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19.08.2013 - 10:37 Uhr


Netzer-Erbe, 1899-Quartett, echter Neuner

Gesichter des Spieltags: Robin Dutt, Max Kruse, Jonas Hofmann und Mario Mandzukic (von oben links nach unten rechts)

Gesichter des Spieltags: Robin Dutt, Max Kruse, Jonas Hofmann und Mario Mandzukic (von oben links nach unten rechts)

Köln - Borussia Dortmund steht nach dem 2. Spieltag zum ersten Mal seit dem 34. Spieltag der Saison 2011/12 wieder an der Tabellenspitze. Zum Matchwinner wurde der Dortmunder Youngster Jonas Hofmann, der das 1:0 erzielte und den Elfmeter zum 2:0 herausholte. Sein Trainer Jürgen Klopp versprach nach dem Spiel, dass der Junge in Zukunft noch häufiger zu sehen sein wird. Was in den Bundesliga-Stadien am Wochenende sonst noch so los war, präsentiert bundesliga.de im Überblick.

Das Wort "ausgerechnet" gehört fest zum Wortschatz eines jeden Fußballreporters, der etwas auf sich hält. Kaum ein Tor, das nicht ausgerechnet von gerade diesem Spieler erzielt wurde. Häufig wirken Sätze wie "ausgerechnet der, der nur 700 Kilometer vom Stadion entfernt aufgewachsen ist, macht jetzt das Tor" ein wenig konstruiert. Bei Daniel Schwaab war es am Wochenende anders. 96 Mal lief der Verteidiger in der Bundesliga für Leverkusen auf. Jetzt erzielte er seinen ersten Treffer für die "Werkself". Leider war er im Sommer nach Stuttgart gewechselt und bescherte Leverkusen mit seinem Eigentor drei Punkte. Ausgerechnet!

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Der echte Neuner

Viel wurde im Pep-Guardiola-kommt-in-die-Bundesliga-Hype darüber spekuliert, ob der neue Trainer der Münchner die Zahl "9" aus dem bayrischen Fußballvokabular streichen würde. Für einen Mittelstürmer würde der Spanier wohl keine Verwendung haben. Es war vom "falschen Neuner" oder zumindest dem "Neuneinhalber" die Rede. Mit seinen zwei Toren hat der letzte echte Neuner im Kader großen Anteil an den zwei Auftaktsiegen der Münchner. Wer? Genau, ausgerechnet Mario Mandzukic.

In Hoffenheim gedeiht unter Trainer Markus Gisdol ein neues magisches Viereck in der Offensive, das Erinnerungen weckt an das Angriffs-Quartett aus der Saison 2008/09, als Carlos Eduardo, Chinedu Obasi, Demba Ba und Vedad Ibisevic für die Kraichgauer wirbelten. Angriffs-Quartett reloaded (Bericht) also: Roberto Firmino, der gegen Hamburg mit zwei Toren und drei Vorlagen brillierte, Kevin Volland, Anthony Modeste und Tarek Elyounoussi lehren nun die Gegner das Fürchten.

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Der Unschaafe

Vor dem ersten Heimspiel der Saison bedankten sich die Fans von Werder Bremen mit einer beeindruckenden Choreografie bei Thomas Schaaf und hießen den neuen Trainer Robin Dutt willkommen. Der startete mit zwei hart erkämpften 1:0-Siegen so unschaaf wie nur möglich in die neue Saison. Es klingt fast unglaublich, aber Werder stellt zurzeit - statistisch gesehen - die beste Abwehr der Liga. Zuletzt gewann Werder 2006 die ersten beiden Bundesliga-Spiele. Damals hatte Bremen nach dem 2. Spieltag allerdings die deutlich schaafere Tordifferenz von 6:3.

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Der Netzer-Erbe

Günter Netzer führte Borussia Mönchengladbach 1970 und 1971 zu den ersten Deutschen Meisterschaften der Vereinsgeschichte. Neben seiner Qualität auf dem Rasen war er unter anderem auch für seine Leidenschaft für schnelle Autos bekannt. Max Kruse kam beim Gladbacher 3:0-Erfolg gegen Hannover 96 zwar seltener aus der Tiefe des Raumes als der große Blonde aus den Siebzigern, bewies aber, dass er ein enormer Gewinn für das Spiel der Fohlen-Elf ist. Und er fährt einen Maserati (Foto ©Imago).

Dass Wunsch und Wirklichkeit manchmal auch auf positive Weise auseinanderklaffen, bewies Thomas Tuchel, der nach dem Mainzer Auswärtssieg in Freiburg folgendes zu Protokoll gab: "Zwei Siege aus zwei Spielen sind mehr, als man sich wünschen kann." Diese Aussage lässt vermuten, dass der Mainzer Trainer den Weihnachtsmann früher mit seinem Wunschzettel nicht unbedingt überfordert hat.

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Der Selbstkritische

Eigentlich wollte "Sky"-Reporter Thomas Wagner Daniel Ginczek nach dem 2:2 gegen Hertha BSC nur zu seiner starken Leistung gratulieren, aber der Nürnberger Neuzugang widersprach: "Ich fand es persönlich nicht so gut wie vergangene Woche, ich habe einige Bälle unnötig verloren." Anschließend lobte der Moderator die sehenswerte Vorarbeit zum 1:0, aber der athletische Mittelstürmer wiegelte ab. "Ich hab eigentlich gedacht, dass ich den Ball verliere und steck ihn dann im Fallen durch. Ein bisschen Glück war vielleicht auch dabei." Damit tritt Ginczek in die Fußstapfen von Andi Möller, der einst anmerkte: "Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber." Ein Fußballreporter hätte sicherlich "ausgerechnet mir selbst gegenüber" gesagt.

Mit Neuzugang Luiz Gustavo scheint beim VfL Wolfsburg plötzlich alles möglich zu sein. Im vergangenen Jahr feierte der Werksclub insgesamt nur drei Heimsiege, nun fegten die "Wölfe" den FC Schalke im ersten Spiel vor eigenem Publikum gleich mit 4:0 aus der Arena. Ein Training mit dem "Rudel" reichte dem Brasilianer, um eine tadellose Leistung abzuliefern und seinen neuen Club zum ersten Saisonsieg zu führen. "Man sieht, dass ein großer Fußballer nicht viel Eingewöhnungszeit und Training braucht", freute sich Trainer Dieter Hecking.



Zusammengestellt von Florian Reinecke

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