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20.09.2013 - 16:52 Uhr


Modeste: "Ich spüre das Vertrauen"

Alles super: Der Neu-Hoffenheimer Anthony Modeste erlebt mit bereits vier Saisontoren einen perfekten Einstand in der Bundesliga

Der 25-jährige Franzose (l.) lässt sich vor dem Tor nicht zwei Mal bitten. Auch im Derby gegen Freiburg schlägt der Mittelstürmer eiskalt zu

Besonders das Zusammenspiel mit Kevin Volland (l.) klappt schon sehr gut. Beide haben zusammen schon acht Mal getroffen

Sinsheim - Robert Lewandowski und Stefan Kießling sind zwei der begehrtesten Stürmer Europas und spielen seit Jahren in der Bundesliga konstant auf Topniveau. Doch im beschaulichen Kraichgau schwingt sich ein Franzose auf, um sich mit diesen Kalibern zu messen: Anthony Modeste. Der 25 Jahre alte Neuzugang von 1899 Hoffenheim hat nämlich ebenso wie Kießling und Lewandowski bereits vier Mal für die TSG getroffen.
Von Kampfansagen an die beiden Stürmerstars hält der bodenständige Franzose dennoch nichts, auch nicht von einem ersten Blick in Richtung Torjägerkanone. "Das geht zu schnell", sagt der Mittelstürmer im Interview mit bundesliga.de.

Stattdessen wünscht sich der Stürmer einfach nur eine sorgenfreie Saison nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Spielzeit. Und der neue Publikumsliebling trägt selbst schon maßgeblich dazu bei.

bundesliga.de: Monsieur Modeste, seit gut zwei Monaten stehen Sie bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag. Welche Zwischenbilanz können Sie schon ziehen?

Anthony Modeste: Mit meiner Integration bin ich sehr zufrieden. Zwar spreche ich noch kaum Deutsch, aber ich habe jede Woche zwei bis drei Stunden Unterricht. Die deutsche Sprache ist alles andere als leicht (lacht). Auf und neben dem Platz reden wir mit meinen Mitspielern meistens auf englisch. Ich kannte bisher so gut wie nichts von Deutschland. Aber ich bin toll empfangen worden und gleich am ersten Tag habe ich mich hier sehr wohl gefühlt. Ich brauche noch eine gewisse Zeit, aber ich bin guter Dinge, dass alles schnell funktionieren wird. Privat lebe ich noch mit meiner Familie im Hotel, aber auch das wird sich bald erledigen.

bundesliga.de: Und sportlich haben Sie vier Treffer an den ersten fünf Spieltagen erzielt sowie zwei Treffer in der ersten Runde im DFB-Pokal...

Modeste: Ja, die Bilanz ist positiv. Dabei möchte ich mich bei meinen Kollegen bedanken, denn wir haben viel Spaß zusammenzuspielen. Mit Kevin Volland und Firmino harmonieren wir prächtig. Das macht uns optimistisch für die Zukunft.

bundesliga.de: Sind Sie mit den Ergebnissen auch zufrieden?

Modeste: Auch wenn die Tabelle nach nur fünf Spieltagen nicht viel bedeutet, sind wir glücklich. Es war für den Kopf sehr wichtig, nach dem 2:6-Debakel von Stuttgart sofort zu reagieren, und das ist uns mit dem Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach gelungen. Außerdem waren wir besonders motiviert, weil ein Spieler von Mönchengladbach vor der Partie betont hatte, dass es gegen uns einfach wäre, Tore zu erzielen, weil wir die schlechteste Abwehr der Liga hatten. Nun haben wir die richtige Antwort auf dem Platz gegeben. Unsere Bilanz kann sich sehen lassen, aber wir sollten bloß nicht nachlassen und gleich am Samstag in Wolfsburg weiter alles geben.

bundesliga.de: Welches Ziel hat sich Hoffenheim für diese Saison gesetzt?

Modeste: Wir haben kein bestimmtes Ziel, wir wollen nur nicht wieder eine Saison wie die vergangene erleben. Insofern ist es wichtig, so viele Spiele wie möglich bis zur Winterpause zu gewinnen, damit wir in Ruhe arbeiten können.

bundesliga.de: Und peilen Sie an Torschützenkönig zu werden?

Modeste: Das geht zu schnell. Ich muss mich erst einmal integrieren, denn ich hatte vorher noch nie in der Bundesliga gespielt. Zur Zeit bin ich sehr glücklich, und wenn ich mich so wohlfühle, dann kann ich auch Top-Leistungen zeigen. Ich habe auch das Glück, das Vertrauen des Trainers zu spüren. Das ist wichtig, um mein Potenzial abzurufen.

bundesliga.de: Was hat Sie bis heute am meisten begeistert in Hoffenheim?

Modeste: Das Trainingsgelände. Es ist weltklasse. Hier haben wir alle Voraussetzungen um top-vorbereitet zu sein. Es fehlt überhaupt nichts. Mit solchen Bedingungen kann man nur eine erfolgreiche Saison spielen. Ich hatte bis heute noch nie unter solchen tollen Bedingungen gearbeitet.

bundesliga.de: Und Sie sind schon der Publikumsliebling der 1899-Fans geworden.

Modeste: Ja, ich habe verstanden, dass die Fans bei meiner Auswechslung gegen Mönchengladbach meinen Namen gerufen haben. Das hat mich schon berührt. Nun werde ich versuchen, weiterhin Vollgas zu geben, damit die Fans weiter glücklich sind. Auf jeden Fall macht mich das stolz.

Das Gespräch führte Alexis Menuge
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