Also bei den besten drei Teams der vergangenen Saison.

bundesliga.de: Wie sehen die Saisonziele aus?

Prib: Wenn wir die Europa-League-Qualifikation am Ende der Saison schaffen würden, wäre ich hochzufrieden. Die Bundesliga ist stark und ausgeglichen. Außerdem muss man auch das Quäntchen Glück haben, um unter die ersten vier bis sechs Mannschaften zu kommen. In dieser Hinsicht hatten wir in der Vorbereitung schon etwas Pech mit vielen verletzten Spielern.

bundesliga.de: In den letzten Jahren war Hannover schon immer sehr heimstark, auswärts aber sehr anfällig. Das scheint sich auch in dieser Saison fortzusetzen. Für Sie bedeutet das ein krasses Kontrastprogramm zu Ihrer letzten Bundesliga-Saison mit Fürth. Mal ketzerisch gefragt: Wie fühlen sich Bundesliga-Heimsiege für Sie an, und wie können Sie Ihren neuen Mitspielern etwas von der Fürther Auswärtsstärke vermitteln?

Prib: Die Frage kam natürlich sehr häufig in den vergangenen Wochen. Ich bin wirklich froh, dass es zuhause so gut läuft. Zumal wir die Begegnungen gegen Wolfsburg, Schalke und Mainz nach meiner Auffassung jeweils auch verdient gewonnen haben. Auswärts, das habe ich ja schon angedeutet, wollen wir zulegen und Spiele gewinnen. Ich bin da zuversichtlich, weil ich uns viel zutraue.

bundesliga.de: Am Samstag gastiert Hannover 96 beim FC Bayern. In den letzten fünf Jahren gab es dort fünf Niederlagen und 2:22 Tore. Geht es nur darum, die Niederlage in Grenzen zu halten, oder rechnen Sie sich gute Chancen dort aus?

Prib: Ein Sportler will immer erfolgreich sein. So geht er in jeden Wettkampf, so bestreite ich jedes Spiel. Das ist der Ehrgeiz, der uns antreibt. Und deshalb wollen wir natürlich gerne auch in der Allianz Arena punkten. Das ist das Vorhaben - unabhängig von der Schwierigkeit der Aufgabe und der ausgewiesenen Klasse des Gegners.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski
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