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16.01.2014 - 23:00 Uhr


Toprak: "Wir haben noch mehr Potenzial"

Abwehrspieler Ömer Toprak hat mit Bayer Leverkusen eine bärenstarke Hinrunde gespielt (© Imago)

"Wir haben aber noch nichts erreicht", verdeutlicht der Türke (r.)

Toprak wechselte im Sommer 2011 vom SC Freiburg an den Rhein

München - Ömer Toprak hat die vielleicht stärkste Halbserie seiner Karriere gespielt. Der Innenverteidiger von Bayer Leverkusen bekam glänzende Kritiken und war maßgeblich am guten Abschneiden der Rheinländer beteiligt. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 24-jährige Türke über die Neuzugänge der Werkself, seine Ziele und die kommenden Aufgaben.

bundesliga.de: Herr Toprak, Bayer Leverkusen ist wieder zurück aus dem Trainingslager. Wie ist es in Portugal gelaufen?

Ömer Toprak: Es ist gut gelaufen und war anstrengend. Wir haben konzentriert und gut gearbeitet.

bundesliga.de: Welchen Eindruck haben die Neuzugänge Julian Brandt und Seung-Woo Ryu auf Sie gemacht?

Toprak: Man sieht, dass die beiden Qualitäten haben. Wir dürfen jetzt aber auch noch nicht zu viel erwarten. Julian Brandt ist ja erst 17 Jahre alt. Ryu ist ein ganz anderer Spielertyp. So einen hatten wir noch gar nicht im Kader. Er hat auch einen guten Eindruck im Trainingslager hinterlassen. Wir sind glücklich, dass die Jungs bei uns sind.

bundesliga.de: Beschreiben Sie den Spielertypen Ryu.

Toprak: Er ist so ein kleiner, wendiger, quirliger Zehner. Wir sprechen im Training manchmal scherzhaft vom "kleinen Kagawa".

bundesliga.de: Was ja durchaus als Lob zu verstehen ist.

Toprak: Genau. So ein Spielertyp hat uns noch gefehlt. Mal sehen, wie er sich entwickelt.

bundesliga.de: Am Ende der Hinrunde hatte man den Eindruck, dass bei Bayer die Kräfte spürbar nachgelassen haben. Ist der Akku jetzt wieder aufgeladen?

Toprak: Ja, wir haben im Trainingslager gut gearbeitet. Wir hatten in der Hinrunde viele Spiele und keinen so großen Kader wie etwa Bayern München. Am Ende hat man dann schon gemerkt, dass wir müde geworden sind. Die beiden abschließenden Niederlagen waren etwas unglücklich. Aber das können wir nun nicht mehr ändern. Wir gehen jetzt gut vorbereitet in die Rückrunde.

bundesliga.de: Wie fällt Ihr Hinrundenfazit aus?

Toprak: Wir haben definitiv eine gute Vorrunde gespielt. Aber das bringt uns jetzt nichts mehr. Wir haben zwar schon 37 Punkte auf dem Konto, aber noch nichts erreicht. Wir wollen in der Rückrunde genauso spielen wie in der Hinserie. Wir wissen, dass es schwer genug wird. Mannschaften wie Wolfsburg, Schalke oder Mönchengladbach werden noch kommen. Dortmund sowieso. Deswegen ist uns bewusst, dass es eine sehr schwierige Rückrunde wird, noch schwieriger als die Hinserie.

bundesliga.de: Zum Ende der Hinrunde hatte man bereits den Eindruck, dass sich die Gegner besser auf die Spielweise der Werkself eingestellt haben. Bayer 04 tat sich gegen defensiv eingestellte Gegner schwerer. Das könnte Ihnen jetzt vermehrt blühen.

Toprak: Ja, das stimmt. Das konnte man in den letzten beiden Spielen gegen Frankfurt und Bremen sehen. Aber wir haben jetzt im Trainingslager auch Ansatzpunkte gefunden, was wir selbst ändern können. Das muss wir jetzt noch verbessern und den Feinschliff machen. Dann werden wir sehen. Wir sind gut vorbereitet.

bundesliga.de: Sie selbst bekamen viel Lob für Ihre Leistung in der Hinrunde. Sehen Sie auch noch bei sich Steigerungspotenzial?

Toprak: Ja, sicher. Es wäre schlimm, wenn ich jetzt mit 24 Jahren schon meinen Höhepunkt erreicht hätte. Ich habe noch mehr Potenzial. Das gilt für die ganze Mannschaft. Und wenn die Mannschaft gute Leistungen abliefert, kann auch jeder Einzelne seine Stärken einbringen.

bundesliga.de: Fühlen Sie sich schon als Abwehrchef der Werkself?

Toprak: Nein. Egal mit welchen Innenverteidigern wir spielen, jeder sagt auf dem Platz, was er sieht. Bei unserer Spielweise ist es umso mehr gefragt, dass die Kommandos von hinten kommen. Das machen genauso wie ich auch Philipp Wollscheid oder Emir Spahic. Das ist bei uns eine Grundvoraussetzung. Keiner von uns ist "der“ Abwehrchef. Es wurde ja auch viel rotiert. Ich war glücklich, dass ich bei den wichtigen Spielen immer auf dem Platz stand.

bundesliga.de: Ihr Teamkollege Stefan Kießling meinte in einem Interview im "kicker", sein großes Ziel wäre der Pokalsieg. Was haben Sie sich für 2014 vorgenommen?

Toprak: Ich möchte erst einmal gesund bleiben. Natürlich wollen wir in diesem Jahr etwas gewinnen. In der Bundesliga und in der Champions League wird es schwer. Das wissen wir auch. Der schnellste Weg zu einem Titel geht über den Pokal. Da haben wir durchaus gute Aussichten. Wir stehen im Viertelfinale und haben ein Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das wird ein schweres Spiel, aber wir können mit dem Los sicher zufrieden sein. Bei einem Sieg wären wir bereits im Halbfinale. Wir haben im Kader viele junge Spieler, die noch keinen Titel gewonnen haben und heiß sind. Wir wollen am Ende etwas in der Hand halten, deswegen spielen wir ja alle Fußball.

bundesliga.de: Was kann Leverkusen in der Rückrunde noch erreichen. Ist Platz 2 das höchste der Gefühle?

Toprak: Die Bayern spielen sicher in einer anderen Liga. Aber im Fußball weiß man nie. Wir haben es in der Vorrunde gut gemacht, dass wir nur auf uns geschaut haben. Wir haben versucht, unser Spiel erfolgreich durchzubringen. Das wollen wir auch in der Rückrunde tun. Wir konzentrieren uns auf uns und bezeichnen uns nicht als Bayern-Jäger. Wir werden akribisch arbeiten und jedes Spiel hochkonzentriert angehen.

bundesliga.de: Zum Rückrundenstart tritt Bayer 04 bei Ihrem Ex-Verein SC Freiburg an. Ist das für Sie noch ein besonderes Spiel?

Toprak: Es ist auf jeden Fall ein besonderes Spiel. Ich habe noch viele Freunde in Freiburg. Es war eine schöne Zeit. Ich wurde dort Profi. Und der Trainer Christian Streich war eine sehr wichtige Person in meiner Karriere. Ich freue mich auf das Spiel und drücke dem Sport-Club danach auch alle Daumen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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