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09.07.2013 - 13:47 Uhr


Mkhitaryan: "Filmstar" für Dortmund

Henrikh Mkhitaryan bekommt beim BVB die Trikotnummer 10, die zuvor Götze trug

Mkhitaryan erzielte in der abgelaufenen CL-Saison zwei Tore und bereitete eines vor

Beim BVB soll Mkhitaryan (l.) die Lücke füllen, die Mario Götze nach seinem Wechsel zu den Bayern hinterlassen hat

München - Machtspielchen, zwielichtige Gestalten, eine Menge Geld sowie eine Flucht in den "Westen" - aus solchem Stoff bestanden zu Zeiten des Kalten Krieges gute Polit-Thriller. Selbst heute würde eine solche Storyline noch so manchen Filmfan ins Kino locken. Der Protagonist ist in diesem Fall allerdings kein politischen Überläufer, sondern Borussia Dortmunds Neuzugang Henrikh Mkhitaryan (Bericht).
Der Transfer des armenischen Mittelfeldspielers von Shakhtar Donetsk scheint einem Hollywood-Drehbuch entnommen. Los ging die Geschichte bereits im Juni. Während sich seine Mannschaft allmählich auf die kommende Saison in der ukrainischen Premjer Liha vorbereitet hatte, setzte sich der Armenier nach Wien ab, in den "Westen", und ließ verkünden, er werde nicht mehr zu Shakthar zurückkehren.

Drei Oligarchen und eine einflussreiche Mutter



Eigentlich eine gute Nachricht für den BVB, doch danach fing für Clubboss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc die Schwerstarbeit erst an. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Onlineausgabe berichtete, mussten sich die Verantwortlichen der Borussia mit drei Oligarchen und dem wohl berüchtigtsten Spielerberater Europas einigen. Und auch Mkhitaryans Mutter, Marina Tashchyan - Nationalmannschaftsdirektorin des armenischen Fußball-Verbands - nahm Einfluss auf die Verhandlungen.

Nach einigem Hin und Her einigten sich alle Parteien jedoch auf einen Wechsel des 22-Jährigen zum Champions-League-Finalisten und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. "Es war kein einfacher Transfer", sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, "aber wir wollten Henrikh unbedingt haben - und jetzt haben wir ihn!"

Torrekord in der Ukraine



Bei der Borussia erhält Mkhitaryan nicht nur die Nummer 10 von Mario Götze, er soll auch dessen Abgang zum FC Bayern kompensieren. Den Zahlen zufolge ist ihm das durchaus zuzutrauen. Vergangene Saison erzielte er in 29 Ligaspielen satte 25 Tore und stellte damit einen Rekord in der Premjer Liha auf.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc sprach bei der Verpflichtung von einem "Super-Neuzugang für das offensive Mittelfeld".

Von Frankreich zurück nach Jerewan



Heno, wie Henrikh Mkhitaryan gerufen wird, wurde in Jerewan in der ehemaligen Sowjetunion geboren, verbrachte aber die ersten sieben Jahre seines Lebens in Frankreich. Sein Vater Hamlet spielte dort für den Zweitligisten AS Valence, starb aber bereits im Alter von 33 Jahren an einem Hirntumor. Nach dem Tod des Vaters kehrte die Familie nach Jerewan zurück, wo Henrikh zehn Jahre später seine ersten Gehversuche als Profi absolvierte.

Beim FC Pjunik Jerewan lief er zwischen 2006 und 2009 in 70 Partien auf, erzielte 30 Tore und feierte vier Meisterschaften in Serie. Danach folgte der Wechsel in die Ukraine zu Metalurh Donetsk.

Titelsammler mit Shakhtar



Nach zwölf Treffern in 37 Spielen musste der Club den 1,78 Meter großen Mittelfeldspieler zum Stadtrivalen Shakhtar ziehen lassen, wo er in den vergangenen drei Jahren jeweils das Double aus Meisterschaft und Pokal gewann. In der Saison 2011/12 war er zudem bester Torjäger der Liga und wurde zum besten ausländischen sowie zum besten Spieler der Premjer Liha gewählt.

Den BVB-Verantwortlichen dürfte der beidfüßig ausgebildete Zehner spätestens in den direkten Duellen mit Shakhtar in der Champions League aufgefallen sein - auch wenn er in diesem Wettbewerb mit zwei Toren und einer Vorlage wohl unter seinen Möglichkeiten blieb. Dort konnten die Fans auch erste Eindrücke seines Spielstils gewinnen. Es war zu beobachten, dass er gerne selbst den Abschluss sucht. Nur zwölf Torschüsse bereitete er vor.

Fest steht, dass die ersten Pflichtspielauftritte Mkhitaryans in Dortmund bereits sehnsüchtig erwartet werden - bei den filmreifen Szenen im Vorfeld auch kein Wunder.

Gregor Nentwig
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