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12.01.2014 - 14:27 Uhr


Nie Wieder! 10. Erinnerungstag im deutschen Fußball

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (l.) und Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball (M.) nehmen an der Podiumsdiskussion im Rahmen des "10. Erinnerungstages im deutschen Fußball" teil

"Ich habe Auschwitz besucht. Wer das gesehen hat, der weiß, in welche Richtung er zu denken und zu überzeugen hat. Wir müssen die Erinnerung aufrecht erhalten, damit so etwas nie wieder passiert", sagt Dr. Rauball

Niersbach hob die Präventionsarbeit des Fußballs im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus hervor

Frankfurt/Main - Zum Rückrundenauftakt in die Bundesliga steht der 18. Spieltag im Gedenken an die Millionen Menschen, die während der Naziherrschaft in Deutschland ihr Leben ließen. Es ist bereits der "10. Erinnerungstag im deutschen Fußball" unter dem Leitmotiv "Nie wieder!".

Bereits an diesem Wochenende kamen in Frankfurt rund 280 Teilnehmer und Gäste zur "Versammlung zum Erinnerungstag im deutschen Fußball" zusammen. Der insgesamt dreitägige Austausch hatte zum Ziel, die Erinnerung an die Gräueltaten während der NS-Zeit wach zu halten und über aktuelle Fälle von Rechtsextremismus und Rassismus im Fußball zu diskutieren.

Podiumsdiskussion mit Ligapräsident Dr. Rauball und DFB-Präsident Niersbach

Fanvertreter, ehemalige Profis, Journalisten, Autoren und Wissenschaftler beleuchteten in insgesamt neun Panels historische Themen wie die Rolle des jüdischen Fußballs während des Nationalsozialismus, Rassismus im polnischen Fußball, Diskrimisierung im Amateurfußball oder die Arbeit der Fanprojekte gegen Antisemistismus.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach teilnahm, würdigte Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball den Erinnerungstag als wichtigen Bestandteil der präventiven Arbeit und sagte: "Ich habe Auschwitz besucht. Wer das gesehen hat, der weiß, in welche Richtung er zu denken und zu überzeugen hat. Wir müssen die Erinnerung aufrecht erhalten, damit so etwas nie wieder passiert." Er appellierte gleichzeitig auch an die Politik, denn "es seht nicht nur die Zivilgesellschaft in der Pflicht".

Zeichen für Toleranz - Lob für Fanprojekte

Seit 2005 setzen Clubs, Spieler und Fans rund um den Spieltag vom 27. Januar ein Zeichen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtradikalismus. Der Erinnerungstag ist ein Zeichen gegen das Vergessen der Verbrechen gegen jüdische und andere Verfolgte während der Zeit des Nationalsozialismus anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und wird auch durch Publikationen in den Stadien und den Club-Medien begleitet. Der Erinnerungstag wird unter anderem gefördert durch die Bundesliga-Stiftung.

Die Bedeutung der Präventionsarbeit des Fußballs im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus hob Wolfgang Niersbach hervor. Hier seien es insbesondere die Fanbeauftragten und die bundesweit 47 Fanpojekte, denen viele Fortschritte zu verdanken seien. Eine vergleichbare Präventionsarbeit wie im deutschen Fußball gebe es nirgendwo auf der Welt, stellte Niersbach fest.

Dr. Rauball: "Stärkung der demokratischen Strukturen"

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball mahnte alle am Fußball Beteiligten, den Dialog aufrecht zu erhalten: "Ich nehme mir das Recht, die Zusammenarbeit insbesondere mit Fans, Fanorganisationen und Fanclubs fortzuführen und zu intensivieren. Initiativ zu bleiben, ist für alle Clubs der Schlüssel zur Stärkung der demokratischen Strukturen. In unserem Sport darf nicht das Recht des Stärkeren gelten!"

Ligaverband und DFB unterstützen seit Jahren die "Internationalen Wochen gegen Rassismus" des Interkulturellen Rates in Deutschland. Allein in Deutschland wurden während der Aktionswochen zuletzt mehr als 1.380 Veranstaltungen an mehr als 300 Orten durchgeführt. Mit dem Julius-Hirsch-Preis zeichnet der DFB seit 2005 besondere Initiativen und Personen aus, die sich im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hervorgetan haben.

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