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08.10.2013 - 08:42 Uhr


Mit Leno, Glück und Geschick

Bernd Leno stand wegen der enormen Dominanz der Gäste immer wieder im Blickpunkt und rettete für Leverkusen den Punkt

Leverkusen und Bayern trennten sich am Ende 1:1-Unentschieden - dafür mussten sich die Leverkusener um Simon Rolfes (l.) aber weit strecken, besonders einer stand unter Dauerbeschuss...

Der 21 Jare alte Schlussmann (M.) hielt ein ums andere Mal gegen Shaqiri (l.), Müller und Ribery. Für "sehr gut" befand Trainer Sami Hyypiä die Leistung seines Schützlings

Leverkusen - 204 Länder übertrugen das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem Bayern München live. Und viele Millionen Menschen werden sich weltweit gefragt haben, wie es die Werkself trotz hoffnungsloser Unterlegenheit geschafft hat, dem Triple-Gewinner ein 1:1-Unentschieden abzutrotzen.
Die Antwort ist ganz einfach: mit Glück, Geschick, gnadenloser Effizienz und einem überragenden Keeper.

"Bedrängnis-Flanke" bringt schnellen Ausgleich



Bayern-Angreifer Thomas Müller rang nach dem Abpfiff nach Worten, als er versuchte, das Ergebnis zu erklären. Dabei gelang ihm sogar eine schöne Wortneuschöpfung. Den Terminus "Bedrängnis-Flanke" kreierte der Bayern-Torjäger und umschrieb damit anschaulich, was den Bayerrn widerfahren war.

Gerade hatten die Münchener ihr überfälliges Führungstor bejubelt, da kombinierte sich die Werkself irgendwie doch einmal in die Nähe des Münchener Strafraums. Lars Bender flankte aus der Bedrängnis, Bayern-Keeper Manuel Neuer patzte, Sebastian Boenisch bediente Sidney Sam und schon war der Ball im Netz.

Leno scheinbar unüberwindbar



Danach ging die Abwehrschlacht weiter, fast jeder Bayern-Spieler durfte mal auf das Leverkusener Tor feuern, doch dort erwies sich Bernd Leno als unüberwindbar. Der Keeper der Rheinländer erwischte einen sensationellen Tag und entschärfte Münchener Großchancen im Dutzend. "Bernd Leno hat fantastisch gehalten. Er strahlt unglaublich viel Ruhe aus und überträgt das auch auf die Abwehr", lobte Bayer-Kapitän Simon Rolfes. Auch Leverkusens Trainer Sami Hyypiä verteilte seinem Torwart mit einem "sehr gut" die Höchstnote.

Der Vielgelobte selbst wollte seine Leistung eher herunterspielen. "Solche Spiele sind mental einfacher als Spiele, in denen man wenig aufs Tor bekommt. Eben weil man ständig unter Beschuss und voller Adrenalin ist. Man ist im Spiel, und die Konzentration ist hoch", sagte Bernd Leno.

Rolfes: "Wir sind auf einem guten Weg"



Fünf Mal hat der 21-jährige Schlussmann in seiner Karriere gegen die Bayern gespielt und nur zwei Duelle verloren. Auf solche Werte kommen nicht viele Bundesliga-Profis. "Mit dem Punkt gegen die Bayern und der Punktausbeute insgesamt nach acht Spielen können wir sehr gut leben. Wir haben sechs Spiele gewonnen, eins verloren, eins unentschieden gespielt. Hätte uns das vor der Saison jemand gesagt, hätten wir das sofort unterschrieben", zog der deutsche U21-Nationaltorhüter überaus zufrieden sein Zwischenfazit vor der Länderspielpause.

Bayer Leverkusen hat seinen 3. Platz im Klassement untermauert, nach Punkten mit Borussia Dortmund gleichgezogen und nur einen Zähler Rückstand auf den neuen Tabellenführer Bayern München. "Die Tabellenkonstellation ist gleich geblieben. Wir sind auf einem guten Weg", freut sich Simon Rolfes.

In der Länderspiel-Pause Kräfte sammeln



"Es werden nicht so viele Mannschaften schaffen, gegen die Bayern zu punkten. Das Ergebnis war für uns in Ordnung", fügte Rolfes hinzu. "Jetzt wird uns die Pause gut tun. Wir hatten doch sehr viele Spiele gehabt und können jetzt wieder etwas Kräfte sammeln. Dann kommt der nächste interessante Block in Bundesliga und Champions League. Dafür müssen wir frisch, griffig und voller Tatendrang sein."

Für die "Werkskicker" kommt die Pause gerade richtig. Der verletzte Gonzalo Castro könnte dann wieder fit werden. Genauso wie Lars Bender, der sich gegen die Bayern einen Muskelfaserriss zuzog und die Länderspiele absagen musste. Am 18. Oktober reisen die Rheinländer dann zum Bundesliga-Spiel nach Hoffenheim. Gegen ihren Lieblingsgegner hat Leverkusen in zehn Spielen 28 von 30 möglichen Punkten geholt. Eine solche Überlegenheit kennen sonst nur die Bayern. Eine Garantie für einen Sieg ist das allerdings noch lange nicht.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski
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